Warum braucht die Stadt einen Popkulturbeauftragten?
Von Siegfried Zagler
Die siebziger Jahre und die achtziger waren Jahrzehnte, in denen die Popkultur, also zuvorderst die Rock-, Hippie-, Reggae- und Punkmusik mit ihrem dazugehörigen Lebensgefühl die Welt in ihrem innersten zusammenhielt. Popkultur war die Antwort auf den Muff restriktiver Gesellschaftsformen der Nachkriegszeit. Die Entwicklung der Popkultur war ein revolutionärer Prozess, der in den Zeiten des Kalten Krieges eine ungeheure politische Bedeutung hatte. Kapitalismus hin oder her, dort wo sich Popkultur (auch gegen vehementen Widerstand) entwickeln konnte, war die bessere Welt. Als der Kalte Krieg beendet war, verlor die Popkultur im Zug einer neuen demokratischen Unübersichtlichkeit an gesellschaftspolitischer Relevanz. Man kann es auch anders sagen: Popkultur wurde förderungsfähig.
Der aktuelle Zwist um die Wiederbesetzung der Stelle des Popkulturbeauftragten ist im Grunde eine spannende Auseinandersetzung, die aber im Stil zunehmend an die politische Unkultur in den Zeiten des Kalten Krieges erinnert, weshalb es an dieser Stelle darum gehen soll, die Debatte aus dem Wald zu führen. (mehr …)