DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Samstag, 04.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Augsburg war nie eine Chiffre für das Grauen

Von Siegfried Zagler

„Hier von Lissabon aus empfinde ich Augsburg noch elementarer scheußlich als in meinem neuen Theaterstück. Mein Mitgefühl mit den Augsburgern und allen in Europa, die sich als Augsburger verstehen, ist ungeheuer grenzenlos und absolut.“ Thomas Bernhard

Redete zu oft von den Stärken der anderen, ohne die eigenen zu erkennen: Jos Luhukay - Foto: Thorsten Franzisi

Redete zu oft von den Stärken der anderen, ohne die eigenen zu erkennen: Jos Luhukay - Foto: Thorsten Franzisi


Thomas Tuchel, Felix Magath, Markus Babbel, Armin Veh und Markus Weinzierl haben zwei Dinge gemeinsam: Sie sind gebürtige Bayern und gehören zur deutschen Elite der Fußballtrainer, die einem Bundesligisten vorstehen. Das Bundesland Bayern ist mit Bayern München, der SpVgg Fürth, dem Club und dem FCA in der 50. Bundesligasaison mit vier Vereinen im Oberhaus so stark vertreten wie noch nie. Keine Angst, wenige Stunden vor dem Champions League Finale in München soll hier nicht die Rede sein von einem weiß-blauen Idyll eines Freistaats, dessen wirtschaftliche Stärke in der Fußballbundesliga und in Europa abgebildet wird. Zunächst ist festzuhalten, dass Aschaffenburg (Felix Magath), Krumbach (Thomas Tuchel) und Augsburg (Armin Veh) so wenig bayerisch sind wie Wien burgenländisch oder Stockholm hinterwäldlerisch. Diese Städte gehören politisch zu Bayern, nicht kulturell, weshalb an dieser Stelle  erwähnt werden soll, dass es anachronistisch und deplatziert wirkt, wenn sich Augsburgs Oberbürgermeister (wäre er gebürtiger Lechhauser, könnte man ein Auge zudrücken) hin und wieder in einem bayerischen Trachtenjanker öffentliche städtische Termine bekleidet.

Hier Haller, dort Beckenbauer

Augsburger Befindlichkeiten gegenüber der Stadt München und gewisse Ressentiments gegenüber dem bayerischen Zungenschlag sind nicht – wie oft kolportiert –  aus Neid-Komplexen heraus entstanden, sondern kulturell bedingt: Hier Bert Brecht und Helmut Haller, drüben Franz Xaver Kroetz und Franz Beckenbauer. In Augsburg die intellektuelle Melancholie des Selbstzweifels (und wie bei Brecht dessen Überwindung mittels Darstellung), in München holzschnittartige Identitätsvorstellung verbunden mit selbstverliebtem Beharren auf was auch immer – und Weltstadtgehabe. Natürlich sind das Klischees und natürlich hat München wunderbare Seiten, aber es ist längst kein Geheimnis mehr, dass die Innenverteidigung des FC Bayern ein Torso ist, mit europäischer Klasse nichts zu tun hat und die sportliche Führung so tut, als gäbe es dieses Problem nicht. Könnten die Münchner gegen den FC Chelsea beim heutigen Finale der europäischen Königsklasse auf das Augsburger Innenverteidiger-Duo Sankoh/Langkamp zurückgreifen, sie würden es tun, womit wir nicht über die Probleme von Jupp Heynckes reden wollen, sondern über Jos Luhukay, der in seiner Augsburger Zeit zu oft über die Qualität der anderen redete, ohne die des eigenen Kaders zu erkennen. Der „kleine Diktator“ aus Venlo hat nun bei Hertha BSC bei einem Klub angeheuert, der zu Jos Luhukay weniger passt als ein bayerischer Trachtenjanker zu einem Augsburger OB – oder, um es ein wenig pointierter zu sagen, eine Boxenluder-Rolle zu Miriam Gruß, die auf den Bayerischen Theatertagen von der DAZ noch nicht gesehen wurde, womit wir endlich bei Thomas Bernhard wären, dessen oben angeführtes Zitat Mitte der Siebziger für große Unruhe in der hiesigen politischen Kaste und zu kleinkarierten Äußerungen des damaligen SPD-Oberbürgermeisters sorgte. Der bayerisch-schwäbische Muff, der sich noch bis in die Neunziger hinein tief in die Städte streckte, hat sich in Augsburg einigermaßen verflüchtigt. Dazu hat, das muss man in aller Ruhe konstatieren dürfen, das Augsburger Stadttheater sehr wenig beigetragen.

