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Montag, 27.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Finanzen

Stadtrat beschließt Haushaltsplan 2009 – die Opposition stimmt geschlossen dagegen

Der Stadtrat hat nach vierstündiger, teilweise lebhafter Debatte den Rekordhaushalt 2009 verabschiedet. 108 Millionen Euro wurden verteilt. Mehr als jemals zuvor in der langen Geschichte der Stadt.

Bevor es zur jedoch zur eigentlichen Kerndebatte um den Haushaltsplan 2009 kam, wurde von der SPD der Versuch unternommen, beim „Linke-Tasche-Rechte-Tasche-Spielchen“ von Tochter (Stadtwerke) und Mutter (Stadt) noch ein wenig „nachzubessern“. Trotz grundsätzlichen Einverständnisses der Genossen zur Last-Second-Idee von Finanzreferent Hermann Weber, die 12 Millionen StaWA-Entnahme mit dem Rücktransfer der 18 Wassermillionen zu verzahnen, wollte die SPD-Stadtratsfraktion eine Teilzahlung und die Bezahlung der restlichen 6 Millionen in Raten, um Rücklagen bilden zu können. Wilhelm Leichtle (SPD) referierte, dass man somit eine einmalige Chance habe, 6 Millionen für das kommende Jahr stehen zu lassen, um beim im Januar beginnenden Investitionsprogramm des Bundes dazulegen zu können. Ebenso könne man zweckgebundene Rücklagen für die Kongresshalle bilden. Stefan Kiefer, der Fraktionsvorsitzende der SPD, betonte, dass der Verzicht auf Eigenkapitalentnahme bei den Stadtwerken auf das hartnäckige Bohren der SPD zurückgehe und lobte Finanzreferent Weber für seine Einsicht. Für die Wasserallianz ist der von Weber und den Stadtwerken mit heißer Nadel gestrickte „Kompromiss“ zwar nur die „zweitbeste Lösung“, so Bernd Rode zur DAZ, aber grundsätzlich sei man mit dieser Lösung einverstanden. Die Wasserallianz war zeitnah von der Übereinkunft informiert worden.

Über die SPD-Vorschläge wurde einzeln abgestimmt – wobei sich die Regierungskoalition diszipliniert an Bernd Kränzles Vorgabe („Alles auf einmal“) hielt. Die Beschlussvorlage in der Gesamtheit wurde nur von den Grünen abgelehnt.

„In Zahlen gegossene Politik“

Richtig zur Sache ging es in der Grundsatzdebatte zum gesamten Haushaltsplan 2009, der nach vierstündigen Auseinandersetzungen verabschiedet wurde. Die Opposition stimmte geschlossen dagegen. Der neue Augsburger SPD-Frontmann Stefan Kiefer begründete das Nein der SPD mit Erfahrung, Gefühlen und Grundsätzen.

Erstens, so Kiefer, gefährde der Haushalt 2009 künftige Haushalte, weil ein hoher Fehlbetrag zu erwarten sei. Zweitens müsse – ehe Neues angefangen werde – erst das Alte zu Ende gebracht werden. Kiefer nannte den Radweg Karlstraße/Grottenau sowie die Treppe an der Hochfeldbrücke. Drittens dürften Steuer- und Gebührenerhöhungen nur vorgenommen werden, wenn sie unvermeidbar seien, was aber auf Grund sehr hoher Gewerbesteuereinnahmen nicht der Fall sei. Trotz der 22 Euro pro Kopf Steuererhöhung – vom Baby bis zum Greis – könne die Regierungskoalition mit diesem Haushalt nicht auf das im Januar in Kraft tretende Konjunkturprogramm des Bundes reagieren. Dann führte Kiefer noch die atmosphärischen Störungen in den „Beratungen“ des Finanzausschusses an. „Wir lehnen den Haushalt aus Erfahrung ab, und wir geben diesem Haushalt einen Namen: Titanic.“ OB Gribl konterte witzig: „Sie werden aber nicht sagen wollen, dass Sie die Erfahrung gemacht haben, schon mal untergegangen zu sein.“

Reiner Erben (Die Grünen) kritisierte die Nacht-und-Nebel-Aktion des Finanzreferenten, der mit den Stadtwerken „hochkomplizierte Verträge verfertigt und zur Abstimmung vorlegt“. „Bis zum Schluß herrschte Verwirrung“, so Erben. Die Koalition habe keinen Haushalt aufgestellt, der in die Zukunft der Stadt weise. Der Fraktionschef der CSU, Bernd Kränzle, sah das natürlich anders. „Haushalt ist in Zahlen gegossene Politik“, zitierte er Alt-OB Pepper. Kränzle verwies auf die guten Projekte des Haushaltes und bedauerte, dass sich die Opposition aus ideologischen Gründen verweigere.

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Doch bald Radweg in der Grottenau?

