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Montag, 20.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Umlegungsspezialisten tagen in Augsburg

„Umleger“ aus der ganzen Bundesrepublik trafen sich vergangene Woche auf Einladung des Instituts für Städtebau Berlin erstmalig zu einem Informationsaustausch in Augsburg.

Das Baugebiet „Südlich der Friedrich-Ebert-Straße“ in Göggingen wurde mit einer Umlegung realisiert. (Luftbild: Hajo Dietz)

Baulandumlegung ist ein im Baugesetzbuch geregeltes, wichtiges Instrument der kommunalen Stadtentwicklung. Es kommt im Vorfeld der Verwirklichung von Bebauungsplänen zur Anwendung. Scheitert die Bodenordnung auf freiwilliger Basis durch notarielle Käufe oder Tausche, was meist bei einer großen Anzahl von Grundstückseigentümern in einem künftigen Baugebiet der Fall ist, hilft nur eine Baulandumlegung zur Neugestaltung der Grundstücke und zur Bereitstellung der notwendigen Flächen für die Allgemeinheit.

Dabei werden alle im Umlegungsgebiet gelegenen Grundstücke zur sogenannten Umlegungsmasse vereinigt, an der jeder Eigentümer einen bestimmten prozentualen Anteil hat. Nach Ausscheiden der künftigen Verkehrs- und Grünflächen werden den beteiligten Eigentümern entsprechend ihres Anteils zweckmäßig gestaltete Baugrundstücke zugeteilt. Die derzeit wichtigste Augsburger Baulandumlegung dient der Realisierung des Bebauungsplans Nr. 900 „Innovationspark“ mit der enormen Fläche von etwa 70 Hektar und zahlreichen Grundstückseigentümern.

Der Innovationspark war bedeutendes Gesprächsthema

Hermann Kühbacher, Leiter der Stabsstelle Bodenordnung

Hermann Kühbacher, Umlegungsexperte der Augsburger Stadtverwaltung


Zu den drei Referenten im Zeughaus gehörte Hermann Kühbacher. Der Vermessungsingenieur leitet die städtische Stabsstelle Bodenordnung im Geodatenamt und außerdem die Geschäftsstelle des Umlegungsausschusses. Diese städtische Einrichtung bearbeitet die Beschlüsse des von der Stadtverwaltung unabhängigen Ausschusses. Das siebenköpfige Gremium unter dem Vorsitz von Bürgermeister Hermann Weber besteht aus drei Stadträten sowie vier Fachleuten aus Vermessung, Bauleitplanung, Grundstücksbewertung und Rechtsprechung.

Neben Kühbacher referierten Christoph Lindner vom Staatlichen Vermessungsamt Augsburg und Annette Lombard vom Kataster- und Vermessungsamt der Bundesstadt Bonn. Der überregionale Informationsaustausch soll keine einmalige Veranstaltung bleiben: „Wir kommen gerne wieder nach Augsburg“, so Bauingenieur und Architekt Harald Güther vom Berliner Institut für Städtebau, der die Tagung moderierte.