Was haben die Bayerischen Theatertage mit Augsburg zu tun?

„Morgen Augsburg“ ist in dem Bernhard-Stück „Die Macht der Gewohnheit“ eine Art Chiffre für Widerwillen und Grauen. Etwas, das die bloße Existenz einer Kleinstadt in einem nach Perfektion strebenden Künstler auslöst. „Die Macht der Gewohnheit“ ist ein Theaterstück, das nicht das Geringste mit Augsburg zu tun hat, auch wenn die „Lechkloake“ darin ständig als grauenvoller Ort vorgestellt wird. Bei Bernhard war die reale Stadt Augsburg nie eine Chiffre für das Grauen. Dass Oliver Brunner (Stadttheater Augsburg) – oder wer auch auch immer – nun die Bayerischen Theatertage mit dem Motto „Morgen Augsburg“ bewirbt, könnte demnach zweierlei bedeuten: Die Pseudo-Schmähung Bernhards ist als eben solche erkannt worden und es ist deshalb an der Zeit den Ball nochmal aufzunehmen. Oder: Die Bayerischen Theatertage finden zwar hier statt, haben aber mit Augsburg nichts zu tun. Um letzteren Gedanken die Schwere zu nehmen, hat ein furioser „Rahmenprogrammdirektor“ namens Richard Goerlich den Auftrag bekommen, ein quasi städtisches Beiprogramm für die Theatertage zu machen. „Pop trifft die bayerischen Theatertage“, so das Wahnsinnsmotto. Immerhin hat sich jemand aus der Beiprogramm-Crew (Name ist der Redaktion bekannt) erlaubt, ein Thesenpapier zu verbreiten, das zusammengefasst behauptet, dass das Theater nicht mehr für die Menschen da sei, sondern ein verkapselter nur noch auf sich selbst verweisender Verein.

Und Kurt Gribl könnte dazu problemlos seinen Trachtenjanker tragen

Erste Reaktion des Theaters: Hausverbot. Eine Reaktion, die das Thesenpapier im Kern bestätigt, auch wenn das Hausverbot später aufgehoben wurde. Falls das Theater – was wir hoffen, aber nicht  glauben – tatsächlich die Kraft haben sollte, sich von innen heraus neu zu legitimieren, dann werden wir die Nacht, in der Frau P. ihre 19 Thesen an die Tür des Theater schlug, als bedeutungsvolle Nacht bezeichnen. – Aktuell ist allerdings die Frage vorrangig, ob es im Fall eines Bayern-Sieges in der Maximilianstraße einen Autokorso und spontane Feiern geben wird. Es wäre eine schöne Geste im Sinne der Städtepartnerschaft Augsburg-München und  würde im Prinzip unterstreichen, dass des Fußballs Kräfte stärker von Versöhnung denn von Zerstörung geprägt sind. Und Kurt Gribl könnte auf dieser Bühne problemlos seinen Trachtenjanker tragen.

