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Montag, 13.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Am Scheideweg

Es ist nicht auszuschließen, dass das Projekt Hoffenheim scheitert

Von Jochen Mack



Es soll nicht darum gehen, alle Spiele des FCA in dieser Bundesligasaison als „Schicksalsspiele“ zu stilisieren. Auch für das Spiel gegen die TSG Hoffenheim am morgigen Samstag gilt: Falls der FCA punkten sollte (was durchaus möglich erscheint), wird die Vermeidung des Abstiegs ein gigantischer Kraftakt bleiben, und falls er verliert, hat die Mannschaft noch viele Möglichkeiten, den ungeliebten Montagsspielen in der zweiten Liga zu entrinnen. Deshalb findet in Hoffenheim kein Schicksalsspiel statt, sondern ein schweres Auswärtsspiel, wie noch viele folgen werden.

Die Überschrift bezieht sich vielmehr auf den Gegner, die TSG Hoffenheim. Und auch dort ist mit der Überschrift nicht der aktuelle Tabellenstand gemeint, obgleich dieser einen solchen Gedanken nahelegen könnte: Von Platz sechs sind die Kurpfälzer sieben Punkte entfernt, von Platz 16 aber nur fünf. Nicht Fisch nicht Fleisch mit denkbaren Entwicklungen in jede Richtung.

Von der Kreisliga in die Bundesliga

Am Scheideweg steht aber vielmehr der ganze Verein. Es begann wie eine dekadente Wette zu vorgerückter Stunde am Milliardärs-Stammtisch: „Wetten, dass ich es schaffe, meinen Dorfverein von der A-Klasse in die Bundesliga zu bringen …?“ Und tatsächlich: Die Hoffenheimer stiegen mit massiver finanzieller Unterstützung des Milliardärs Dietmar Hopp, der mit seiner Software-Firma SAP reich geworden ist, innerhalb von 17 Jahren von der Kreisliga A in die Bundesliga auf.

Der Verein besitzt auch eine eigene Arena, die zehnmal mehr Menschen fasst, als der Ort Hoffenheim Einwohner zählt. Der Stadtteil von Sinsheim hat etwas mehr als 3.000 Bürger, ist also deutlich kleiner als Pfersee oder Göggingen.

Es wäre aber zu einfach, die TSG Hoffenheim darauf zu reduzieren, dass ein reicher Mäzen mit viel Geld eine erfolgreiche Legionärstruppe zusammengekauft hat, die dann auch Erfolge erzielt. Vielmehr wurde in Hoffenheim von Beginn an Wert auf eine umfassende und intensive Jugendarbeit gelegt. Mit Ralf Rangnick wurde ein Trainer geholt, der langfristige Ziele mit einem Verein verfolgen kann und es gelang, viele junge und talentierte Spieler an den Club zu binden. Das Ganze schien also sehr langfristig angelegt.

Der Zauber ist verflogen

Und so startete Hoffenheim dann auch nach sechs Jahren in der Regionalliga kräftig durch: Als Aufsteiger wurden die Kraichgauer Vizemeister in der zweiten Liga und machten auch in der Bundesliga Furore: In der ersten Saison wurden sie Herbstmeister und brachten als gewachsene Mannschaft den FC Bayern in der Allianz-Arena an den Rande einer Niederlage. Trotz einiger Rückschläge und der langfristigen Verletzung von Ibisevic schlossen sie ihre Bundesligapremiere noch auf dem siebten Platz ab.

Dieser Zauber ist verflogen. Mit Ibisevic ging einer der letzten aus der „Goldenen Generation“ (unter anderem mit Demba Ba, Obasi, Carlos Eduardo), sein Ex-Kollege Salihovic trägt sich mit Abwanderungsgedanken. Zurück bleibt ein verunsicherter Verein. Dafür stehen unter anderem die ehemaligen Nationalspieler Andreas Beck und Marvin Compper, die aber die ganz großen Hoffnungen nicht erfüllen konnten und seit Jahren in ihrer Entwicklung stagnieren.

Kann der FCA aus dieser Unsicherheit Kapital schlagen?

Jetzt stellt sich die Frage, ob es Hoffenheim wieder gelingt, ein „Projekt“ aus dem Verein zu machen und um die jungen Spieler mit Potential wie Sebastian Rudy eine neue starke Mannschaft zu formen, die mehr erreichen kann als einen Platz zwischen Baum und Borke. Da der Mäzen Dietmar Hopp offensichtlich nicht mehr gewillt ist, endlos viele Millionen in das kurzlebige Millionenspektakel Bundesligafußball zu stecken, ist auch nicht ausgeschlossen, dass das Projekt Hoffenheim scheitert und wieder in den Niederungen der nordbadischen Provinz landet.

Es wird interessant, ob der FCA aus dieser Unsicherheit Kapital schlagen und ob er die Chancen nutzen wird, die sich ihm sicher bieten werden. Und vielleicht treffen ja doch die Augsburger Sorgenkinder Mölders und Werner, die beim Hinspiel gegen Hoffenheim mit einem kläglichen Elfmeter und einem Schuss an den Innenpfosten ihre Endlosserien der vergebenen goldenen Chancen einläuteten. Es sieht aus, als wäre zumindest Sascha Mölders an einem Scheideweg. Insofern stimmt der Titel doch ein wenig auch für den FCA.

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