Obwohl sein Antrag, Mittel für die Fahrrad-Ost-West-Achse im Haushalt 2009 zu verankern, nicht auf die Tagesordnung des Finanzausschusses kam, konnte Christian Moravcik (Grüne) einen Teilerfolg verbuchen: Der Radweg wurde positiv diskutiert. Bernd Kränzle (CSU) räumte gestern in der kurzen Aussprache zur Tagesordnung ein, den Radweg schon gewollt zu haben, als Herr Moravcik noch im Kindesalter […]

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Stadtwerke-Ausschüttung 2008: kein Griff mehr ins Eigenkapital

Mit einer Tischvorlage überraschte Finanzreferent Hermann Weber am gestrigen Dienstag den Finanzausschuss. Er präsentierte eine im Einvernehmen mit den Stadtwerken gestaltete Lösung zur eigenkapitalunschädlichen Ausschüttung von 12 Millionen Euro an die Stadt. Die städtische Einnahme aus der Stadtwerke-Ausschüttung in Höhe von 12 Millionen hatte noch der Regenbogen in den Haushalt 2008 geschrieben. SPD und Grüne […]

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Vorgezogene Haushaltsdebatte um Grundsteuer

Den Tagesordnungspunkt „Erhöhung des Hebesatzes der Grundsteuer B“ der gestrigen Stadtratsitzung nutzten SPD, Grüne und Linke zu einer vorgezogenen Haushaltsdebatte. Anders als beim Kö-Bürgerbegehren vor einem Jahr war es diesmal viel einfacher, ein „Nein“ zu verkaufen als ein „Ja“. Die Stadtregierung war in der Defensive. Nach den Plänen der Stadtregierung soll die Grundsteuer B ab […]

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Haushalt 2009: „Bastapolitik“

Grüne Fraktion kritisiert Haushaltsberatungen In einer einzigen, achteinhalb Stunden dauernden Sitzung des Haushaltsausschusses waren am 17. November die Vorberatungen zum Haushalt 2009 durchgezogen worden. Ausschussmitglied Christian Moravcik (Grüne) zeigte sich enttäuscht über den Ablauf. „Die Stadt hat sich in den letzten Monaten in eine schwierige Lage manövriert. Da wäre es durchaus angebracht gewesen, den kommenden […]

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Haushaltsdebatte: Verwirrspiel um Stadtwerkezahlungen

Die gestrige Haushaltsdebatte um die vorzeitige Rückabwicklung des Verkaufs der Trinkwassergrundstücke an die Stadtwerke nutzte die SPD, um eine im Haushalt 2008 vorgesehene Ausschüttung der Stadtwerke an die Stadt in Frage zu stellen. CSU-Fraktionschef Bernd Kränzle warf der SPD das Schaffen „politischer Verwirrung“ vor. Um die Verwendung von 20 Millionen Euro zusätzlicher Steuereinnahmen im Jahr […]

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Haushaltsberatungen beginnen mit Wassergrundstücken

Eine harte Klausurwoche ist für die Augsburger Stadträte angesagt. Am Montag beginnen im Finanzausschuss die alljährlichen Haushaltsberatungen. Bis Ende November muß der endgültige Haushaltsplan 2009 fertig sein. Finanzreferent Hermann Weber hat bereits vorgearbeitet. 1.000 Seiten umfasst sein Haushaltsentwurf, den er am 30. Oktober (wir berichteten) dem Stadtrat vorgestellt hat. Die Zeit drängt. Gemäß Gemeindeordnung müssen […]

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Kunstsammlungen erwerben 400 Jahre alte Augsburger Goldschmiedearbeit

Ab sofort ist im Maximilianmuseum eine außergewöhnliche Goldschmiedearbeit zu bewundern: ein seltenes, silbernes Weihrauchschiffchen, das von einem Augsburger Goldschmied für den Habsburger Erzherzog und späteren Kaiser Mathias I. (1557-1619) angefertigt wurde. Bei dem silbernen Weihrauchschiffchen, das als Behälter für die bei der Messe benötigten Weihrauchkörner diente, handelt es sich um eines der frühesten Beispiele seiner […]

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Haushaltsentwurf 2009 vorgelegt

Einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf präsentierte Finanzreferent Hermann Weber gestern dem Stadtrat. Der Entwurf ist Grundlage für die am 17. November beginnenden Haushaltsberatungen. Das Gesamtvolumen des Haushaltsentwurfs beträgt 734 Mio. Euro, zusammengesetzt aus 623 Mio. Verwaltungshaushalt und 111 Mio. Vermögenshaushalt. Auf der Einnahmenseite stehen unter anderem 140 Mio. Gewerbesteuer und 100 Mio. anteilige Einkommensteuer. Das Rekordaufkommen von […]

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Sozialausschuss beschließt Anhebung der Unterkunftskosten für Hartz-IV-Haushalte

Ohne weitere Aussprache hat der Jugend-, Sozial- und Wohnungsausschuss heute die Erhöhung der Unterkunftskosten für Hartz-IV-Haushalte und Sozialhilfeempfänger beschlossen. Dabei hätte die umfangreiche Beschlussvorlage viel Stoff für Diskussionen hergegeben. Immerhin ging es um Mehrkosten für die Stadt in Höhe von drei Millionen Euro jährlich ab 2009, eine Größenordnung, die man sonst nur von Leuchtturmprojekten aus […]

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