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Jahresempfang 2012

Die Stadtratsgruppe DIE LINKE lädt am Sonntag, den 20. Mai 2012 um 11 Uhr im Oberen Fletz des Augsburger Rathauses zum Jahresempfang 2012 ein. Mit den Stadträten Benjamin Clamroth und Alexander Süßmair, MdB sowie dem Mitglied des Europäischen Parlaments Thomas Händel Grußworte: Otto Hutter, Kreisvorsitzender und Frederik Hintermayr, Mitglied im Landesvorstand Für einen Sektempfang und einen Imbiss ist gesorgt. Auf Ihr Kommen freut sich Benjamin Clamroth, Stadtrat

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Brand im historischen Färberturm

Die Berufsfeuerwehr Augsburg musste heute morgen kurz vor 7.30 Uhr in die Schäfflerbachstraße zu einem Brand des Färberturmes ausrücken. Brand im Augsburger Färberturm (Foto: Feuerwehr Augsburg) Beim Eintreffen der Feuerwehr trat Rauch aus dem Bereich des Dachstuhles. Mit Drehleiter, Wasserstrahlrohren und unter Atemschutz drangen mehrere Trupps in den Turm sowohl von innen und außen vor, so die Feuerwehr in einer aktuellen Pressemitteilung. Der Brandherd befand sich im Fehlboden des Daches und konnte [...]

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Zebras und Giraffen, Kinder und Senioren

Augustanasaal: Generationsübergreifendes Projekt zeigt ein Musical Von Frank Heindl Seit September vergangenen Jahres sind in der Grundschule am Roten Tor die Giraffen los. Und die Zebras. Und die Erdmännchen. „Tuishi Pamoja“ heißt das afrikanische Musical, das Kinder und Senioren dort in einem bemerkenswerten Projekt gemeinsam einstudiert haben. Am Samstag und Sonntag dieser Woche kann man sich das Ergebnis im Augustanasaal ansehen – der Eintritt ist kostenlos. „TuPaSeKi“ heißt das Projekt, ausgeschrieben bedeutet das [...]

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Internationaler Tag gegen Homophobie!

Internationaler Tag gegen Homophobie
Am 17. Mai vor 22 Jahren beschloss die Generalversammlung der WHO, Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. Doch es gibt noch immer viel zu tun.
Eine Erklärung von Frederik Hintermayr, Mitglied im Landesvorstand DIE LINKE BAYERN und stellvertretender Kreisvorsitzender in Augsburg.

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Der Hohenhau-Coup

Warum von Hohenhau die Schley-Nachfolge antritt Kommentar von Siegfried Zagler Wie die DAZ gestern in Erfahrung bringen konnte, steht die Wahl von Rolf von Hohenhau als „Interimsvorsitzender“ des CSU-Kreisverbandes Augsburg-West fest. Der Fahrplan zu dieser Personalentscheidung, die nicht von der Parteispitze getroffen wurde, sondern „aus der Mitte des Kreisverbandes West kommt“, so die Sprachregelung der […]

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Stadtjugendring kritisiert Sparbeschlüsse des Stadtrates

Gehälter müssen aus Rücklagen bezahlt werden Intensiv wurde am Montag in der Vollversammlung des Stadtjugendrings (SJR) über die Sparbeschlüsse der Stadt und deren Auswirkungen auf die Jugendarbeit diskutiert. Raphael Brandmiller geißelte zum wiederholten Male die bei den städtischen Einsparbemühungen angewandte Rasenmähermethode. Man dürfe nicht vergessen, sich über die zukünftigen Ziele der Sozialpolitik Gedanken zu machen, […]

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CSU: Kehrt von Hohenhau zurück?

Wie die DAZ gestern in Erfahrung bringen konnte, wird in der Augsburger CSU Rolf von Hohenhau als Nachfolger von Tobias Schley als Vorsitzender des CSU-Kreisverbandes West gehandelt. Wie aus sehr informierten Kreisen zu erfahren war, habe von Hohenhau zu diesem Vorhaben bereits seine Bereitschaft signalisiert. Davon wollte auf der gestrigen Kreisvertreterversammlung des CSU-Kreisverbandes Augsburg-Ost Parteichef […]

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Auf den Spuren jüdischer „DPs“

Eine Exkursion des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg „DPs“ – displaced persons – unter diesem Begriff führten die Alliierten nach dem 2. Weltkrieg jene überlebenden Juden aus dem Osten Europas, die heimatlos durch West-Deutschland irrten, bis sie, oft erst Jahre später, eine Möglichkeit fanden, nach Palästina oder in die USA zu emigrieren. Denn nur wenige von ihnen […]

