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Dienstag, 30.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Kommentar: Was der Welterbe-Titel bedeuten sollte

Die Stadt Augsburg hat ihren Weltkulturerbe-Schatz sehr spät entdeckt. Und auch nach der Entdeckung hat sich das Bewusstsein dafür nur langsam herausgebildet. Nun gilt die Hoffnung, dass die Kulturpolitik in Augsburg einen höheren Stellenwert bekommt. Es wäre nämlich grotesk und verantwortungslos zugleich, sich einen Weltkulturerbetitel zu erarbeiten, um nun mit den 22 Stätten so nachlässig zu verfahren, wie das mit vielen Kulturdenkmälern in dieser Stadt bereits geschah.

Kommentar von Siegfried Zagler

Die Aufnahme der Unesco in die Welterbe-Liste ist eine besondere Wertschätzung für Augsburg: 46 Orte und Stätten gibt es davon in Deutschland, 1113 Titel gibt es weltweit. Das historische Wassermanagement der Stadt ist nicht einfach zu vermitteln und zu Beginn tat sich auch die Augsburger Stadtregierung damit schwer. Von 2011 bis 2012 beklagte sich zum Beispiel der damalige Kulturreferent Peter Grab darüber, dass er zwar Mittel für die Bewerbung beantragt habe, aber nicht bewilligt bekomme. Damals befand sich die Stadt im harten Sparmodus. 2016, die Bewerbung befand sich bereits auf einem breiten Weg, gab es Widerstände aus der Mitte des Stadtrats, weil man die Folgekosten fürchtete.

Anhand des einzigartigen Systems der Wasserwirtschaft lasse sich die gesamte Entwicklung Augsburgs nachvollziehen, wirtschaftlich genauso wie sozial und kulturell. Die Auszeichnung als Weltkulturerbe sei ein Qualitätssiegel allererster Güte und gebe der Stadt ein neues und starkes Profil, das für die ganze Welt sichtbar werde. So euphorisch und hellsichtig äußerte sich Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl nach der Ernennung.

An dieser Stelle soll nun daran erinnert werden, dass Kurt Gribls Kulturreferenten viele Jahre verstreichen ließen, bis das Projekt professionell bearbeitet und vorangetrieben wurde. Das lag nicht nur am Geldmangel, sondern auch an der wenig vornehmen Zurückhaltung der Verwaltung, die nicht so richtig überzeugt schien von dem Gelingen des Vorhabens. Zwischendrin wurden Stimmen laut, dass man fürchten müsse, dass die Bewerbung nicht mehr zu Ende gebracht wird. Die Bewerbungsarbeit, die sich nun, so Gribl, gelohnt hätte, dauerte nicht neun Jahre, weil Unesco-Bewerbungen eben so lange dauern, sondern weil das Ganze von Beginn an nicht ernsthaft angegangen wurde und zwischendrin immer wieder ins Stottern kam.

Das ist nun Geschichte, sollte aber nicht vergessen werden, wenn man nach vorne schaut. Die Stadt Augsburg hat nicht nur ihre Schulen und ihr Stadttheater vergammeln lassen, sondern auch ihre kulturellen Stätten, wie zum Beispiel die Stadtmauer, das Römische Museum, das Gignoux-Haus oder die Staats-und Stadtbibliothek. Verantwortlich dafür ist eine schwache Kulturpolitik, die seit 2008 nicht entwickelt, zu wenig Impulse setzt und noch weniger bewahrt. Soll das auch für die ganze Welt sichtbar werden?

Es wäre grotesk und verantwortungslos, sich einen Weltkulturerbetitel zu erarbeiten, um nun mit den 22 Stätten so nachlässig zu verfahren, wie das mit vielen Kulturdenkmälern in dieser Stadt bereits geschah. Die Frage, die nun im Raum steht, lautet demnach: Ist das historische Wasserkraftwerk beim Hochablass erhaltenswerter als zum Beispiel die Dominikanerkirche, weil das Kraftwerk das Unesco-Siegel hat und die Kirche nicht? Die nach Baku gereiste deutsche Delegation um den Augsburger Kulturreferenten Thomas Weitzel bedankte sich jedenfalls beim Unesco-Welterbekomitee und Weitzel hob dabei hervor, dass die Stadt diese Auszeichnung auch als Auftrag verstehe, die 22 Stationen im Stadtgebiet, die nun zum Weltkulturerbe gehören, zu erhalten und im Sinne der kulturellen Vermittlung weiter an ihnen zu arbeiten.

Bayerns Kunstminister Bernd Sibler bezeichnete die Entscheidung als „großartige Auszeichnung“, die das Engagement der Stadt belohne und gleichzeitig den Kulturstaat Bayern noch sichtbarer mache. Augsburgs Aufstieg und Wohlstand hänge eng mit dem System zur Wasserversorgung zusammen. Die Aufnahme in die Welterbeliste mache deutlich, wie wertvoll diese kulturelle Errungenschaft und hohe technische Leistung sei, so Sibler. Mit Blick auf die nun acht Welterbestätten verwies Sibler auf den kulturellen Reichtum im Freistaat. Unsere Denkmäler zu erhalten, bedeute einen Teil unserer Geschichte und Identität für unsere nachfolgenden Generationen zu bewahren, so der Kunstminister.

