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Montag, 22.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Parteien

„Der FCA steht vor einer entscheidenden Saison“

Der FCA hat am Wochenende beim Bundesligaabsteiger Arminia Bielefeld völlig verdient drei Punkte mit nach Hause genommen und steht am kommenden Wochenende mit dem Heimspiel gegen den Tabellenführer Union Berlin im Zentrum des Interesses der Zweiten Bundesliga.

"Eine neue Epoche beginnt": Horst Seehofer, Walther Seinsch (l.)

"Eine neue Epoche beginnt": Horst Seehofer, Walther Seinsch

(Foto: Gaby Zweck)


Die Verantwortlichen des FCA haben die Mannschaft in dieser Saison spielerisch wesentlich verstärkt und dafür gesorgt, dass die Augsburger vor Saisonstart in der Trainergilde der Liga als Mitfavorit für den Aufstieg gehandelt wurden. In Cottbus wurden sie diesen Vorschusslorbeeren allerdings nicht gerecht, ließen sich das Spiel der kampfstärkeren Heimmannschaft aufdrängen und verloren sang- und klanglos. In der zweiten Runde war der FCA im ersten Heimspiel in der Impulsarena gegen Rot-Weiß Oberhausen die tonangebende Mannschaft. Der defensive Mannschaftsteil stand jedoch in der Rückwärtsbewegung im Mittelfeld über weite Strecken schlecht und öffnete in der zweiten Halbzeit Räume für aussichtsreiche Konterattacken. Die Innenverteidigung bewegte sich in der zweiten Halbzeit so fahrig, dass nahezu jeder Angriff der Ruhrpott-Kleeblätter zum Abschluss führte. Rechtverteidiger Hegeler war überfordert und spielte sich an diesem Tag aus der Mannschaft, die als spielerisch deutlich besseres Team über ein 2:2 Unentschieden nicht hinauskam.

Dennoch war in den beiden ersten Spielen die Handschrift des neuen Trainers Jos Luhukay zu erkennen. Der Holländer will, dass die Mannschaft gegen jeden Gegner offensiven Fußball spielt. Hohe und weite Bälle sind unter Luhukay tabu. Die ehemals auch in Heimspielen tief stehende Abwehr war in den ersten drei Spielzeiten – aufgrund der robusten und technisch gröberen, aber dafür grundsoliden Abwehrrecken – ein Markenzeichen der Augsburger Profifußballer. Hohe und weite Bälle nach vorne waren die Konsequenz dieser defensiven Grundeinstellung. Mit dieser für Ligaaufsteiger legitimen „italienischen Spielweise“ hat sich der FCA in den gegnerischen Stadien das Image „Graue Maus“ erarbeitet, womit man aber gut leben konnte, denn nicht zuletzt wegen der soliden Devensivspielweise hat sich der FCA in den vergangenen Jahren dreimal erfolgreich in der Zweiten Bundesliga behauptet.

Langsam versteht die Mannschaft, was der Trainer von ihr will

In dieser Saison sind die Ansprüche andere: Aus einer schnell aufrückenden Abwehr heraus soll das Mittelfeld spielerisch überbrückt werden. Die beiden Spitzen sind somit nicht mehr so sehr mit Balleroberung beschäftigt, sondern sollen zuvorderst die Räume nutzen, die ihnen die Schnelligkeit und die Breite der Angriffe aus dem Mittelfeld schaffen. Nach dieser Philosophie wurde die Mannschaft verstärkt, und bereits im dritten Spiel gegen Bielefeld wurde mit erstaunlich flottem und kreativem Spiel der erste Saisonsieg sichergestellt. Mit einem Sieg und einem Unentschieden nach drei Spielen gelang dem „neuen FCA“ der beste Saisonstart, seit dem Aufstieg in die Zweite Liga. Luhukay sprach nach dem Spiel in Bielfeld von einer „gefestigten Mannschaft“. Von der Trainerfachsprache ins Deutsche übersetzt bedeutet das, dass die Mannschaft langsam versteht, was der Trainer von ihr will.

„Das neue Stadion verpflichtet“

FCA-Fan Alexander Süßmair

FCA-Fan Alexander Süßmair


Der Linke Stadtrat Alexander Süßmair ist seit zwei Jahren sehr aktives Mitglied des FCA-Fan-Clubs „Burning Nuts“, seine FCA-Begeisterung hat er von seinem Großvater geerbt. Alle Heimspiele und 70 Prozent der Auswärtsspiele hat Süßmair in den letzten Jahren gesehen. Nicht von der Tribüne aus, sondern immer aus dem Fanblock. Während der Spiele unterstützt der Stadtrat „seinen“ FCA mit den „üblichen Gesängen“, nach dem Spiel ist er wieder ein „normaler Mensch“, der trotz seiner Emotionen immer für eine kühle Analyse zu haben ist. Die Entwicklung des FCA in der Zweiten Bundesliga hat er genau mitverfolgt. Von der Art Fußball, die Luhukay mit dem FCA nun anstrebt, ist Süßmair begeistert, weil er davon ausgeht, dass die Mannschaft tatsächlich nicht nur in der Lage ist, die Vorstellung ihres Trainers umzusetzen, sondern auch genug Potential hat, um mit schönem Angriffsfußball die richtigen Ergebnisse zu generieren. „Thurk ist gut in Form, die Neuzugänge Traore, de Roeck, Jentzsch und Ndjeng sind die richtigen Verstärkungen für die Zweite Liga“. Der aktuelle Marktwert des Teams liege bei 17 Millionen Euro, damit befinde sich der FCA zwar „nur“ im Mittelfeld der Liga, weiß Süßmair, „aber das Gesamte ist in diesem Fall mehr wert als die Summe seiner Einzelteile“. Nach all den Jahren in der Rosenau befinde sich nun der FCA in der entscheidenden Saison. Mit 20.000 Zuschauer pro Spiel wurde kalkuliert. Gegen Rot-Weiß Oberhausen waren es 19.000. Am kommenden Sonntag kommt das Überraschungsteam aus Berlin in die Impuls-Arena. Gegen Union sollten es schon 25.000 sein, zumal die Berliner einige tausend Fans mitbringen werden. Für Stadtrat Süßmair ist klar, dass man den Fans mehr bieten muss als in den vergangenen Jahren. „Das neue Stadion verpflichtet“, so Süßmair, der, sobald der Ball rollt, sofort vergisst, dass sich der FCA beim Twist um die Fassade und beim Theater um das Kombiticket nicht unbedingt politisch korrekt verhalten hat.

„Ab heute beginnt für Schwabens Fußball eine neue Epoche“, so Ministerpräsident Seehofer auf der Eröffnungsfeier vor wenigen Wochen. Damit ist der Linke Stadtrat zu 100 Prozent einverstanden. „Aber nur damit, in allen anderen Bereichen trennen Herrn Seehofer und mich Welten.“ Schön zu wissen, dass die Strahlkraft des Fußballs nicht „nur“ Völker, sondern mit einem gesprochenen Satz für wenige Sekunden weit entfernte Welten verbinden kann.

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Paula fordert von Seehofer Finanzierung dritter Gleise

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