SPD fordert „Wohnen für Hilfe“ in Augsburg
Generationen-Deal gegen Wohnungsnot
In Augsburg ist bezahlbarer Wohnraum für Studierende Mangelware, während viele Senioren in zu groß gewordenen Wohnungen leben und im Alltag Unterstützung gebrauchen könnten. Die SPD-Stadtratsfraktion will diese beiden Probleme nun mit einem bewährten Konzept zusammenführen: Dem Projekt „Wohnen für Hilfe“.
Von Bruno Stubenrauch
Wenn die Wohnung zu groß wird: Altbau im Beethovenviertel (Symbolbild)Das Prinzip ist simpel: Studierende ziehen bei Seniorinnen oder Senioren ein. Statt einer klassischen Kaltmiete leisten sie Unterstützung im Alltag – etwa beim Einkaufen, Putzen oder als Begleitung zu Arztterminen. Als Faustregel gilt oft: Eine Stunde Hilfe pro Monat für einen Quadratmeter Wohnraum. Lediglich die Nebenkosten werden finanziell abgegolten. Wichtig dabei: Pflegerische Leistungen sind explizit ausgeschlossen.
Hilfe im Alltag statt hoher Miete: Gewinn für beide Seiten
Für Fraktionschef Dr. Florian Freund ist das Projekt längst überfällig. Er sieht die Stadt in der Pflicht, auf das Studierendenwerk und gemeinnützige Träger zuzugehen: „Es braucht eine professionelle Vermittlungsstelle, die alle Parteien prüft und bei Konflikten als Ansprechpartner dient“, so Freund.
Auch wenn das Projekt die allgemeine Wohnungsnot in der Fuggerstadt nicht im Alleingang lösen wird, betont der baupolitische Sprecher Gregor Lang die Bedeutung für die Zielgruppe: „Gerade Studierende tun sich am Wohnungsmarkt besonders schwer. Hier schaffen wir eine zusätzliche, bezahlbare Option.“
Kampf gegen die Einsamkeit

Sieglinde Wisniewski auf einem aktuellen Wahlplakat der SPD
Neben dem pragmatischen Nutzen steht der soziale Aspekt im Fokus. Sieglinde Wisniewski, SPD-Vertreterin im Seniorenbeirat, sieht darin eine Chance gegen die Vereinsamung im Alter: „Vielen Senioren fehlt Unterstützung im Haushalt, und Angehörige kommen oft an ihre Grenzen. Die Studierenden könnten hier eine echte Hilfe sein.“
Wisniewski mahnt jedoch auch eine sorgfältige Begleitung an, da das Teilen der eigenen vier Wände mit anfangs Fremden eine psychologische Hürde darstelle. Eine verlässliche Betreuung des Projekts sei daher Grundvoraussetzung für den Erfolg in Augsburg.




