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Donnerstag, 25.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Theater

Mahagonny: Wie ist die Regie-Zensur denn nun zu verstehen?

Kommentar von Siegfried Zagler

Verleger Dr. Bernd Wißner sagte spontan aus einem Gespräch heraus zu, einen Gastbeitrag für die DAZ zu verfassen. Und zwar nicht, weil er ausnahmsweise einmal ausreichend Zeit gehabt hätte, oder weil Wißner der Rezension von Kulturredakteur Frank Heindl widersprechen wollte, sondern in erster Linie deshalb, weil Wißner zusammen mit der DAZ die Auffassung vertritt, dass das größte Manko dieser Stadt in der nicht hinreichenden Reflexion bedeutsamer Ereignisse besteht. Juliane Vottelers Zensur am Ende der Mahagonny-Inszenierung muss nicht zwangsläufig „bedeutsam“ oder „skandalös“ gewesen sein. Dass darüber keine ernstzunehmende Debatte stattfand und wohl auch während des Brechtfestes nicht stattfinden wird, ist allerdings ein Armutszeugnis.

Ein unerträgliches Merkmal dieser Stadt

Wäre das anderswo geschehen, hätte sich mit großer Wahrscheinlichkeit eine spannende öffentliche Debatte entwickelt. In Augsburg gibt es dazu, aufgrund des nicht vorhandenen Diskurses, Gerüchte und Spekulationen. Ein typisches Merkmal dieser Stadt, ein nahezu unerträgliches Merkmal. Die Intendanz sei auf Druck von außen eingeknickt oder sie wolle aufgrund der hochsensiblen politischen Situation in der Containerfrage keinen kulturpolitischen Skandal riskieren, so der Grundtenor der Spekulationen. Auch wenn es dafür nicht den geringsten konkreten Hinweis gibt, fügen diese durch die Stadt flirrenden Spekulationen dem Augsburger Theater und insbesondere der Intendantin schweren Schaden zu. Aus Bernd Wißners Mahagonny Betrachtung lässt sich folgern, dass sich Juliane Votteler fürsorglich gegenüber Regisseurin Tatjana Gürbaca verhalten haben könnte. Auch möglich. Wie ist die Regie-Zensur denn nun zu verstehen? Wozu ein Brechtfest, wenn man im Rahmen des Festivals diesen Fragen nicht nachgeht?

Das muss nicht auf ewig in Stein gemeißelt sein

Der Begründung Vottelers, die nach Skandalgedöns heischende Schlussszene gehe aus der Inszenierung nicht stringent hervor, fehlt es an Plausibilität. Diese Schlussfolgerung lassen die Besprechungen von Bernd Wißner und DAZ-Kulturredakteur Frank Heindl zu. Wie zu hören war, sieht das Brechtexperte Professor Jan Knopf ähnlich. Wer sich ebenfalls dazu äußern möchte, sollte das in der DAZ tun. Wie gesagt: Das größte Manko dieser Stadt besteht in der nicht hinreichenden Reflexion bedeutsamer Ereignisse. Das muss nicht auf ewig in Stein gemeißelt sein.

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Brecht, Musik, Horwitz

Die offizielle Eröffnung des Brechtfestivals machte Appetit auf mehr Von Frank Heindl Horwitz und Wittenbrink, Lemper und Archer: Zur Eröffnung des Brechtfestival 2011 stellte der künstlerische Leiter Joachim Lang am Freitag vor allem die musikalische Komponente der diesjährigen Veranstaltungsreihe vor – schließlich sind „Brecht und die Musik“ diesmal das Generalthema. Am Donnerstag schon hatte Ute […]

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Mahagonny: Warum eine Zensur, ausgerechnet bei Brecht, ausgerechnet in Augsburg?

