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Donnerstag, 22.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Kulturausschuss: Beschluss zu Sparmaßnahmen bei städtischen Veranstaltungsreihen

Der Kulturausschuss hat gestern gegen die Stimmen von SPD und Grünen breitgefächerte Sparmaßnahmen im Kulturbereich beschlossen. Die Einsparungen sollen vier Jahre gelten: von 2013 bis 2016.

Betroffen sind das Mozartfest, Lab30, der Jazzsommer, die Puppenspieltage „Klapps“, die Filmtage, das Modularfestival, die Konzertreihe „un-er-hört“ sowie die Kabarett-Tage. Mit 545.000 Euro Gesamtersparnis soll damit der Stadtsäckel ab 2013 für vier Jahre entlastet werden. Danach werden die Karten bezüglich Haushaltslage und Bedarf neu gemischt. Die CSU stimmte den Kürzungen nur unter bestimmten Voraussetzungen zu, die Andreas Jäckel folgendermaßen skizzierte: Die Festivalleiter können, wenn sie wollen, trotz der Kürzungen ihre Reihe auch jährlich durchführen. Zweitens solle die Stadt die Universität für das Lab30 als Sponsor gewinnen, drittens soll die Stadt den Veranstaltern beim „Erwerb von Drittmitteln“ behilflich sein und viertens müsse überprüft werden, ob der zweijährige Rhythmus für die Filmtage mit den Förderkriterien des Freistaates kompatibel ist.

„Abrechnung mit einer über Jahre gewachsenen Festivalkultur“

Auf heftige Kritik stießen diese Maßnahmen bei Karl-Heinz Schneider (SPD) und Verena von Mutius(Grüne). „Beim Stadttheater keine Kürzungen, aber ausschließlich in der freien Szene; das ist ein verheerendes Zeichen, da Grab mit einer über Jahren gewachsenen Festivalkultur gnadenlos abrechnet.“ Das könne keine Kulturpolitik sein, so Schneider. Grab hantiere ständig mit Zahlen anstatt zu sagen, wohin die Politik gehen will, so Verena von Mutius, die kritisierte, dass Grabs Kulturpolitik eine starke Förderung der institutionalisierten Kultur präferiere, während die urbane Kultur zu kurz komme. Das letzte Wort hat nun der Stadtrat.