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Mittwoch, 14.10.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Kultur

Maximilianmuseum erhält bedeutende Dauerleihgabe

Mit ihrer zarten Schlichtheit, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Augsburger Goldschmieden geschaffen wurde, bereichern zwei Wärmeglocken und Servierteller aus dem vergoldeten Prunkservice Augusts des Starken die Sammlung des Maximilianmuseums.

Bildnachweis: Michael Aust, Kunstsammlungen und Museen Augsburg

Zwei große Servierteller mit Wärmeglocken aus dem vergoldeten Prunkservice Augusts des Starken (1670-1733) erhält das Maximilianmuseum nun als Dauerleihgabe. Geschaffen wurden diese 1730 in Augsburg von den Goldschmieden Christian Winter und Gottlieb Menzel.

Schlichte Noblesse: Einziger Blickfang ist das Wappen

Um 1718 bestellte August der Starke, Kurfürst von Sachsen, König von Polen und Großherzog von Litauen, in Augsburg Silbermöbel und ein doppelt vergoldetes Tafelservice. Anlass waren die Hochzeitsfeierlichkeiten des Kurprinzen Friedrich August mit der Kaisertochter Maria Josepha im Herbst 1719. Das Service wurde nochmals 1730 erweitert für das sogenannte Zeithainer Lustlager als grandioser Abschluss der sächsischen Heeresreform. Die schlichte Noblesse des Tafelservices, dessen einziger Blickfang das gravierte Wappen Augusts des Starken bildet, und seine speziellen Gerätschaften orientierten sich bewusst am Vorbild König Ludwigs XIV. von Frankreich.

Dokumentiert den Einfluss des französischen Tafelkults

Die Wärmeglocken, die die Speisen warmhielten und vor Verunreinigung schützten, waren damals in Deutschland noch nicht fester Bestandteil des Tafelgeschirrs. Das rund 400 Teile umfassende Service Augusts des Starken zählt zu den frühesten Augsburger Tafelservicen überhaupt. Es dokumentiert auf einzigartige Weise den Einfluss der französischen Tafelkultur auf die Gestaltung fürstlicher Prunkservice in Deutschland. Stets kam es im 18. und 19. Jahrhundert bei bedeutenden Galatafeln und Festsoupers zum Einsatz. 1924 wurde es dem Haus Wettin zugesprochen, das dann einzelne Teile veräußerte. Seit 1994 befinden sich zehn Teile wieder im Grünen Gewölbe in Dresden, darunter zwei kleine und zwei große Wärmeglocken samt Serviertellern. Ein weiteres Paar kleiner Wärmeglocken mit Tellern befindet sich als Leihgabe im Bayerischen Nationalmuseum in München. Die beiden Wärmeglocken des Maximilianmuseums sind von mittlerer Größe. Die Servierteller haben einen Durchmesser von 39 Zentimeter. Das Gesamtgewicht des Ensembles beträgt ca. 6 Kilogramm.

Spektakuläre Bereicherung für die Sammlung

Der Ankauf der von der Kunsthandlung Christian Eduard Franke in Bamberg angebotenen Wärmeglocken erfolgte mit der Bestimmung, sie dem Maximilianmuseum als Dauerleihgaben in Erinnerung an den gebürtigen Augsburger Fritz Dennerlein zur Verfügung zu stellen. Das Ensemble stellt eine spektakuläre Bereicherung und Aufwertung der Sammlung des Maximilianmuseums dar.

 

 

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