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Montag, 12.10.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Was für ein Theater! Bunt, lebendig und mitten im Leben

Auftakt für die erste Hospizwoche in Stadt und Landkreis Augsburg

Politisch prominent, emotional berührend und überraschend unterhaltsam: Im Augsburger Annahof fiel am Samstag der Startschuss für die erste gemeinsame Hospizwoche von Stadt und Landkreis Augsburg. Ein spontaner Flashmob mit dem Gefangenenchor aus Nabucco und ein mitreißendes Impro-Theater zeigten gleich zu Beginn auf ungewöhnliche Weise, was Hospizarbeit leistet – und dass das Thema Sterben uns alle angeht.

Von Bruno Stubenrauch

Hospizvereine sind anders als viele Menschen sich das vorstellen. Im Bild die acht Verantwortlichen, die in Stadt und Landkreis Augsburg die erste Hospizwoche mit rund 20 Veranstaltungen organisieren. Vorne rechts Christine Fricke, Geschäftsführerin des Veranstalters Augsburger Hospiz- und Palliativversorgung e.V. (Bild: AHPV / Andrea Nagl)

Die hochkarätige Gästeliste um Landtagsabgeordnete Carolina Trautner, Oberbürgermeister Dr. Florian Freund und die stellvertretende Landrätin Sabine Grünwald unterstrich die Bedeutung des Anlasses. Doch die Grußworte blieben keineswegs im Förmlichen stecken, sondern wagten sich direkt in die gesellschaftliche Tabuzone: Obwohl Sterben und Tod unumkehrbar jeden Menschen betreffen, werden sie im Alltag nur zu gerne verdrängt.

„Der wichtigste persönliche Akt im Leben“

Einen nachdenklichen Glanzpunkt setzte der Vortrag von Philosoph und Hospizbegleiter Johannes Liebl. Er charakterisierte die moderne Gesellschaft als „a-mortal“ – gefangen im ständigen Kampf gegen Altern, Schwäche und Vergänglichkeit. „Das Sterben ist der wichtigste persönliche Akt im Leben eines jeden Menschen“, betonte Liebl. Es gibt keine Wiederholung, keine passive Form und keine Antworten auf das Danach.

Gegen diese Verdrängung setzen die Hospizvereine eine klare Haltung: Dasein und Ausharren. „Wir kommen, wir setzen uns hin, wir sind da – und wir bleiben“, brachte es Hospiz-Koordinatorin Mirela Wollner auf den Punkt. Das wertvollste Geschenk der haupt- und ehrenamtlichen Helfer ist Zeit, Aufmerksamkeit und Verlässlichkeit, die Sterbenden Würde und menschliche Nähe bis zuletzt garantieren.

Ein vielfältiges Programm nimmt die Berührungsängste

Wie bunt und vielschichtig diese Begleitung im Alltag aussieht – von der Kinder- und Jugendhospizarbeit über das stationäre Hospiz bis hin zur Trauerbegleitung –, zeigten Impulsvorträge der regionalen Träger. Das Sensemble-Theater rundete den Auftakt im Annahof schließlich mit einer fulminanten Impro-Show ab.

Unter dem Motto „Wir begleiten Leben. Fachlich stark. Menschlich nah.“ möchte die Aktionswoche noch bis zum Samstag, 17. Oktober, Berührungsängste abbauen. Auf dem Programm stehen Kino, Theater, Mitmach-Aktionen, Vorträge, Tage der offenen Tür und sogar ein „Glücksrad“.


Das vollständige Veranstaltungsprogramm der Aktionswoche ist online abrufbar unter: hospizwoche-augsburg.de.