Kongress-Parkhaus: Der Kamin bremst den Abriss
Am Mittwoch, 2. September, haben die Abrissarbeiten am Kongressparkhaus wieder begonnen. Doch bis die Ruine vollständig verschwunden ist, werden noch einige Wochen vergehen: Zunächst muss die Wärmeversorgung des benachbarten Hotelturms neu geregelt werden.
Von Bruno Stubenrauch

Wieder aufgenommener Abbruch des Kongress-Parkhauses
Der Abriss des seit Jahren leer stehenden und maroden Parkhauses geht damit in die nächste Runde. Was den weiteren Abbruch derzeit aufhält, ist auf den ersten Blick ein unscheinbares Detail: ein Kamin an der südwestlichen Ecke des Parkhauses.
Der Kamin steht noch

Der verlängerte Kamin der Heizzentrale (Bilder: DAZ)
Nach Informationen der DAZ befindet sich die Heizzentrale des benachbarten Hotelturms unter dem Parkhaus. Der dazu gehörende Kamin wurde im Zug des gescheiterten ehemaligen Semiramis-Projekts provisorisch verlängert und an dessen Rohbaufassade hochgeführt.
Die Heizzentrale übernimmt derzeit noch die Warmwasserversorgung des Hotelturms und wird mit Beginn der Heizperiode auch für dessen Wärmeversorgung benötigt. Der Kamin wird deshalb weiterhin gebraucht. Bevor dieser Bereich des Parkhauses abgebrochen werden kann, muss zunächst eine alternative Wärmeversorgung hergestellt werden.
Erst Fernwärme, dann vollständiger Abriss
Der Hotelturm soll dafür zunächst provisorisch an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Erst wenn die neue Wärmeversorgung steht, kann die bestehende Heizzentrale außer Betrieb genommen und der betreffende Bereich des Parkhauses vollständig abgebrochen werden.
Die Stadt Augsburg hatte den Abriss des Parkhauses im Juli angeordnet. Nach der ursprünglichen Verfügung musste der Abbruch innerhalb von drei Monaten abgeschlossen werden. Diese Frist wurde inzwischen bis zum Jahresende verlängert. Der vollständige Abriss des Parkhauses wird damit trotz der Verzögerung voraussichtlich bis Ende 2026 möglich sein.
Was kommt danach?
Mit dem Abriss dürfte ein jahrelanger Streit um die marode Parkhaus-Ruine ein Ende finden. Was auf dem Grundstück anschließend entsteht, ist dagegen weiterhin offen. Der derzeit geltende Bebauungsplan sieht eine Parkhausnutzung vor; der Stadtrat hatte zudem die Entwicklung eines Mobilitätshubs auf dem Areal angestoßen.
Mehrheitseigentümer Bernhard Spielberger möchte eine Seniorenresidenz mit 220 Wohnungen und eine Tiefgarage mit 650 Stellplätzen errichten. Oberbürgermeister Florian Freund hatte sich zuletzt offen für eine Weiterentwicklung der bisherigen städtischen Planungen gezeigt.
Welche Nutzung am Ende auf dem Grundstück entsteht, ist damit noch nicht entschieden. Wenigstens der Abriss hat ein absehbares Ende – die Diskussion über die Zukunft des Grundstücks beginnt erst richtig.




