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Sonntag, 06.09.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

5. Sinfoniekonzert: Heroisches in unheroischen Zeiten

Wenn zweimal Beethoven auf dem Programm steht, strömt das Konzertpublikum in die Kongresshalle. So war es auch bei diesem 5. Sinfoniekonzert der Augsburger Philharmoniker, das praktisch an beiden Abenden ausverkauft war. Orchester, Chor und Solisten huldigten Beethoven mit Leidenschaft.

von Halrun Reinholz

Auf Domonkos Héja und seine Musiker ist Verlass, das weiß man inzwischen in Augsburg. Da lässt man sich gerne auch mal auf Experimente ein, wie das Eingangsstück der 1954 geborenen britischen Komponistin Judith Weir mit dem Titel: „Heroic Strokes of Bow“, heroische Bogenstriche also. Tatsächlich dominieren die Streicher mit ungewöhnlichen, abgehackten Klängen, die an Schläge erinnern. Dazwischen aber auch Melodisches, Bläser, Pauken. Judith Weir hat oft literarische Vorlagen für ihre Kompositionen, in diesem Fall ist es ein Bild, ein Werk des Malers Paul Klee, das genau so heißt, „Heroische Bogenstriche“. Klee selbst hat da an Geigen gedacht. Und Judith Weir bringt das „Heroische“ selbst in Bezug zu Beethoven, indem sie die Tonart der „Eroica“ wählt.

Foto: Halrun Reinholz

Evgeny Konnov und Augsburger Philharmoniker © Jan-Pieter Fuhr

Ein erhebendes Klangerlebnis
Doch davor noch ein anderer Beethoven: Die Fantasie für Klavier, Chor und Orchester, opus 80. Ein eher kurzes Stück, das einiges an Aufwand erfordert: Einen großen Chor, sechs Solisten und einen Pianisten. Letzterer ist Evgeny Konnov, dem Augsburger Publikum wohlbekannt als früherer „artist in residence“. Der 32-Jährige beweist auch diesmal, dass er sein Instrument mit Leichtigkeit beherrscht und gut mit Orchester und Chor harmoniert. Was dieser singt, erinnert an die „Ode an die Freude“ aus der Neunten von Beethoven, doch ohne den Verbrüderungstext von Schiller. Stattdessen huldigt hier der Dichter Christoph Huttner der Kunst: „Schmeichelnd, hold und lieblich klingen/unsers Lebens Harmonien/und dem Schönheitssinn entschwingen/Blumen sich, die ewig blüh`n.“ Der Opernchor des Staatstheaters und der ambitionierte Philharmonische Chor unter der Leitung von Wolfgang Reß, der traditionell einmal pro Spielzeit ein Sinfoniekonzert mitgestaltet, haben nur einen kurzen Einsatz. Auch die Solisten Jihyun Cecilia Lee und Masumi Ishii (Sopran), Kate Allen (Alt), Sung Min Song und László Papp (Tenor) sowie Kihoon Han (Bass) bleiben im Hintergrund und verschmelzen mit dem Chor. Dennoch ein erhebendes Klangerlebnis, das so mancher wohl als zu kurz empfand. Auch die Musiker, denn sie wiederholen die Chorpartie im Dialog mit dem Pianisten zur Begeisterung des Publikums als Zugabe. Auch Beethoven wird das Stück wohl zu kurz vorgekommen sein, bei der Uraufführung kombinierte er es mit einer Reihe weiterer Werke, nämlich den Uraufführungen seiner 5. und 6. Sinfonie, dem Klavierkonzert Nr. 4 und Teilen der C-Dur-Messe. Die insgesamt vierstündige Aufführung im unbeheizten Konzertsaal wird dem Publikum einiges an Geduld abverlangt haben und nicht unbedingt in positiver Erinnerung geblieben sein. Ein zeitgenössischer Kritiker befand, dass man auch „des Guten zu viel“ haben kann.

