FDP kritisiert Freie Wähler wegen Regionalzug-Streichungen
Die FDP Augsburg wirft den Freien Wählern vor, bei den geplanten Kürzungen im Regionalverkehr die eigene Verantwortung auf Landesebene auszublenden. Die Freien Wähler hatten zuvor die Stadt Augsburg aufgefordert, sich gegen die Streichungen zwischen Augsburg und München einzusetzen.
Von Bruno Stubenrauch

Nach derzeitigen Planungen könnten ab 2028 zwölf Regionalzugverbindungen zwischen Augsburg und München zugunsten des Fernverkehrs entfallen. Die Freien Wähler Augsburg hatten deshalb Ende August in einer Anfrage an die Stadtverwaltung gefordert, sich gegenüber Deutscher Bahn und Freistaat Bayern für den Erhalt der Verbindungen einzusetzen.
FDP sieht Freie Wähler in der Pflicht
Die FDP Augsburg kritisiert nun diesen Vorstoß. Die Freien Wähler würden einen Missstand benennen und zugleich die Stadt in die Pflicht nehmen, obwohl sie als Regierungspartei in Bayern selbst Einfluss auf die Rahmenbedingungen des Regionalverkehrs nehmen könnten.
„Für Augsburg ist eine leistungsfähige Bahnverbindung nach München ein entscheidender Standortfaktor“, erklärt Mark Pätzold, Kreisvorsitzender der FDP Augsburg. Wenn auf einer der wichtigsten Pendlerstrecken Bayerns Verbindungen gestrichen werden sollen, könne die politische Antwort nicht darin bestehen, lediglich von der Stadt ein stärkeres Vorgehen gegen die Kürzungen zu fordern.
Mehr Kapazität statt weniger Angebot
Die FDP argumentiert, wer den Regionalverkehr erhalten und zugleich mehr Fernverkehr ermöglichen wolle, müsse für zusätzliche Kapazitäten auf der Strecke sorgen. Mit Blick auf die Verkehrssituation auf der A8 sei eine Schwächung des Bahnangebots das falsche Signal.
Die FDP-Stadträtin Iris Steiner verweist ebenfalls auf die Zuständigkeiten. Die Stadt Augsburg entscheide weder über die Bestellung der Regionalzüge noch über die Vergabe der Zugtrassen. Die Freien Wähler sollten ihren Einfluss deshalb dort geltend machen, wo die entscheidenden Gespräche geführt würden – innerhalb der Staatsregierung sowie gegenüber Bund, Bundesnetzagentur und DB InfraGO.
Die Freien Wähler hatten in ihrer Anfrage dagegen betont, eine Verschlechterung der Bahnverbindung zwischen Augsburg und München sei angesichts der Bedeutung für tausende Pendler nicht hinnehmbar. Die Stadt müsse sich mit Nachdruck für einen verlässlichen Regionalverkehr einsetzen.