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Samstag, 20.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Geschichte

200 Jahre Augsburger Mode

NAK-Musterbücher endlich im neuen tim-Archiv

Sie sind das Herzstück des neuen Staatlichen Textil- und Industriemuseums Augsburg (tim): die wertvollen Musterbücher der Neuen Augsburger Kattunfabrik (NAK). Am gestrigen Montag hat die weltweit bedeutende Sammlung ihre neue Heimat im Archiv des tim bezogen.

Stefan Steinhagen

Stoffmuster, interaktiv projiziert - Foto: Stefan Steinhagen


Die 550 Bücher beherbergen rund 1,3 Millionen Stoffdruckmuster der NAK. Sie spiegeln über 200 Jahre Design und Mode Made in Augsburg wider. Die ältesten Muster stammen aus den 1780er Jahren, die letzten aus den 1990ern. Im tim ist dieser kreative Schatz in einer eigens dafür errichteten Shedhalle erlebbar gemacht worden –Besucher können dort eintauchen in die faszinierende Welt bunter Stoffe und Muster. Und wer möchte, wird im Museum selbst zum Modeschöpfer – dabei helfen die drei überdimensionalen Frauenfiguren, Grazien genannt. Sie dienen als interaktive Projektionsfläche und übersetzen digitalisierte Stoffdruckmuster eindrucksvoll in die dritte Dimension.

Dass die Musterbücher heute im tim zu Hause sind, ist nicht selbstverständlich. Das Archiv sollte im Zuge des Konkurses der NAK in den 1990er Jahren für teures Geld nach Fernost verkauft werden. Dem Förderverein des tim ist es zu verdanken, dass das Musterbucharchiv im Ganzen bewahrt und für Augsburg gesichert werden – er sicherte Zuschüsse von der Stadt, vom Freistaat und von Sponsoren. Die Entwürfe von einst sollen auch Impulsgeber für die Zukunft sein, sagt Museumsleiter Dr. Karl Borromäus Murr: „Wir laden junge Designer ein, sich von den Mustern inspirieren zu lassen. Mit unseren modernen Webmaschinen können zudem viele Ideen umgesetzt werden.“

In den vergangenen Jahren hatten die Bücher in der Alten Augsburger Kuka-Halle auf die Eröffnung des Textil- und Industriemuseums gewartet, um dort eine neue angemessene Heimat zu finden. Im Archiv des tim sind die Lagerbedingungen jetzt ideal: es ist dunkel, 19 Grad kühl, die Luftfeuchtigkeit liegt unter 50 Prozent. Seit der Eröffnung Ende Januar haben bereits mehr als 25.000 Menschen das tim besucht.

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