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Donnerstag, 06.08.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Hitzeschutz in Kitas: AWO Schwaben fordert Schulterschluss

Die zunehmenden Hitzeperioden stellen Kinder­tages­ein­rich­tungen vor immer größere Heraus­forde­rungen. Die AWO Schwaben, Trägerin von 37 Ein­rich­tungen, arbeitet deshalb intensiv an gezielten Hitze­schutz­maßnahmen – und fordert bei der Finan­zie­rung einen Schulter­schluss von Trägern, Kommunen und Staat.

Von Bruno Stubenrauch

Markisen, Rollläden, Sonnensegel und natürliche Beschattung durch Bäume dienen als Hitzeschutz – wie hier in der AWO Kinderkrippe Stadtbergen. Oft seien aber bauliche Maßnahmen erforderlich. (Bild: AWO Schwaben / Dominik Schubert)

„Es ist unsere Verantwortung, alles dafür zu tun, dass Kinder auch während Hitze­perioden gut betreut werden können und unsere Mit­arbei­tenden sichere Arbeits­be­dingungen vorfinden. Deshalb sind wir als Träger bereit, gezielt in wirksame Hitze­schutz­maßnahmen zu inve­stieren“, erklärt Brigitte Protschka, Präsi­dentin der AWO Schwaben. „Der Hitze­schutz in Kinder­tages­ein­rich­tungen ist aber eine gesamt­gesell­schaft­liche Aufgabe. Kommunen, Freistaat und Träger müssen hier gemeinsam Verant­wortung übernehmen. Wenn wir unsere Ein­richtungen klima­resilient ausstatten wollen, braucht es dafür auch eine verläss­liche finan­zielle Unter­stützung durch die öffent­liche Hand.“

Große Hitze sei längst kein Komfortthema mehr, sondern eine Frage des Kinder- und Arbeits­schutzes. Hohe Tempera­turen beein­träch­tigten Gesundheit und Wohl­befinden der Kinder ebenso wie die Arbeits­be­dingungen der Beschäf­tigten.

Es gibt keine Standardlösung

In den vergangenen Wochen haben Verant­wort­liche der AWO Schwaben aus den Bereichen Bau, Nach­haltig­keit sowie Kinder, Jugend und Familie die Ein­rich­tungen besucht, um Gebäude hin­sicht­lich Hitze­belastung zu analy­sieren. „Die baulichen Voraus­setzungen unter­scheiden sich von Ein­richtung zu Ein­richtung erheblich. Deshalb gibt es keine Standard­lösung für alle“, erläutert Jonas Huber, Assistenz-Vorstand aus dem Bereich Kinder, Jugend und Familie bei der AWO Schwaben.

Schnell umsetzbare Maßnahmen wie Rollläden, Sonnen­segel oder Hitze­schutz­folien könnten helfen, Raum­tempera­turen zu senken. In zahlreichen Ein­rich­tungen wären jedoch weiter­gehende bauliche An­passungen erforder­lich. Hier stoße man an Grenzen: Als Trägerin sei die AWO in vielen Fällen nicht Eigen­tümerin der Gebäude und könne größere Ver­ände­rungen nicht eigen­ständig veranlassen.

Finanzierung spielt zentrale Rolle

Gemeinsam mit den Kommunen sollen deshalb indi­vidu­elle Maßnahmen­pläne entwickelt werden. „Der Austausch mit den Städten und Gemeinden ist der Schlüssel für nach­haltige Lösungen“, betont Huber.

Bei der Umsetzung spiele die Finan­zierung eine zentrale Rolle: Hitze­schutz­maß­nahmen führten zu steigenden Betriebs­kosten, die derzeit nicht voll­ständig refinan­ziert würden. Dabei erfüllten die freien Träger einen kommu­nalen Betreuungs­auftrag. „Der Schutz von Kindern und Beschäf­tigten vor extremer Hitze ist keine frei­willige Zusatz­aufgabe, sondern Bestand­teil einer ver­ant­wortungs­vollen Betreuungs­politik“, so Protschka. Ziel sei es, recht­zeitig auf die nächste Hitze­periode vor­bereitet zu sein.