Regionalzüge nach München: Neun von zwölf geplanten Streichungen abgewendet
Gute Nachrichten für Augsburgs Pendler: Statt zwölf sollen ab 2028 nach aktuellem Stand nur noch drei Regionalzüge täglich zwischen Augsburg und München wegfallen. Die Grünen im Landtag sehen darin auch einen Erfolg ihres politischen Einsatzes gegen die Kürzungspläne.
Von Bruno Stubenrauch

Während sich die politische Debatte im konservativen Lager zuletzt auch um Zuständigkeiten und angekündigte Runde Tische drehte, fanden die Augsburger Landtagsabgeordneten Stephanie Schuhknecht und Cemal Bozoğlu den richtigen Ansatzpunkt: Sie wandten sich gemeinsam mit weiteren Grünen-Abgeordneten direkt an den Vorstand der DB InfraGO und Verkehrsminister Christian Bernreiter. Rückendeckung kam auch aus der Region.
Weniger Einschnitte für Pendler
Nach den ursprünglichen Planungen der Bahn sollten ab 2028 täglich zwölf Regionalzüge zwischen Augsburg und München entfallen. In den Hauptverkehrszeiten wären dann nur noch zwei statt bislang drei bis vier Regionalzüge pro Stunde gefahren. Auf den frei werdenden Trassen waren 19 zusätzliche Fernzüge vorgesehen. Für diese gilt das Deutschlandticket nicht.
Nach aktuellem Stand sollen nun lediglich drei Regionalzüge täglich wegfallen. Das teilte Cemal Bozoğlu auf Instagram mit. Demnach wären neun der ursprünglich vorgesehenen Streichungen abgewendet. Eine Bestätigung der konkreten Zahl durch die Bahn liegt bislang nicht vor.
Für die Pendler bedeutet die teilweise Rücknahme der Kürzungspläne, dass ein größerer Teil der bisherigen Verbindungen erhalten bleiben könnte. Die ursprünglich vorgesehenen Streichungen hätten gerade zu den Stoßzeiten weniger Auswahl und längere Wartezeiten bedeutet.
„Das ist eine sehr gute Nachricht für die vielen Menschen, die jeden Tag zwischen Augsburg und München pendeln“, erklärt Stephanie Schuhknecht. Die Fahrgäste müssten sich darauf verlassen können, dass das heutige Angebot auch künftig erhalten bleibe. Cemal Bozoğlu spricht von einer wichtigen Nachricht für Schwaben, mahnt aber zugleich, den Regionalverkehr langfristig zu sichern und auszubauen.
Politischer Druck soll weitergehen
Die Grünen-Abgeordneten Schuhknecht und Bozoğlu hatten sich gemeinsam mit Eva Lettenbauer und Max Deisenhofer schriftlich an DB InfraGO und Verkehrsminister Christian Bernreiter gewandt. Auch Landräte, Kreistage, der Augsburger Oberbürgermeister und mehr als 5.000 Unterzeichner einer Petition machten sich für den Erhalt der Verbindungen stark.
Für Schuhknecht ist der Teilerfolg kein Grund, die Bemühungen einzustellen. Die Strecke sei bereits stark ausgelastet, während die Zahl der Fahrgäste weiter steigen werde. „Wir brauchen deshalb mehr Kapazität auf der Schiene – nicht weniger“, so die Abgeordnete.
Die Grünen fordern von DB InfraGO eine verbindliche Zusage für den Erhalt des bisherigen Angebots über 2028 hinaus. Zudem brauche es einen gemeinsamen Ausbauplan von Bund, Bahn, Freistaat und dem Regionalzugbetreiber Arverio, insbesondere für den Engpass zwischen München und Olching.