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Donnerstag, 02.07.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Städtebau

Zurück zur Geradlinigkeit

Der Theatercontainer wird neu aufgegleist. Dies bestätigte Baureferent Gerd Merkle am Montag gegenüber der DAZ. Am heutigen Donnerstag ist die neue Entwicklung in Sachen Interimsspielstätte Gegenstand im Bauausschuss.

Gescheitert: Containervariante von Theater und PFP Architekten aus dem Jahr 2010

Gescheitert: Containervariante von Theater und PFP Architekten aus dem Jahr 2010 (Grafik: DAZ)


OB Kurt Gribl hatte die bislang misslungene Beschaffung des Containers vorgestern als negativstes Erlebnis seiner Amtszeit bezeichnet. „Wir hätten die Klugheit von heute gebraucht“, so der Oberbürgermeister bei seiner Halbzeitbilanz am Dienstag. Nach der im Februar gescheiterten Vergabe auf das einzige eingegangene und überteuerte Angebot (DAZ berichtete) liegt der zweite Anlauf nun in den Händen des Baureferats.

Raus dürfte damit das Hamburger Architekturbüro PFP sein, das im Auftrag des Theaters die gescheiterte Entwurfsplanung und Ausschreibung erstellt hatte. „PFP ist weit weg und die Kommunikation aufwändig“, so Gerd Merkle zur DAZ. Deshalb soll die Ausschreibung nun von einem ortsansässigen Spezialisten mit Erfahrung im Erstellen von GU-Ausschreibungen grundlegend überarbeitet werden. Oberstes Ziel: die Ansprache einer größeren Anbieterklientel, um mehr Angebote und vor allem Angebote zu Marktpreisen zu erhalten.

Wieder Platz für Architektur …

Merkle will für Bauwerk und Bühnentechnik zwei getrennte Vergabeverfahren laufen lassen. Die Ausschreibung des Bauwerks soll so weit modifiziert werden, dass auch Holzbauer daran teilnehmen können. Die PFP-Ausschreibung hatte nur eine Stahlkonstruktion zugelassen, eine Industriebauweise mit gewöhnlicher Nutzungsdauer von 60 Jahren. Weiter soll die bisherige Vielzahl an Detailfestlegungen auf das Nötigste reduziert und die Ausschreibung so zu einer echten Funktionalausschreibung werden. Entfallen soll außerdem die 50 cm dicke Betonplatte unter dem Container, aus der man 10 Einfamilienhäuser gießen könnte. „Die macht niemand mehr mit dem Presslufthammer raus“, so Merkle im Hinblick auf das eigentlich nur temporär vorgesehene Interim, an dessen Platz einmal das endgültige zweite Schauspielhaus entstehen soll.

Eingang an der Kasernstraße: Containervariante aus dem Jahr 2009

Eingang an der Kasernstraße: Containervariante aus dem Jahr 2009


Auch die Planung des zuletzt immer dicker und unförmiger gewordenen Containers wird sich grundlegend ändern. Der Haupteingang soll wieder an die Kasernstraße rücken, wie in dem um 40 Prozent schlankeren Entwurf aus dem Jahr 2009. Die letzte Planung von PFP und Theater hatte eine städtebaulich unbefriedigende Hinterhofsituation für das Foyer vorgesehen. Baureferent Gerd Merkle möchte der neuen Ausschreibung lediglich einen Rahmenplan und ein mit der Theaterleitung abgestimmtes Raumbuch beigeben. Das eröffne den Anbietern Freiheiten für eigene Entwürfe. „Damit kommen auch die Architekturabteilungen der Firmen ins Spiel“, so Merkle. Mittelfristig strebt das Baureferat die Auflassung der Kasernstraße an, was eine beruhigte Platzsituation vor der Interimsspielstätte und damit neue Möglichkeiten für Foyer und Vorgelege entstehen ließe.

… und auf keinen Fall wieder Termindruck

Vorgesehen ist die Übergabe des Containers im Mai 2012. Das sei dem Theater zumindest zugesichert, so Merkle. Zu Einzelterminen wollte sich der Baureferent noch nicht festlegen: „Für die Ausschreibung brauchen wir so lange, wie wir eben brauchen“. Auf keinen Fall dürfe wieder ein Termindruck entstehen, der die Zahl der Angebote reduziere wie beim ersten Versuch. Die Firmen sollen ausreichend Zeit für die Kalkulation erhalten. Auch OB Kurt Gribl hatte in der a.tv-Sendung „Stadtgespräch“ vergangene Woche erklärt, dass den Firmen „diesmal“ ausreichend Zeit für die Angebotsbearbeitung gegeben werde. Die reine Bauzeit soll nun rund 10 Monate betragen, statt der von PFP vorgesehenen 13 Wochen. An der eigenmächtigen Modifizierung dieser unrealistischen Bauzeit durch den einzigen Bieter Züblin war die Vergabe im Februar 2011 letztendlich gescheitert.

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