DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Dienstag, 12.05.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Lokalpolitik

Gerüchte-Melder XVII

Nach der Stadtratswahl ist vor der Referentenwahl. In der Zwischenzeit müssen sich die gewählten Stadträte mit „ihren“ Parteien und zusammen mit „ihrem“ Oberbürgermeister auf einen Kurs verständigen. Dabei geht es, sollte man meinen, um Themensetzungen für die kommende Ratsperiode. Am 2. Mai wird in Augsburg ein zweites Mal gewählt: Der Stadtrat wählt „seine“ Referenten. In der Zeit zwischen der Kommunalwahl und der Refentenwahl ist alles im Fluss. In dieser Zeit entstehen in den Parteistuben täglich neue Pläne, die sich als Gerüchte verbreiten und von Auguren bewertet werden. Bis zur Referentenwahl gibt es deshalb das DAZ-Format „Gerüchte-Melder“.

Scheitert „Oppositionsfraktion“ an der Gemeindeordnung?

Während die Absicht der Freien Wähler, der Linken, der ÖDP und der Listenverbindung „Polit-WG“, eine sechsköpfige „Oppositionsfraktion“ zu bilden, immer konkretere Formen annimmt, ziehen die zuständigen Personen in der Verwaltung immer tiefere Furchen in die Stirn, wenn sie darüber nachdenken, ob ein derartiger Zusammenschluss rechtlich zulässig ist. Eine politische Gleichgesinnung ist nämlich die Voraussetzung für Fraktionsbildungen von Stadträten, die nicht der gleichen Partei angehören. In einem Kommentar zur Gemeindeordnung heißt es dazu:Unberücksichtigt müssen Zusammenschlüsse bleiben, die kein gemeinsames Sachprogramm haben oder nur zum Schein oder zur Gesetzesumgehung eingegangen werden, insbesondere in der alleinigen Absicht, zusätzliche Ausschusssitze zu gewinnen.“ 90 Prozent aller Stadtratsbeschlüsse werden einstimmig getroffen. Unterschiedliche politische Gesinnung führt auf lokaler Ebene nicht besonders oft zum Dissens. Wie man weiß, haben die Augsburger Linken die gleiche Haltung zum Bahnhofsumbau wie der rechtskonservative Rolf von Hohenhau (CSU) und die Freien Wähler.

Wie ticken die Stadträte der „Oppositionsfraktion“? Wie ist das mit den Windrädern in Inningen? Stuber-Schneider ist natürlich dagegen! Pettinger und Süßmair wohl dafür. Wie ist das mit der Straßenbahn durch die Maxstraße? Nowak dagegen, Schafitel dafür? Möglicherweise sind alle sechs Stadträte darin einig, dass die städtischen Bäder nicht privatisiert werden sollen. Und wie ist das mit den acht Millionen Euro fürs Elefantenhaus? Die Auguren sagen, dass sich die zukünftigen Stadträte in konzeptionellen Dissensangelegenheiten mit gewisser Gleichmut begegnen, während die 90prozentige Übereinstimmung für Jubelstürme sorgt. Warum wohl? Die Auguren sagen auch: „Die Linkspartei ist nicht wegen ihrer verkehrspolitischen Kompetenz oder ihrer Haltung zur Sanierung des Stadttheaters gewählt worden, sondern deshalb, weil sie als Linke eine bestimmte Geisteshaltung vertreten und somit eine gewisse Gesinnung verkörpern.“ Eine Gesinnungshaltung der Linken ist zum Beispiel an der sehr kritischen Positionierung gegenüber der Kirche erkennbar. Bei der wertkonservativen ÖDP ist man bei bestimmten Fragen sehr nah bei der Bibel geblieben. – Und? – Warum soll man Gesinnungsdifferenzen grundsätzlicher Art hervorheben, wenn es nichts bringt, sondern konkret (finanziell) schadet?

Warum sollte man aus einer lokal nicht verhandelten Gesinnungsdifferenz heraus auf eine komplette Bürostruktur und auf Ausschusssitze verzichten? Hat man als Partei nicht die Pflicht, die Interessen der Wähler so professionell wie möglich zu verfolgen? Die Auguren sagen: „Das Handeln der Stadträte ist verständlich, geht aber an der Gesetzeslage vorbei.“

Webers Runder Tisch tagt am Donnerstag

Am morgigen Donnerstag treffen sich eine Reihe von Stadträten auf Einladung von Hermann Weber (CSM). Es handelt sich dabei um jene Stadträte, die nicht zum Regierungslager gehören. Dabei geht es aber weder um die Bildung einer Fraktion noch um die Bildung von Ausschussgemeinschaften. Weber will einfach ein paar Fragen bezüglich einer Zusammenarbeit klären. Schließlich habe man in der Opposition eine gemeinsame Aufgabe, nämlich die Regierung zu kontrollieren.

Fünf weibliche Fraktionsvorsitzende im Stadtrat?

Falls sich Beate Schabert-Zeidler bei Pro Augsburg als Fraktionsvorsitzende halten sollte, hätte der Augsburger Stadtrat mit Margarete Heinrich (SPD) und Martina Wild (Grüne) drei Fraktionsvorsitzende. Die CSM will ihren Fraktionsvorsitz rotieren lassen, womit Claudia Eberle zwei Jahre Fraktionsvorsitzende wäre. Rotation ist auch bei der „Oppositionsfraktion“ geplant. Regina Stuber-Schneider wäre somit die fünfte Fraktionschefin in der kommenden Ratsperiode.

