Modularfestival: alle zwei Jahre drei Tage Popkultur
Stadtjugendring setzt bei der Finanzierung auf kostenlosen Eintritt und freiwillige Spenden
Von Frank Heindl
Auf der Pressekonferenz vor einigen Wochen war Raphael Brandmiller noch voller Stolz. In Anwesenheit von OB Kurt Gribl und Kulturbürgermeister Peter Grab hatte der Vorsitzende des Augsburger Stadtjugendrings das Programm des diesjährigen Modular-Festivals den Medien vorgestellt. Am kommenden Donnerstag startet das Modular – Brandmiller freute sich, diesmal das Vorjahr „um einiges zu toppen“, kündigte an, Augsburg stünden „drei tolle Tage bevor.“ Außerdem betonte er, das Modularfestival, das 2012 zum vierten Mal stattfindet, habe bereits eine „hohe Haltbarkeit“ bewiesen: „Normale Festivals haben nur eine Haltbarkeit von dreimal!“
Die Haltbarkeit von Modular dürfte sich möglicherweise noch erhöhen – denn zukünftig reichen vier Festivals wohl für acht Jahre. Derzeit steckt das Festivalteam mitten in den Vorbereitungen – doch die Stimmung wird getrübt durch die Stadtratsbeschlüsse vom Donnerstag: Auch das Modular fällt unter das modifizierte Biennale-Konzept von Kulturreferent Peter Grab: es soll in Zukunft nur noch im zweijährigen Rhythmus stattfinden.

„Das ist es mir wert!“ – die Modular-Veranstalter hoffen, dass viele Besucher von den selbstgestempelten Spendentütchen Gebrauch machen.
Zumindest im laufenden Jahr und noch zu alten Etat-Bedingungen hat das Team um Festivalleiter Stefan Sieber ein sehr vielfältiges und, was die Finanzierung anbelangt, auch wagemutiges Programm zusammengestellt, dessen Konzept in Zeiten der Sparbeschlüsse zukunftsweisend sein könnte: Das Festival ist nämlich neben städtischen Zuschüssen und Sponsorengeldern auf Einnahmen aus Spenden angewiesen – der Eintritt zu fast allen Veranstaltungen des Festivals ist dafür kostenlos. 20.000 Spendentüten hat das Modular-Team nicht nur bestellt, sondern auch eigenhändig gestempelt: „Danke für deine Unterstützung. Ohne dich geht’s nicht“ grüßt das Festival freundlich seine Besucher aus allen Programmheften, in die das kleine Tütchen eingeklebt ist. „Die direkteste Art der Partizipation“ nennt Raphael Brandmiller diese finanzielle Beteiligung des Publikums: Wer das Festival mag, sollte auch zahlen, und wer nicht zahlt, der tut nichts für den Fortbestand von Augsburgs einzigem spezifischen Festival der Jugend- und Popkultur. Der Appell an den Geldbeutel der Besucher kommt trotzdem „nicht als aggressive Charity-Veranstaltung“ (Brandmiller), sondern als höflich-bescheidene Bitte daher. (mehr …)