Beethoven hören, um nicht an der Welt zu verzweifeln
Nach der Pause dann die „Eroica“, mit der Beethoven seinerzeit nach der 2. Sinfonie durchaus neue musikalische Wege gegangen ist. Bekannt ist die ursprüngliche Widmung an Napoleon Bonaparte, den Beethoven glühend verehrte. Als er von der Selbstkrönung seines Helden erfuhr, soll er „in Wuth“ geraten sein, danach urteilte er enttäuscht: „Nun wird er auch alle Menschenrechte mit Füßen treten, nur seinem Ehrgeize fröhnen; er wird sich nun höher als alle anderen stellen, ein Tyrann werden.“ Die Sinfonie wurde sozusagen zu einer „neutralen“ Heldensinfonie, was ihrer Qualität und ihrer Wirkung auf die Menschen seit Jahrhunderten keinen Abbruch tut. Auch dieser Konzertabend entließ das Publikum mit heroischen Gefühlen, ungeachtet der unheroischen Realitäten im politischen Alltag. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum man sich Beethoven immer wieder anhören muss: Um nicht an der Welt zu verzweifeln.

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Brechtfestival 2024: No Future – Format mit Zukunft!

Gastkommentar von Peter Bommas Im Vorfeld belächelt von den Brechtexegeten, gedisst von den Brechtexpertinnen und Brechtexperten und mit leichtem Bauchgrimmen erwartet von den ob ihres Mutes wirklich zu lobenden städtischen Verantwortlichen. Und dann der Ernstfall – ein echtes Mit-Mach-Festival im Wertachviertel, am Rand von Oberhausen und nahe an Brechts heimlicher Liebe, dem Plärrer. Der Kraftklub […]

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Höchst aktuell beim Brechtfestival:
 „Memoria“ – ein beklemmendes Stück über das Schlechte im Menschen

von Halrun Reinholz Die Aktualität holt das Brecht-Festival ein: Wenige Tage nach dem Tod des Kreml-Kritikers Nawalny und am Tag der Verhaftung des Menschenrechtlers von Oleg Orlow zu zweieinhalb Jahren Haft steht auf der Brechtbühne „Memoria“ auf dem Spielplan, ein dokumentarisches Stück von Nana Grinstein über die Verbrechen des stalinistischen Regimes, das allerdings auch naheliegende […]

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Brechtfestival mit Şeyda Kurt: In einer Blase aus Hass und Selbstbespiegelung

Die freie Journalistin und Autorin Şeyda Kurt war zu Gast beim Brechtfestival um das „widerständige Gefühl“ Hass „aus der Verbannung“ zu holen. Zur Tragweite ihrer Thesen wäre eine Diskussion wünschenswert gewesen. Auch hinsichtlich der programmatischen Ausrichtung des Brechtfestivals stellen sich Fragen. Kommentar von Alexander Meyer und Bernhard Schiller Şeyda Kurt promotet ihr aktuelles Buch „Hass“ […]

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FCA: Fortsetzung des Frühlingsmärchens

Im Stadion am Böllenfalltor bei den Darmstädter Lilien gelang dem FCA am 24. Spieltag ein 6:0 Kantersieg. Bei diesem höchsten Auswärtssieg seiner Bundesligahistorie stellte der FCA weitere Bestmarken auf und dürfte sich vorzeitig aller Abstiegssorgen entledigt haben. Von Udo Legner FCA-Trainer Thorup hatte seine Startformation gegenüber dem letzten Heimspiel gegen den SC Freiburg auf zwei […]

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Siegfried Zagler ist gestorben.

Siegfried „Siggi“ Zagler ist am Samstag im Alter von 64 Jahren nach langer und schwerer Krankheit verstorben. Als Herausgeber, Chefredakteur und Autor kommentierte und prägte er mit seiner DAZ das sportliche, kulturelle und politische Leben in seiner Heimatstadt Augsburg über mehr als 15 Jahre in einzigartiger und nicht zu ersetzender Weise. Die DAZ verliert ihren […]

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„Judenhass Underground“ – Das Augsburger Friedensbüro veranstaltet am 5. März einen Diskussionsabend zum Antisemitismus in linken Subkulturen

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Augsburg in der Tagesschau – And the show will go on!