Von Dr. Bernd Wißner „Mag Mahagonny so kulinarisch sein, wie es sich für eine Oper schickt, so hat es doch schon eine gesellschaftsändernde Funktion; es stellt eben das Kulinarische zur Diskussion, es greift die Gesellschaft an, die solche Opern benötigt.“ So äußerte sich Bert Brecht einst über sein Werk. Ob er die Oper und ihr […]

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Vom Packer zum Mörder in neunzig Minuten

Premiere: Brechts „Mann ist Mann“ bei Dierig Von Frank Heindl „Mann ist Mann“, behauptet Bertolt Brecht in seiner gleichnamigen Komödie. Austauschbarkeit kündet der Titel an, und wo ist der Mann austauschbarer als beim Militär. Wenn er noch dazu so dumm-naiv wie dieser Galy Gay ist, dann kann man ihn in der Tat hinstellen, wo man […]

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Spekulation statt Diskussion

Die gekürzte „Mahagonny“-Oper im Stadttheater Von Frank Heindl Die 19. Szene werde „semi-konzertant“ gegeben, verkündete Intendantin Juliane Votteler vor noch geschlossenem Vorhang, und kaum war es losgegangen mit Brechts „Mahagonny“-Oper, da hetzten schon jene Affen über die Bühne, von denen man wusste: Sie hatten dazu beigetragen, dass sich die Intendantin/Dramaturgin mit der Regisseurin verkracht hatte. […]

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Schaden für die Stadtkultur

Ein Kommentar von Frank Heindl Das Rätselraten hält an. Warum musste Tatjana Gürbaca gehen? Warum ließ die – nicht erst seit neuestem – als durchaus entscheidungsfreudig und resolut bekannte Intendantin ein Bühnenbild abbauen, dessen Beurteilung man nach Meinung vieler Zuschauer dem Publikum hätte überlassen können? Hatte Votteler andere als nur die angeführten künstlerischen Gründe, nach […]

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„Die Basis ist die Kunst, ist die Kultur“

Minister Heubisch will sich für die Staats- und Stadtbibliothek einsetzen Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst Dr. Wolfgang Heubisch hat auf dem Neujahrsempfang der FDP Augsburg am gestrigen Sonntag zugesagt, sich für ein stärkeres finanzielles Engagement des Freistaats für die Augsburger Staats- und Stadtbibliothek einzusetzen. Wolfgang Heubisch bei seiner Gastrede auf dem FDP-Neujahrsempfang […]

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Schade, schade

Kurzkritik zur Nacht: „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ Von Frank Heindl Wo alles erlaubt ist und doch die Angst regiert, da wird der Mensch zum Affen: Die Bewohner von Brechts Stadt Mahagonny wappnen sich gegen den Hurrikan. (Foto: A.T. Schaefer) Regisseurin Tatjana Gürbaca hatte das Weite gesucht, zurück blieb Juliane Votteler mit Erklärungsversuchen. Vielen […]

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Der Eklat kam vor der Generalprobe

Warum „Mahagonny“-Regisseurin Tatjana Gürbaca das Stadttheater im Streit verließ Von Frank Heindl „Ich finde, das ist eine sehr, sehr gute Inszenierung“, sagte Intendantin Juliane Votteler. „Frau Gürbaca ist eine richtig tolle Regisseurin“, bestätigt Generalmusikdirektor Dirk Kaftan. „Ich habe sieben Wochen mit Herzblut, Kraft und Energie meine Arbeit gemacht“, sagt Regisseurin Tatjana Gürbaca. Und fügt hinzu: […]

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Container kriegt die Kurve

Bis Mitternacht diskutierte gestern der Stadtrat über die Beschlussvorlage zum Theatercontainer. Das Ergebnis war eindeutig. Nach Informationen der DAZ wurde der Beschlussvorlage mit 43:11 zugestimmt. Der Auftrag ist damit an die Firma Züblin vergeben. Am Nachmittag entstand im Stadtrat um die Tagesordnung der Container-Entscheidung eine hitzige Diskussion. Dabei ging es um die Aufnahme des SPD-Antrag […]

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