„Wo sollen die vielen Klein-Atomreaktoren hin, Herr Söder?“
Zum 40. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl am 26. April fordert die bayerische ÖDP von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Auskunft über mögliche Standorte für Klein-Atomkraftwerke. In offenen Briefen mehrerer Kreisverbände wollen die ÖDP-Vorsitzenden Agnes Becker und Tobias Ruff wissen: „Wo sollen die vielen Klein-Atomreaktoren hin, Herr Söder?“
Von Bruno Stubenrauch
Die bayerische ÖDP-Vorsitzende Agnes Becker (vorne Mitte) bei einer Anti-Atomkraft-Demonstration kurz vor der Abschaltung des AKW Isar 2 (Foto: Zöls-Biber)Die ÖDP erinnert zugleich an ein eigenes Volksbegehren vor 28 Jahren, das die Streichung von fünf reservierten Atomstandorten aus dem Landesentwicklungsprogramm erreichte. Die Unterschriftenlisten von damals seien „parat, falls Söder nun massenweise neue Klein-Atomreaktoren durchboxen will“. Man werde die „Anti-Atom-Brandmauer in jedem Landkreis verteidigen“.
Die ÖDP argumentiert, Atomkraft erzeuge Abhängigkeit von Uranlieferungen aus despotisch regierten Ländern. Reaktoren könnten im schlimmsten Fall militärische Angriffsziele sein. Die Energiewende müsse vorangetrieben werden, nicht die Rückkehr ins Atomzeitalter.