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Entweder Schley lügt oder etwas ist faul im Staate Dänemark

Siegfried Zagler über die Causa Schley Der Fall Schley ist parteipolitisch gesehen ganz einfach: Die CSU wird von der „Unschuldsvermutung“ sprechen, sich bei Tobias Schley für den schnellen Rücktritt bedanken und das Amt des Kreisvorsitzenden-West nicht neu wählen lassen, damit Schley im Falle eines Freispruchs dieses Amt wieder einnehmen kann. Jedes andere Szenario würde darauf […]

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Lange, spannende, preiswerte Nacht

Mehr als 150 Programmpunkte: am 16. Juni findet die „Lange Nacht der Kirchen und Klöster“ statt
Von Frank Heindl
Im Jahr 1012 wurden Benediktinermönche nach Augsburg berufen – auf diese Tatsache beziehen sich die Augsburger Benediktiner, wenn sie nun ihr Jubiläumsjahr „1000 Jahre Benediktiner in Augsburg“ feiern. Einer der Gründe, weshalb die diesjährige „Lange Kunstnacht“ am 16. Juni […]

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Anklage gegen Schley

Die Augsburger Staatsanwaltschaft hat gegen CSU-Stadtrat Tobias Schley Anklage erhoben. Schley wird zusammen mit zwei Bekannten versuchte räuberische Erpressung, Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung vorgeworfen. Am 11. Dezember 2011 stiegen um 5 Uhr 20 zwei Männer in ein Taxi und gaben nach wenigen Metern Fahrt ihr Ziel an: Gersthofen. Der Taxifahrer gab den Männern Auskunft, dass […]

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Kurznachrichten

FCA: Remis in Hamburg



Der FC Augsburg hat sich beim Hamburger SV einen hart erarbeiteten Punkt gesichert – und dabei vor allem Moral und Widerstandsfähigkeit bewiesen. Augsburg startete mutig und zielstrebig in die Partie. Die Belohnung folgte früh: Nach einem Standard stocherte Arthur Chaves die Kugel zur verdienten 1:0-Führung über die Linie (22.). In der Folge übernahm Hamburg zwar […]

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Halbzeit: Effizienter FCA belohnt sich – Führung in Hamburg, Dahmen hält die Null



Der FC Augsburg geht mit einer verdienten 1:0-Führung beim Hamburger SV in die Pause. In einer temporeichen Anfangsphase begegneten sich beide Teams zunächst auf Augenhöhe, doch der FCA zeigte früh, wie gefährlich sein Umschaltspiel ist. Trotz weniger Ballbesitz kam Augsburg immer wieder zielstrebig in den Strafraum – und wurde dafür belohnt. In der 22. Minute […]

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Der Frühling ist da!



Gänseblümchen am Friedberger Baggersee

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Warnstreik im Augsburger ÖPNV am 7. April



Die Gewerkschaft Ver.di hat die Beschäftigten der Stadtwerke Augsburg (swa) für Dienstag, 7. April, erneut zum Warnstreik aufgerufen. Die swa erwarten, dass der Nahverkehr in weiten Teilen der Stadt weitgehend ausfällt. Nur wenige, von externen Bus­unter­nehmen be­triebene Stadt­teil­linien – 21 (Bären­keller), 24/25 (Haun­stetten) und 38 (Göggingen/ Inningen/ Bergheim) – werden regulär fahren. Die swa bitten Fahrgäste, vorsorglich auf […]

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Mehr Tram, mehr Lichter: Entspannt zum Osterplärrer



Wenn sich ab dem 5. April wieder Karussells drehen und tausende Lichter den Augsburger Osterplärrer erhellen, wird auch die Anreise komfortabler: Neben der regulären Linie 4 schicken die Stadtwerke Augsburg täglich ab 20 Uhr zusätzlich die Straßenbahnlinie 2 zum Festgelände. Foto: swa / Bernd Jaufmann Zwei Linien sorgen so für mehr Platz und eine entspannte […]

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