Werkausschuss will Reduzierung des Theateretats rückgängig machen
Von Frank Heindl
„Wir blicken auf eine gute Spielzeit zurück“, freute sich Steffen Rohr, kaufmännischer Direktor des Theaters Augsburg. Gut heißt beim Theater: nur 100.000 Miese auf dem Konto. Doch das ist noch die geringste Sorge, die Augsburgs größte Kulturinstitution dem Werkausschuss macht, der am Montag mal wieder über die finanzielle Zukunft des Theater beriet.
Die 100.000 fehlenden Euro sind tatsächlich eine gute Nachricht, denn sie sind ein Zwischenstand – wenn das gute Wetter anhält, wird es dem Theater mithilfe seiner Freilichtbühne wohl gelingen, für die Spielzeit 2012/13 am Ende sogar schwarze Zahlen zu schreiben. Dieses gute Ergebnis beweist ganz nebenbei, so Rohr, dass die Preiserhöhungen in der vergangenen Saison das Publikum nicht verschreckt haben: Sie haben zu „keinerlei Verwerfungen in der Publikumsstruktur“ geführt. Doch die guten Nachrichten nützen ja leider nur wenig – schon für die kommende Saison ist ein weitaus herberes Minus abzusehen: Wegen der für die Theaterbeschäftigten erfreulichen Tarifabschlüsse im laufenden Jahr steigen die Personalkosten im kommenden um einen hohen sechsstelligen Betrag, das steht jetzt schon fest. Weshalb Peter Grab sich gestern genötigt sah, die Beschlüsse seiner Regierungskoalition schnell wieder vom Tisch zu wischen. Die nach langem Hin und Her vom Stadtrat im Rahmen der Sparbestrebungen des so genannten „KGSt-Prozesses“ beschlossene Kürzung des Theateretats um 250.000 Euro im vergangenen und weitere 500.000 Euro im kommenden Jahr möchte der Kulturbürgermeister ganz schnell wieder vom Tisch haben. Und er hat dafür einleuchtende Argumente.
Am Freitagabend: Theater im „Schwarzen Schaf“
Theater im Club – geht das? Richard Goerlich, Betreiber des „Schwarzen Schafes“ in der Ludwigstraße, will es einmal mehr herausfinden und hat das Ensemble „What you see is what you get“ eingeladen. Am morgigen Freitag zeigt es eine „theatrale Installation nach Motiven aus Robert Musils ‚Mann ohne Eigenschaften‘“. Die Clubkultur habe sich verändert, so Goerlich – es sei an der Zeit, Neues auszuprobieren. […]
Warum die Debatte über die Öffnung des Theaters in eine falsche Richtung zielt Von Siegfried Zagler Noch nie kam ein Intendant ans Augsburger Stadttheater, der vorher an einem anderen Haus Intendant war. Noch nie kam ein Schauspieler oder ein Dirigent nach Augsburg, der vorher in einem anderen Haus etwas Außergewöhnliches leistete. Noch nie hat sich […]
Eine Produktion des Augsburger Brechtfestivals ist zum Hamburger Theater Festival eingeladen worden: Thomas Thiemes Baal. „Wenn das fünfte Hamburger Theater Festival am 11. November zu Ende gegangen sein wird, wird es seit seiner Gründung im Jahr 2009 insgesamt 38 wegweisende und begeisternde Produktionen aus anderen Städten und Ländern in die Hansestadt eingeladen haben. An insgesamt […]
In seiner gestrigen Sitzung bewilligte der Kulturausschuss der Stadt Augsburg für das Theaterensemble Bluespots Productions e.V. insgesamt 13.080 Euro Fördergelder für das laufende Jahr. Die Fördersumme setzt sich zusammen aus einer einmaligen „projektbezogenen Förderung“ in Höhe von 3.580 Euro über den Nachtragshaushalt der Stadt sowie einer Förderung der stadteigenen „Karl Häusler Kulturstiftung“ in Höhe von […]
Am kommenden Samstag, 8. Juni ab 11 Uhr lädt das Theater Augsburg zum Tag der offenen Tür ein – diesmal ganz im Zeichen von „Hair“, dem Kultmusicals der Flower-Power-Generation. Ein buntes Programm für Groß und Klein liefert erste Einblicke in die diesjährige Freilichtbühnenproduktion, bevor diese ab 29. Juni am Roten Tor gezeigt wird. Das musikalische Programm […]
Das Augsburger Stadttheater gab am vergangenen Dienstag bekannt, dass mit Lancelot Fuhry und Roland Techet zwei neue Dirigenten verpflichtet wurden. Lancelot Fuhry wird 1. Kapellmeister zur Spielzeit 2013/14 am Theater Augsburg. Fuhry ist seit Beginn der Spielzeit 2010/11 erster Kapellmeister und Stellvertreter des Generalmusikdirektors am Theater Dortmund. Roland Techet, der derzeit Erich Wolfgang Korngolds „Der Ring […]
Bernarda Albas Haus: ein atemberaubendes Bühnenbild interpretiert García Lorca tiefgründig
Von Frank Heindl
„Ruhe!“ – das ist das erste Wort, das die Titelfigur in Federico García Lorcas Drama „Bernarda Albas Haus“ ausspricht. Ihr letzter Befehl lautet: „Schweigen!“ Wie das angepasste Schweigen in Lorcas spätfeudaler, präfaschistischer Welt zum Grundpfeiler des Despotismus wird, wie Triebunterdrückung und bedingungslose Traditionshörigkeit ihre Opfer gleichfalls zu Tyrannen machen, das demonstriert Regisseurin Anne Lenk […]
Fesselnde Premiere in der Brechtbühne: Ursprung der Welt
Von Frank Heindl
Vielschichtig, hochproblematisch, komplex schon in der Anlage – „Ursprung der Welt“ feierte am Samstag Premiere in der Brechtbühne und sorgte anschließend im Publikum für kontroverse Diskussionen. Das dürfte der Zweck der Inszenierung gewesen sein: Das Stück heizt die Auseinandersetzung darüber, wie mit dem Islam und seinen Schattierungen hierzulande umgegangen werden soll, an, ohne auch nur den Schatten einer Lösung anzubieten. […]
Wolfgang Herrndorfs Jugendroman „Tschick“ im Hoffmannkeller Von Frank Heindl Es ist ein schönes Buch: „Tschick“, geschrieben von Wolfgang Herrndorf und ein Erfolgstitel nicht nur auf dem Buchmarkt, sondern auch auf den deutschen Bühnen. Die Augsburger Inszenierung ist die 27ste, seit der Jugendroman 2010 erschien, weitere sieben sind, so Schauspieldirektor Markus Trabusch, noch für diese Saison […]