Hitzeschutz in Kitas: AWO Schwaben fordert Schulterschluss
Die zunehmenden Hitzeperioden stellen Kindertageseinrichtungen vor immer größere Herausforderungen. Die AWO Schwaben, Trägerin von 37 Einrichtungen, arbeitet deshalb intensiv an gezielten Hitzeschutzmaßnahmen – und fordert bei der Finanzierung einen Schulterschluss von Trägern, Kommunen und Staat.
Von Bruno Stubenrauch
Markisen, Rollläden, Sonnensegel und natürliche Beschattung durch Bäume dienen als Hitzeschutz – wie hier in der AWO Kinderkrippe Stadtbergen. Oft seien aber bauliche Maßnahmen erforderlich. (Bild: AWO Schwaben / Dominik Schubert)„Es ist unsere Verantwortung, alles dafür zu tun, dass Kinder auch während Hitzeperioden gut betreut werden können und unsere Mitarbeitenden sichere Arbeitsbedingungen vorfinden. Deshalb sind wir als Träger bereit, gezielt in wirksame Hitzeschutzmaßnahmen zu investieren“, erklärt Brigitte Protschka, Präsidentin der AWO Schwaben. „Der Hitzeschutz in Kindertageseinrichtungen ist aber eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Kommunen, Freistaat und Träger müssen hier gemeinsam Verantwortung übernehmen. Wenn wir unsere Einrichtungen klimaresilient ausstatten wollen, braucht es dafür auch eine verlässliche finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand.“
Große Hitze sei längst kein Komfortthema mehr, sondern eine Frage des Kinder- und Arbeitsschutzes. Hohe Temperaturen beeinträchtigten Gesundheit und Wohlbefinden der Kinder ebenso wie die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten.
Es gibt keine Standardlösung
In den vergangenen Wochen haben Verantwortliche der AWO Schwaben aus den Bereichen Bau, Nachhaltigkeit sowie Kinder, Jugend und Familie die Einrichtungen besucht, um Gebäude hinsichtlich Hitzebelastung zu analysieren. „Die baulichen Voraussetzungen unterscheiden sich von Einrichtung zu Einrichtung erheblich. Deshalb gibt es keine Standardlösung für alle“, erläutert Jonas Huber, Assistenz-Vorstand aus dem Bereich Kinder, Jugend und Familie bei der AWO Schwaben.
Schnell umsetzbare Maßnahmen wie Rollläden, Sonnensegel oder Hitzeschutzfolien könnten helfen, Raumtemperaturen zu senken. In zahlreichen Einrichtungen wären jedoch weitergehende bauliche Anpassungen erforderlich. Hier stoße man an Grenzen: Als Trägerin sei die AWO in vielen Fällen nicht Eigentümerin der Gebäude und könne größere Veränderungen nicht eigenständig veranlassen.
Finanzierung spielt zentrale Rolle
Gemeinsam mit den Kommunen sollen deshalb individuelle Maßnahmenpläne entwickelt werden. „Der Austausch mit den Städten und Gemeinden ist der Schlüssel für nachhaltige Lösungen“, betont Huber.
Bei der Umsetzung spiele die Finanzierung eine zentrale Rolle: Hitzeschutzmaßnahmen führten zu steigenden Betriebskosten, die derzeit nicht vollständig refinanziert würden. Dabei erfüllten die freien Träger einen kommunalen Betreuungsauftrag. „Der Schutz von Kindern und Beschäftigten vor extremer Hitze ist keine freiwillige Zusatzaufgabe, sondern Bestandteil einer verantwortungsvollen Betreuungspolitik“, so Protschka. Ziel sei es, rechtzeitig auf die nächste Hitzeperiode vorbereitet zu sein.