Spätestens seit die Tagesschau über die Rekordbeteiligung bei der Kundgebung gegen Rechtsextremismus auf dem Rathausplatz – die DAZ berichtete –  und das Engagement des Augsburger Büros für gesellschaftliche Integration für mehr Demokratie und ein besseres Miteinander berichtete – sind Kundgebungen, Demonstrationen wie auch interkulturelle Kulturangebote Talk of the Town. von Udo Legner Die Gewerkschaft Verdi […]

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Deutsche Proteste
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Bei den Anti-AfD-Protesten inszenieren sich etliche als Widerstandskämpfer. Aus der Geschichte gelernt, wie es so gerne heißt, haben sie offenbar nicht. Der Kommentar erschien am 1. Februar 2024 zuerst in der jungle.world Die DAZ gibt ihn mit freundlicher Genehmigung des Autors unverändert wieder. Kommentar von Pascal Beck Die Freude ist groß in der Medienöffentlichkeit, der Stolz […]

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Mutter Courage im Martinipark

Die zwangsläufige Dynamik des Krieges von Halrun Reinholz Zum diesjährigen Brechtfestival hat das Theater Augsburg wieder mal ein Brechtstück auf dem Spielplan. Nachdem das Fehlen der Theaterpräsenz im letzten Jahr zum 125. Geburtstag Bertolt Brechts moniert worden war, wurde das sozusagen nachgeholt. Und so fand zur Eröffnung des Festivals zeitgleich auch die Premiere des Stückes […]

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Die informelle doppelte Eröffnung  zeigt interessante Ansätze, aber auch Befremdliches Von Halrun Reinholz Nun ist wieder Brechtfestival, zum zweiten Mal unter der Leitung   von Julian Warner. Die Eröffnung im Martinipark fiel mit der Premiere von „Mutter Courage“ zusammen. Im Gegensatz zum letzten Jahr, als das Festival Brechts 125. Geburtstag  feierte, ist das Theater diesmal […]

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DAZ heute

Kurznachrichten

FCA dreht das Spiel und stürmt an die Tabellenspitze



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Halbzeit: FCA liegt in Frankfurt mit 0:1 zurück



Der FC Augsburg geht mit einem 0:1-Rückstand bei Eintracht Frankfurt in die Pause. Die Gastgeber waren über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft, FCA-Torhüter Finn Dahmen verhinderte mehrfach einen höheren Rückstand. Frankfurt startete druckvoll und ging bereits in der 6. Minute durch Jonathan Burkardt in Führung. Augsburg fand zunächst kaum ins Spiel und hatte Glück, dass […]

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Volks­be­geh­ren „Macht auf Zeit“: ÖDP sam­melt letz­te Un­ter­schrif­ten am Mo­ritz­platz



Wie berichtet hat die Baye­ri­sche ÖDP wie­der ein Volks­be­geh­ren ge­star­tet. Un­ter dem Ti­tel „Macht auf Zeit“ geht es darum, die Amts­zeit des Baye­ri­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten auf zwei Amts­zei­ten – also 10 Jah­re – zu be­gren­zen. Der­zeit läuft bay­ern­weit die Samm­lung der für die Zu­las­sung er­for­der­li­chen 25.000 Un­ter­stüt­zungs­un­ter­schrif­ten. Von Bruno Stubenrauch Wie die Landes-ÖDP mitteilt, sei man […]

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Marktsonntag in Oberhausen: Tradition, Blaulicht und Musik am 6. September



Am Sonntag, 6. September 2026, verwandelt sich die Ulmer Straße in Augsburg-Oberhausen von 11 bis 18 Uhr zur großen Markt- und Begegnungsmeile. Die ARGE Oberhausen und die Werbe­gemeinschaft Oberhausen laden zum traditionellen Markt­sonntag zwischen Helmut-Haller-Platz und Wertachbrücke ein. Von Bruno Stubenrauch Festwagen der ARGE Oberhausen 2025 Händler mit Lebens­mitteln, Spezialitäten, Kleidung, Schmuck und Gewürzen, dazu Vereine, Parteien, […]

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Ach­tung Stadt-Ter­mi­ne: Re­ser­vie­rung lief ins Lee­re



Bei der On­line-Ter­min­re­ser­vie­rung von Terminen bei der Stadt Augsburg gab es eine Stö­rung beim An­bie­ter. Alle zwi­schen Mon­tag, 31. Au­gust, und Don­ners­tag, 3. Sep­tem­ber, ge­buch­ten Ter­mi­ne könn­ten be­trof­fen sein. Die Ter­mi­ne wur­den nicht an die Stadt Augs­burg über­mit­telt. Be­trof­fe­ne wer­den ge­be­ten, ihren Mail-Ein­gang zu über­prü­fen. Nach der Bu­chung be­kom­men Bür­ge­rin­nen und Bür­ger nor­ma­ler­wei­se eine E-Mail […]

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