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Freitag, 26.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Gesellschaft

Wald- und Wiesenrauferei in Gessertshausen: Stöcke statt Bildschirm

Zum zweiten Mal verwandelte sich das Gelände der Blue Waves II Jugend­arbeit gUG in Gessertshausen in einen Ort echter Begegnung. Bei der Wald- und Wiesen­rauferei am 21. Juni kamen Familien aus der ganzen Region zusammen – mit einer Alters­spanne von 6 Monaten bis 78 Jahren.

Von Bruno Stubenrauch

Der Stock bleibt immer unter Hüfthöhe: Ziel ist es, den Gegner leicht an der Wade zu berühren

Handys blieben in der Tasche, dafür wurden Stöcke geschwungen: Die zweite Auflage der Wald- und Wiesen­rauferei in Gessertshausen war ein Fest für drei Generationen. Familien aus der Region, aber auch aus Stuttgart und München, folgten der Einladung auf das weit­läufige Outdoor-Gelände.

Im Mittel­punkt stand das respekt­volle Stockkampf-Spiel, inspiriert von der Wildnis- und Erlebnis­pädagogik: kein Wett­kampf um Punkte, sondern ein acht­sames Geschick­lichkeits­spiel mit klaren Regeln. Ob im 1:1-Duell auf dem erhöhten Balance­stamm oder im großen Feld­spiel auf der Wiese – gerauft, gerannt und gelacht wurde überall. Zwei Brüder (8 und 12 Jahren) waren sich nach dem Spiel einig: „Das wollen wir nochmal machen.“

Greifvögel auf Augenhöhe

Ein besonderes Highlight war der Besuch der natur­nahen Falknerei FalkenArt, die mit drei Greif­vögeln eine seltene Natur­begegnung ermöglichte. Klein und Groß durften aus nächster Nähe staunen. „Es war ein erhabenes Erlebnis, einem Falken so nah in die Augen schauen zu können“, berichtete ein 40-jähriger Teil­nehmer.

Drei Generationen, ein Nachmittag

Was die Veranstaltung besonders machte, war das gemeinsame Erleben über Alters­grenzen hinweg. Ein 76-jähriger Groß­vater, der mit Kindern und Enkeln angereist war, fasste es so zusammen: „Wir sind mit drei Generationen gekommen und hatten als Familie eine wunder­volle Zeit. So etwas ist sehr selten geworden.“ Ein Vater berichtete von einem unge­wohnten Bild: „Ich habe meinen 11-Jährigen lange nicht mehr so erlebt – ein ganzer Nachmittag, und er wollte nicht einmal an sein Handy.“

Den Abschluss bildeten Tombola, gemeinsames Grillen am Lager­feuer und Live-Musik – ein stimmungs­voller Ausklang eines Tages ganz im Zeichen von Bewegung, Respekt und echtem Mit­einander.

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