Artothek soll ins Höhmannhaus ziehen
Die Neue Galerie im Höhmannhaus soll ab Januar 2027 einen neuen Zweck erhalten: Neben wechselnden Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst soll dort künftig die Artothek Augsburg untergebracht werden. Über das Nutzungskonzept berät der Kulturausschuss am Montag, 12. Oktober.
Von Bruno Stubenrauch

Das Höhmannhaus am Herkulesbrunnen (Bild: Monica Smekal / Gemini)
Die Artothek ermöglicht es Privatpersonen, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, originale Kunstwerke gegen eine geringe Gebühr für einen begrenzten Zeitraum auszuleihen. Bislang wird sie von der Augsburger Gesellschaft für Gegenwartskunst (GfG) ehrenamtlich in einem kleinen Raum hinter der Fachbibliothek der Kunsthalle Augsburg im Glaspalast betrieben. Der Standort ist nach Einschätzung der Stadt nur eingeschränkt sichtbar und erreichbar.
Mit dem Umzug ins Höhmannhaus soll die Kunstleihe besser zugänglich werden. Zugleich soll die Neue Galerie in der Innenstadt kontinuierlicher für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt werden.
Kunstleihe und Ausstellungen unter einem Dach
Vorgesehen ist, den rückwärtigen Gewölberaum der Neuen Galerie für die Präsentation und Ausleihe des Artotheksbestands zu nutzen. Die übrigen Räume mit Schaufensterfunktion sollen wechselnden Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst vorbehalten bleiben. Sowohl die GfG als auch die Kunstsammlungen und Museen Augsburg sollen dort eigene Ausstellungen und Präsentationen aus dem Bestand der Artothek realisieren können. Geplant sind neben regionalen auch überregionale künstlerische Positionen.
Ergänzend sind Vorträge, Lesungen, Gespräche und Diskussionsveranstaltungen möglich. Auch Kooperationen mit Schulen, Hochschulen und Kulturinstitutionen sollen schrittweise ausgebaut werden.
Ehrenamtlicher Betrieb, Vertrag noch auszuarbeiten
Die GfG soll den operativen Betrieb der Artothek weiterhin maßgeblich ehrenamtlich übernehmen. Die Kunstsammlungen und Museen Augsburg sollen den Standort in die städtische Museums- und Programmstruktur einbinden. Die Einzelheiten wollen Stadt und GfG in einem Kooperationsvertrag regeln. Dabei geht es unter anderem um Öffnungs- und Ausleihzeiten, Zuständigkeiten, Aufsicht, Sicherheit, Haftung, Versicherung und Kostenverteilung.
Zusätzliche laufende Personal- oder Sachkosten für den städtischen Haushalt sind nach dem vorliegenden Konzept nicht vorgesehen. Der Umzug soll außerdem dringend benötigte Flächen im Glaspalast freimachen: Der bisherige Artotheksraum wird für die Erweiterung der Fachbibliothek und als Depotfläche für Zeichnungen und Druckgrafik des 20. und 21. Jahrhunderts benötigt. Ein Teil dieser Bestände soll aus dem Schaezlerpalais in die Kunsthalle im Glaspalast verlagert werden.
Der Stadtrat hatte die Kunstsammlungen und Museen Augsburg bereits 2025 beauftragt, die Nutzung der bislang nur unregelmäßig bespielten Neuen Galerie neu zu bewerten. Der Kulturausschuss berät am Montag über das Nutzungskonzept und den Auftrag zur Ausarbeitung eines Kooperationsvertrags. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat.