DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Mittwoch, 15.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Gesellschaft

EU-App für anonymen Alterscheck ist fertig – Deutschland geht eigenen Weg

EU-Kommissions­präsidentin Ursula von der Leyen hat am Mittwoch, 15. April 2026, die technische Fertig­stellung einer euro­päischen App zur Alters­veri­fikation verkündet. Deutschland verfolgt jedoch einen eigenen Ansatz.

Von Bruno Stubenrauch

So könnte die EU-Alters-App aussehen, aber nicht in Deutschland (Screenshot Video Github)

Hintergrund für die Alters­veri­fika­tion ist der Digi­tal Ser­vices Act (DSA), der Platt­formen zum Schutz Minder­jäh­riger ver­pflich­tet. Die EU-App soll voll­kommen ano­nym funk­tio­nieren und Plattf­ormen wie TikTok oder Insta­gram künf­tig keine Aus­reden mehr für man­geln­den Jugend­schutz liefern.

Die App basiert auf dem Prin­zip der „Zero-Know­ledge-Proofs“: Sie be­stä­tigt der Platt­form nur, dass der Nutzer über 18 Jah­re alt ist – ohne Namen, Foto oder ge­naues Ge­burts­datum zu über­mit­teln. Die Veri­fi­ka­tion er­folgt ein­malig über einen Aus­weis­ab­gleich, ähn­lich wie beim digi­talen Corona-Zer­ti­fi­kat. Der Quell­code ist offen ein­seh­bar (Open Source).

Deutschlands eigener Weg

Anders als etwa Frank­reich, Däne­mark oder Grie­chen­land hat Deutsch­land die EU-App nicht ge­testet. Statt­dessen setzt die Bundes­re­gie­rung auf eine ei­gene, deut­lich weiter­ge­hende Lö­sung: die „EUDI-Wallet“1) (Arbeits­titel für „Euro­pean Digi­tal Iden­tity Wallet“) – eine staat­liche digi­tale Brief­tasche für das Smart­phone, die weit mehr kann als nur das Alter nach­weisen: Sie soll den digi­talen Perso­nal­aus­weis, Führer­schein, Bil­dungs­ab­schlüsse und andere Nach­weise rechts­sicher speichern.

Die „EUDI-Wallet“ soll dabei eng mit der bereits exi­stie­ren­den BundID verzahnt werden – das zentrale Nutzer­konto für Ver­waltungs­lei­stungen mit knapp fünf Milli­onen aktiven Konten. Ziel ist es, dass alle rund 1.800 an die BundID ange­bundenen Online-Dienste (etwa für Eltern­geld, BAföG oder Kfz-Zu­lassung) künftig auto­matisch mit der „EUDI-Wallet“ zusammen­arbeiten. Ein Pilot­projekt mit Sachsen testet diese Ver­zahnung bereits.


1) Die novellierte eIDAS-Verordnung (eIDAS 2.0) verpflichtet alle EU-Mitgliedstaaten, bis Ende 2026 eine solche digitale Brieftasche bereitzustellen. Ein genauer Name für die finale deutsche App steht noch nicht fest.

gesamten Beitrag lesen »



Zwischen Gerichtsurteil und „Gegen­öffentlichkeit“: Der Fall Philip W.

Ein Bericht der Augsburger Allgemeine (AZ) hat eine kontroverse Debatte über die Personal­politik des AfD-Land­tags­abge­ordneten Andreas Jurca ausgelöst. Während die Zeitung über die Beschäf­tigung eines verurteilten Verge­waltigers berichtet und Jurca selektive Empörung vorwirft, kontert dieser in einem eigens produ­zierten Podcast mit dem Vorwurf einer einseitigen Presse­kampagne. Von Bruno Stubenrauch Die AZ veröffentlichte am 2. April 2026 […]

gesamten Beitrag lesen »



Raus aus der Bubble

Menschen treffen – Meinungen verstehen Zum zweiten Mal bieten die drei Initia­torinnen Gabriele Steininger, Marianne Mors und Isabella Geier in der Stadt­bücherei gesell­schaft­lich inter­essier­ten Menschen die Möglich­keit, mit anderen ins Gespräch zu kommen. In kurzen Gesprächsrunden kommen Menschen mit unter­schied­lichen Per­spek­tiven zusammen – nicht zum Disku­tieren oder Überzeugen, sondern zum Zuhören, Erzählen und Wahrnehmen. Die […]

gesamten Beitrag lesen »



Omas for Future kennenlernen

Die Initiative „Omas for Future“ versteht sich als engagierte Stimme der Generation 50+, die ihre Lebens­erfahrung für gesell­schaft­lichen Wandel einbringt. Ziel ist eine nachhaltige Welt im Einklang mit der Natur, in der auch künftige Genera­tionen gut leben können. Von Bruno Stubenrauch Im Fokus stehen Aufklärung und Moti­vation der Bevöl­kerung zu nach­haltigem Handeln – mit konkreten, […]

gesamten Beitrag lesen »



Das Feuer der Unbeugsamen: Eine Weltgeschichte des Newroz

Von den zoroastrischen Wurzeln zur politischen Identität Heute, am 21. März 2026, erreicht die Sonne den Äquator. Tag und Nacht halten sich für einen flüchtigen Moment die Waage, bevor das Licht die Herrschaft über die Finsternis übernimmt. Es ist die astronomische Tagundnachtgleiche – ein Ereignis, das für über 300 Millionen Menschen zwischen dem Balkan, dem […]

gesamten Beitrag lesen »



Augsburg schreibt Zukunftspreise 2026 aus

Die Stadt Augsburg vergibt auch 2026 wieder die Augsburger Zukunftspreise. Ausgezeichnet werden sechs Projekte mit jeweils 1.000 Euro Preisgeld. Von Bruno Stubenrauch Grafik: Stadt Augsburg, Flyer Bewerben können sich Initiativen, Vereine, Unternehmen, Schulen, Institutionen sowie Einzelpersonen – auch Eigenbewerbungen sind möglich. Die Bewerbung kann online erfolgen; Bewerbungsschluss ist der 5. Mai. Vier Preise werden in […]

gesamten Beitrag lesen »



Die Augsburger Antwort: Engagement statt Quote

In der Diskussion, die sich an Heribert Prantls Vortrag am 4. März 2026 im Augustanasaal anschloss, stellte der Augsburger Stadtrat Serdar Akın eine Frage, die wie ein Echo auf den Vortrag wirkte und zugleich eine sehr konkrete lokale Wirklichkeit berührte: Wie kann es sein, dass nahezu die Hälfte der Augsburger Stadt­gesellschaft – jene mit Migrations­biografie – […]

gesamten Beitrag lesen »



Vesperkirche Augsburg lädt wieder an „einen Tisch“

Unter dem Motto „Alle an einem Tisch“ öffnet die Vesperkirche Augsburg auch 2026 wieder ihre Türen. Von Sonntag, 1. März, bis Sonntag, 15. März, wird die evangelisch-lutherische St. Paul in der Fröbel­straße 1 erneut zum Ort der Begegnung und Gemein­schaft für Menschen aus Augsburg und der Region. Von Bruno Stubenrauch Symbolbild Eröffnet wird die 15-tägige Aktion am 1. März um […]

gesamten Beitrag lesen »



Wer wir wirklich sind: Eine Entdeckungsreise durch die vielen Gesellschaften unserer Stadt

Gastbeitrag von Sait Içboyun „Migranten aus Stein“: Aus Spanien und Portugal importiertes Pflaster am Königsplatz trotzt der Augsburger Witterung Am Königsplatz, dort, wo das Herz der Stadt am lautesten schlägt, herrscht an den Flanken eine seltsame Totenruhe. Inmitten dieser Szenerie stehen die Fahrräder, die niemand mehr will. Sie lehnen in den Ständern wie müde Trinker […]

gesamten Beitrag lesen »



Augsburger Friedenspreis verliehen

Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentral­rats der Juden in Deutsch­land, wurde am Montag, 17. November mit dem „Preis Augs­burger Friedens­fest“ aus­gezeichnet. Die Ehrung würdigte Schusters Einsatz für den inter­religiösen Dialog und gegen Anti­semitismus. OB Eva Weber, Dr. Josef Schuster (2.v.links), Prof. Dr. Norbert Lammert (Mitte), Landes­bischof Christian Kopp und Dekan Frank Kreiselmeier (rechts) – Bild: Ruth […]

gesamten Beitrag lesen »