Das „Gratis“-Märchen: Wenn Zehntausende für eine noch teurere Rechnung klatschen
Während in den deutschen Metropolen zehntausende Aktivisten unter dem Jubel von Greenpeace und Campact für eine noch schnellere Energiewende trommeln, zeigt sich ein faszinierendes Phänomen moderner Massenpsychologie: Man demonstriert leidenschaftlich für die Beschleunigung eines Projekts, dessen wahre Kosten man offenbar gar nicht kennen möchte.
Kommentar von Bruno Stubenrauch
„Erneuerbare Energien verteidigen“: Demo am 18. April (Symbolbild)
Die bunte Welt der Slogans
In München und Köln werden Plakate hochgehalten, die behaupten, Sonne und Wind bräuchten keine komplizierten Handelswege. Was auf den Schildern fehlt, ist der kleingedruckte Teil der Wahrheit: Sonne und Wind brauchen stattdessen Milliarden aus dem Bundeshaushalt, um die Stromrechnung künstlich unter der 40-Cent-Marke zu halten. Während die Menge gegen „fossile Bedrohungen“ skandiert, scheint niemand zu merken, dass sie gerade für die Ausweitung einer „10-Cent-Lücke“ demonstrieren, die am Ende vom Steuerzahler – also ihnen selbst – geschlossen werden muss.
Der Spielverderber mit dem Taschenrechner
Kontrastprogramm in Berlin: Fernab der bunten Trommelgruppen sitzt der AfD-Abgeordnete Raimond Scheirich und tut etwas, das in der aktuellen Stimmung fast schon als unhöflich gilt – er verlangt Zahlen. Während die Demonstranten „Signale“ an das Wirtschaftsministerium senden, liefert die Antwort der Regierung auf Scheirichs Anfrage die nüchterne Quittung: Der Strompreis ist nur deshalb nicht bei fast 50 Cent, weil die Regierung das Geld heimlich aus der anderen Tasche der Bürger zieht.
Moral schlägt Mathematik
Es ist ein bizarres Schauspiel: Auf der Straße fordern gutgläubige Bürger von Ministerin Reiche ein höheres Tempo für ein System, das sich ökonomisch längst in der Sackgasse befindet. Sie kämpfen für einen Ausbau, der die Netzentgelte weiter in die Höhe treiben wird, während sie gleichzeitig glauben, für „günstigen“ Ökostrom zu stehen.
Am Ende bleibt das Bild einer gespaltenen Nation: Hier die „Generation Hoffnung“, die glaubt, Energie werde durch bloße Willenskraft bezahlbar – und dort die nüchterne Opposition, die schwarz auf weiß belegt, dass die Energiewende längst zu einem 50-Milliarden-Euro-Subventionsgrab geworden ist, das nur noch durch buchhalterische Tricks am Leben erhalten wird.
„Energiewende-Lüge“: AfD-Politiker kritisiert versteckte Stromsubventionen
