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Dienstag, 21.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

FCA: Ein angebrochener Finger ist kein Beinbruch

Nach dem glücklichen, aber nicht unverdienten 1:1 gegen Werder Bremen am gestrigen Freitag schließt sich für den FCA wie bei einer mathematischen Beweisführung der Kreis: Augsburg ist in der Bundesliga angekommen.

Von Volker Ullrich



FCA vs. Werder Bremen: Pizarro erzielt in der 68. Minute nach einem Eckball mit dem Kopf den Ausgleich (Foto: TF).

Erst entsteht ein Verdacht, dann die siegt die Gewissheit. Verdächtig, ein Bundesligist werden zu können, war der FCA zum ersten Mal gegen Bremen. Damals vor Jahresfrist im DFB-Pokalhalbfinale, als mehrere Tausend FCA-Fans den Weg an die Weser fanden. Mit Sonderzügen und für die ganz Eiligen mit einem Sonderflugzeug. Die Mannschaft spielte gut, verlor unglücklich, wurde aber dennoch von ihren Fans gefeiert. – Am gestrigen Abend gegen Bremen hat sich der Verdacht bestätigt. Augsburg ist in der Bundesliga angekommen. Ausverkauftes Haus, ein Spiel mit einer Spitzenmannschaft der Bundesliga auf Augenhöhe, lautstarke Unterstützung von den Rängen und ein vielleicht glücklicher, aber niemals unverdient erkämpfter Punkt.

Haben die „All Blacks“ die Augsburger inspiriert?

Das Einlaufen der Mannschaften begann mit einer optischen Überraschung. Der FCA war ganz in schwarz gekleidet, mit einem blutroten Streifen auf der Brust. Welch ein Gegensatz zum so gewohnten Weiß bei Heimspielen. Haben etwa die im morgigen Endspiel der Rugby-Weltmeisterschaft stehenden Neuseeländer die Augsburger inspiriert? Die neuseeländische Rugby-Nationalmannschaft wird ehrfürchtig „All Blacks“ genannt. Sie ist ganz in schwarz gekleidet und schickt sich an, zum ersten Mal eine Weltmeisterschaft auf heimischen Boden zu gewinnen.  Ausreichend Farbsymbolik also, damit auch die Augsburger „All Blacks“ den ersten Bundesligasieg auf heimischen Boden erreichen können.



Der Autor



Gastautor Dr. Volker Ullrich ist Ordnungsreferent der Stadt Augsburg. FCA-Fan ist Ullrich seit seiner Kindheit. Damals war der FCA zweitklassig. Zwischen 2002 und 2005 gehörte Ullrich zu den „gerechten Dreitausend“, die den FCA bei Wind und Wetter in der Regionalliga unterstützten. „Meine Großeltern wohnten gleich neben dem Rosenaustadion. In der CSU-Stadtratsfraktion war ich ab 2004 einer der großen Verfechter des Neubaus der Arena auf dem Lechfeld“, so Ullrich zur DAZ.

 

Von der farblichen Gewandung abgesehen, war es die „Mainzer Mannschaft“, welche den Platz betrat. Ein angebrochener Finger ist kein Beinbruch. Und so war auch Simon Jentzsch auf seinem Posten zwischen den Pfosten. Bei Werder Bremen rückte Rotsünder Tim Wiese wieder in die Startelf, zwar nicht im rosafarbenen Leibchen, dafür ebenso gekonnt stilunsicher in einer gelb-blauen Kombination.

Erste Halbzeit: torlos aber nicht ereignisarm

Es entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein munteres, aufgewecktes Bundesligaspiel mit klarer Rollenverteilung. Bremen kontrollierte die Kugel. Später werden Statistiker ausgewertet haben, dass der Ballbesitzanteil der Werderaner bei etwa 70% lag. Statistik mit wenig Beweiswert, da FCA und Werder Bremen zwar gemeinsam auf dem Platz standen, aber völlig unterschiedlichen Fußball spielten. Einem vorsichtig aus der Defensive agierendem FCA stand eine nach vorne spielende Bremer Mannschaft gegenüber. Ein Tor gelang niemandem, auch wenn es möglich gewesen wäre. Rosenberg köpfte in der 21. Minute an die Querlatte. Jentzsch rettete Minuten später gegen Hunt. Minuten vor der Halbzeit scheiterte Bellinghausen noch an Tim Wiese. Torlos, aber nicht ereignisarm.