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Abgewählt

Mit Hermann Weber, Max Weinkamm, Rainer Schaal und Peter Grab müssen vier Referenten aus dem Regierungslager ihren Hut nehmen, obwohl sie gerne weiter gemacht hätten. Das trifft auch auf Stadtrat Rainer Schönberg zu, der vom Wähler mit Grandezza aus dem Stadtrat gekegelt wurde. Von Siegfried Zagler Warum der emsige und öffentlichkeits­wirksame Stadtrat Rainer Schönberg von […]

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Linke stimmen einer „Oppositionsfraktion“ zu

In einer Mitgliederversammlung sprach sich die Basis der Augsburger Linken für die Bildung einer sechsköpfigen „Oppositionsfraktion“ mit den Freien Wählern, der ÖDP und der Polit-WG aus. „Nachdem Stadtrat Alexander Süßmair sowie der designierte Stadtrat Otto Hutter die Ergebnisse der Gespräche zur Bildung einer sechsköpfigen Oppositionsfraktion aus Linken, Freien Wählern, ÖDP und Polit-WG vorgestellt hatten, machten […]

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„Neue Regierung“ unterzeichnet interfraktionelle Verträge

Nach einer langen Sondierungsphase, nach zähen Verhandlungen und einem intensiven Referenten-Schacher sowie nach einer Reihe innerparteilicher Grundsatzdiskussionen haben in Augsburg die CSU, die SPD und die Grünen am gestrigen Donnerstag interfraktionelle Verträge unterzeichnet, die eine politisch stabile Ratsperiode bis 2020 garantieren sollen. Nach der Unterzeichnung des „Koalitionsvertrages“ zwischen CSU und SPD und des „Kooperations­vertrages“ zwischen […]

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SPD-Basis stimmt Koalitionsvertrag zu

Mit großer Mehrheit haben zirka 110 Mitglieder der Augsburger SPD am gestrigen Mittwochabend im „Hotel am alten Park“ dem Koalitionsvertrag mit der CSU zugestimmt. Vier Stunden und 10 Minuten sei man den Koalitionsvertrag Punkt für Punkt durchgegangen, um sich schließlich nach einer kurzen Aussprache dafür zu entscheiden, dass die SPD diesen Vertrag leben lassen soll. […]

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Gerüchte-Melder XVI

Nach der Stadtratswahl ist vor der Referentenwahl. In der Zwischenzeit müssen sich die gewählten Stadträte mit „ihren“ Parteien und zusammen mit „ihrem“ Oberbürgermeister auf einen Kurs verständigen. Dabei geht es, sollte man meinen, um Themensetzungen für die kommende Ratsperiode. Am 2. Mai wird in Augsburg ein zweites Mal gewählt: Der Stadtrat wählt „seine“ Referenten. In […]

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Richtigstellung: CSU stimmt mit 13:4 für Vereinbarung mit den Grünen

Sowohl die Augsburger Allgemeine als auch die DAZ sind einer Falschmeldung aufgesessen. Bei der CSU gibt es eine breite Mehrheit für eine Zusammenarbeit mit den Grünen. Die Augsburger CSU hat sich am vergangenen Freitag auf einer Vorstandssitzung einstimmig für eine Koalition mit der SPD, einstimmig für Thomas Weitzel ausgesprochen. So wurde das auch in den […]

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Baustellen sind Botschaft: Sie sagen uns, dass wir nicht fertig sind

Wer wissen will, warum der Mensch in der Moderne bereit ist, sich als unfertiges Wesen zu begreifen, sollte in Augsburg Halt machen.
In Augsburg hat das Wort „Baustelle“ babylonische Höhe erreicht. Hier zeigen uns Baustellen, wer wir sind und wer wir gerne wären. Eine Baustelle der Stadt Augsburg kann sogar mehr: Sie sagt uns, wohin wir uns beinahe entwickelt hätten. Die Rede ist von der Treppe am Fünffingerlesturm, die nun vor ihrem Rückbau steht. […]

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CSU: Weitzel soll Kulturreferent werden, nur knappe Mehrheit für Erben

Der Bezirksvorstand der Augsburger CSU bestätigte die Verhandlungsergebnisse von Kurt Gribl, Johannes Hintersberger und Bernd Kränzle mit der SPD und den Grünen bezüglich der Bildung einer Stadtregierung. Strittig war nur die Teilhabe der Grünen. Mit sieben von 13 Stimmen sprach sich der CSU-Vorstand mit nur einer Stimme Mehrheit für eine Zusammenarbeit mit den Grünen aus. […]

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Gerüchte-Melder XV

Nach der Stadtratswahl ist vor der Referentenwahl. In der Zwischenzeit müssen sich die gewählten Stadträte mit „ihren“ Parteien und zusammen mit „ihrem“ Oberbürgermeister auf einen Kurs verständigen. Dabei geht es, sollte man meinen, um Themensetzungen für die kommende Ratsperiode. Am 2. Mai wird in Augsburg ein zweites Mal gewählt: Der Stadtrat wählt „seine“ Referenten. In […]

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