Digital-Förderung auf den letzten Drücker: Wie Augsburg 2,66 Millionen Euro rettet
Wer kein Geld hat, kann nicht gefördert werden – diese absurde Logik des bayerischen Digitalpakts „SchulMobE“ brachte die Stadt Augsburg monatelang in die Klemme. Nun rettet ein bürokratischer Kniff in letzter Minute Millionen für Augsburger Schulen.
Von Bruno Stubenrauch

Das Förderprogramm des Freistaats verlangt von Kommunen, IT-Anschaffungen zunächst komplett aus eigener Tasche vorzufinanzieren. Erst nach Vorlage der Rechnungen fließt Geld. Für den klammen Augsburger Haushalt eine unüberwindbare Hürde: Die Stadt konnte für ihre Schüler und Lehrer bisher kein einziges Tablet bestellen, da die nötigen 2,66 Millionen Euro im Etat fehlten.
Die Lösung kurz vor Torschluss
Der Ferienausschuss des Stadtrats stimmte nun am 27. August einstimmig einer Rettungsaktion zu. Nach intensiven Verhandlungen sagten die Regierung von Schwaben und die Fördergeber zu, die Mittel noch im laufenden Haushaltsjahr 2026 zeitnah auszuzahlen. Dadurch werden Einnahmen und Ausgaben direkt miteinander verrechnet. Eine Vorfinanzierung entfällt, der städtische Haushalt wird nicht belastet.
Eiliges Finale bis Jahresende
Da der Bewilligungszeitraum strikt am 31. Dezember 2026 endet, läuft die Abwicklung jetzt im Eiltempo über bestehende Rahmenverträge der Bayerischen Kommunalen IT Einkaufsgenossenschaft eG:
- Ende August 2026: verbindliche Bestellung einheitlicher iOS-Tablets inklusive Touchpen und Tastaturhülle.
- Ende Oktober 2026: Lieferung der Geräte an die Schulen und Rechnungsstellung.
- November/Dezember 2026: Formeller Förderantrag und Auszahlung der 2.658.850 Euro.
Zusätzlich stellt das Land der Stadt eine Verwaltungspauschale von 240.250 Euro für den internen Rollout-Aufwand bereit.
Neben neuen Leihgeräten für Schüler wird mit dem Deal vor allem der dringende Ersatzbedarf bei veralteten Lehrerdienstgeräten gedeckt, um Ausfälle und ausufernde Reparaturkosten zu stoppen.