Die Möglichkeit des ersten Heimsiegs lag in der kalten Luft

Kurz nach der Pause bebte die SGL-Arena. Bremens Andy Wolf vertändelte leichtsinnig gegen Sascha Mölders den Ball. Mölders versucht diese Taktik der kleinen Nadelstiche übrigens das ganze Spiel hindurch. Dieses Mal hatte er Erfolg. Seinen anschließender Pass auf Bellinghausen verwandelte dieser zu einem sehenswerten und weithin über das Lechfeld hörbaren Tor. – Die Möglichkeit eines ersten Heimsiegs lag in der kalten Luft. Der Bremer Trainer Thomas Schaaf reagierte, indem er in der 58. Minute für Marko Marin den Stürmer Sandro Wagner brachte. Erst durch seine Auswechslung fiel übrigens auf, dass das einstige Dribbelwunder Marko Marin überhaupt auf dem Platz stand.

Die Bremer machten weiter Druck und der FCA musste sich in der 68. Minute sodann der unausweichlichen Tatsache des Ausgleichs durch ein Kopfballtor von Claudio Pizarro stellen.  Folge der Egalisierung war nicht nur das Zerplatzen des Traums vom ersten Heimsieg, sondern auch die weitgehende Einstellung des Spiels nach vorne. Als auch noch Werner für Bellinghausen eingewechselt wurde, kam erschwerend hinzu, dass kein Ball nach vorne mehr ankam.

Fingerspitzengefühl hält das Unentschieden

Die Präzision des Zuspiels war aber in der eigenen Hälfte noch gesichert. Vielleicht auch deswegen, weil die Spieler des FCA trotz drückender Überlegenheit der Bremer weitere Strecken liefen und immer schon dort waren, wo ein Bremer hinwollte. Und wenn sich dennoch eine Lücke für einen Bremer Schuss auftat, dann warf sich Simon Jentzsch in die Bahn, wie in der 76. und 81. Minute gegen Pizarro geschehen, und verhinderte somit zwar eine baldige Genesung seines Fingers, aber auch das Siegtor von Werder Bremen. In den hektischen Schlussminuten kam Bremen weder durch einen Freistoß, noch durch den Schiedsrichter zum Erfolg, der einen Strafraumflug von Pizarro nicht als elfmeterwürdig bewertete.

Die Augsburger „All Blacks“ haben dieses Heimspiel nicht gewonnen. Sie hätten es vor Monatsfrist aber noch verloren und nähren die Hoffnung, dass der baldige Heimsieg nicht mehr lange auf sich warten lässt. Eine Botschaft hinterlässt der Fußball-Abend obendrein. Keine Mannschaft der Bundesliga kann in die SGL-Arena fahren und mal eben drei Punkte entführen. Denn der Kreis hat sich geschlossen und der FCA ist in der Bundesliga angekommen. Ein schöneres Geschenk hätte sich Walther Seinsch zu seinem 70. Geburtstag gar nicht wünschen können.

FCA: S. Jentzsch; – D. Reinhardt; U. Möhrle; S. Langkamp; H. Hosogai; – A. Gogia; J. Callsen-Bracker; D. Baier; L. Davids; A. Bellinghausen; – S. Mölders.

Eingewechselt: T. Werner (63.); E. Kapllani (87.); D. Brinkmann (46.)

Ausgewechselt: A. Gogia (46.); A. Bellinghausen (63.); S. Mölders (87.)

Auswechselbank: M. Amsif (TW); G. Sankoh; J. De Roeck; N. Rafael

Tore:

1:0 Axel Bellinghausen (49.)

1:1 Claudio Pizarro (68.)

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