Der Augsburger SPD-Landtagsabgeordnete Harald Güller äußerte seine Freude mit den Worten „Wir sind Weltkulturerbe“. Der Titel wird die Stadt jedoch nur nach vorne bringen, wenn er das historische Bewusstsein seiner Bürger schärft und die Wertschätzung für die eigene Geschichte erhöht. Dazu gehört die Pflege aller Kulturdenkmäler, dazu gehört die Arbeit an der gesamten Geschichte dieser Stadt, die eine bessere Kulturpolitik verdient hätte.

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Augsburg ist Welterbe-Stadt

Seit wenigen Stunden ist es offiziell: Augsburg gehört mit seinen Wassersystemen zu den Welterbestätten! Ohne große Diskussionen bewilligte die Unesco-Kommission am Samstagnachmittag in Baku den Augsburger Antrag zur Aufnahme der besonders erwähnenswerten und schützenswerten Denkmäler. Die Idee kam 2011 über Martin Kluger in das Kulturreferat zu Peter Grab, der den Gedanken zwar aufnahm, aber zu […]

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Das Augsburger Wassersystem ist ein Gesamtkunstwerk

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KultStrand startet

Zum 4. Mal verwandelt sich am 5. Juli die Kastanienwiese im Schlachthof-Quartier in einen Sandstrand mit Sitzgelegenheiten, Musik, Strandbar und „Rent a Grill“. 400 Tonnen feinster Sand wurden für das Event aufgeschüttet, das bis zum 25. August dauert. Strandkörbe und 400 Liegestühle laden auf 3.000 Quadrat­metern Fläche zum Chill & Relax ein und bringen für […]

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Kommentar: Anmerkungen zur CSU-Liste

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Wieder Yoga im Kö-Park

Nach den Sommernächten kann ab Montagabend, dem 1. Juli bis einschließlich 13. Juli bei „Yoga im Kö-Park“ entspannt werden. Das kostenlose Sportprogramm findet bereits zum dritten Mal statt. „Yoga im Kö-Park“ lädt alle Zielgruppen ein, egal ob jung oder alt, Anfänger oder Fortgeschrittene, sich eine Auszeit vom stressigen Alltag zu nehmen. Das kostenlose Sportprogramm ist […]

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Der Spielplan für die kommende Saison steht fest: FCA startet in Dortmund

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Kommentar: Die Zustände, die sie kritisieren müssen, haben sie selbst geschaffen

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Kurznachrichten

Lange Nacht der Wissenschaft: Forschen, Staunen und Mitmachen – kostenlos in der Augsburger Innenstadt



Am Samstag, 4. Juli 2026, verwandelt sich die Augsburger Innenstadt von 18.30 bis 23 Uhr in eine lebendige Wissens­landschaft. Zur vierten „Langen Nacht der Wissen­schaft“ laden die Uni­versität Augsburg, die Tech­nische Hochschule Augsburg und die Stadt gemeinsam ein – der Eintritt ist frei. Von Bruno Stubenrauch Kein Numerus Clausus, kein Stu­dien­ab­schluss nötig: Wer immer schon mal „Uni­luft […]

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swa Kunden­center am 2. Juli ab 15.30 Uhr geschlossen



Das Kunden­center der Stadt­werke Augsburg (swa) am Königs­platz bleibt am Donnerstag, 2. Juli, ab 15.30 Uhr wegen einer betrieblichen Veranstaltung geschlossen. Ab Freitag, 3. Juli, steht es ab 8 Uhr wieder offen. Wer am Donnerstag­nachmittag persönliche Beratung benötigt, sollte den Besuch auf einen anderen Tag verlegen. Telefonisch sind die swa-Mitarbeitenden weiterhin erreichbar – unter 0821 6500-6500. Fahr­plan­auskünfte und aktuelle Informationen […]

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DLRG warnt vor Blaualgen am Weitmannsee



Bei Unter­suchungen des Land­rats­amts Aichach-Friedberg wurde am Weit­mann­see in Kissing die Blaualgen­gat­tung Tychonema nach­ge­wie­sen. Die DLRG warnt Bade­gäste und rät ins­be­sondere vom Baden mit Hunden und Klein­kin­dern ab. Die Gefahr ist mit bloßem Auge oft nicht er­kenn­bar. Im Gegen­satz zu vielen anderen Blaualgen bil­det Tychonema keine sicht­baren grünen Teppiche an der Wasser­ober­fläche. Die Alge wächst […]

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„Wenn der Regen tanzt“ – Benefiz­konzert für das St. Vinzenz-Hospiz



Am Sonntag, 12. Juli 2026, um 18 Uhr lädt der Kirchen­chor St. Paul zu einem Benefiz­konzert in die Kirche St. Martin in Augsburg-Oberhausen ein. Der Eintritt ist frei – Spenden kommen dem St. Vinzenz-Hospiz Augsburg e.V. zugute. Von Bruno Stubenrauch Unter dem Motto „Wenn der Regen tanzt“ verspricht der Abend ein abwechslungsreiches Programm: Bekannte Klassiker wie „Singing in […]

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Radio Augsburg legt kräftig zu: Hörer­zahlen verdreifacht



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