Westfriedhof: Neuer Gedenkweg macht verblasste Geschichte wieder sichtbar
Der Augsburger Westfriedhof ist weit mehr als ein Ort der Stille und Trauer: Seine Grabfelder und Denkmäler sind steinerne Zeugen von Krieg, Verfolgung und Gewaltherrschaft im 20. Jahrhundert. Ein breites gesellschaftliches Bündnis will dieses historische Erbe vor dem Vergessen bewahren.
Von Bruno Stubenrauch

Der Flyer des Geschichtsprojekts (Bild: Bernhard Kammerer)
Die Geschichtsdetektive des Maria-Ward-Gymnasiums, die geschichtsagentur, die Bürgeraktion Pfersee, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Stadt Augsburg haben sich zusammengeschlossen und gemeinsam ein besonderes Projekt ins Leben gerufen: Einen Rundweg, der verblasste Lebenswege und historische Hintergründe wieder erfahrbar macht.
Sieben Stationen gegen das Vergessen
Der neu gestaltete Rundweg führt zu insgesamt sieben denkmalgeschützten Gedenkstätten auf dem Friedhofsgelände. Kleine Infotafeln vor Ort markieren die Stationen. Über angebrachte QR-Codes gelangen Besucherinnen und Besucher direkt auf detaillierte Infoseiten des Volksbundes, die historische Hintergründe zu den Opfern von Gewalt, Unterdrückung und Krieg beleuchten.
Großes Interesse in der Bevölkerung
Wie dringend ein solches Angebot gebraucht wird, zeigen die ersten Reaktionen: Seit der Erstvorstellung am Tag des offenen Denkmals stößt der Pfad auf enormen Zuspruch. Innerhalb von nur zwei Wochen waren bereits 1.000 Exemplare des Begleitflyers vergriffen. Die gedruckten Orientierungshilfen – samt Übersichtsplan und sämtlichen QR-Codes – liegen an den Eingängen des Westfriedhofs aus.