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Donnerstag, 27.01.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

„Die Basis ist die Kunst, ist die Kultur“

Minister Heubisch will sich für die Staats- und Stadtbibliothek einsetzen

Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst Dr. Wolfgang Heubisch hat auf dem Neujahrsempfang der FDP Augsburg am gestrigen Sonntag zugesagt, sich für ein stärkeres finanzielles Engagement des Freistaats für die Augsburger Staats- und Stadtbibliothek einzusetzen.

Wolfgang Heubisch bei seiner Gastrede auf dem FDP-Neujahrsempfang

Heubisch unterstrich in seiner 45-minütigen Rede vor 100 Zuhörern im Foyer des Stadttheaters die Wichtigkeit von Investitionen in Kunst und Kultur. Ohne deren Erhalt könne man auf Dauer Investitionen in der Wissenschaft und Forschung vergessen. „Die Basis ist die Kunst, ist die Kultur“, so Heubisch. Deshalb wende er sich strikt gegen jene, die in finanziell schwierigen Zeiten „in der Kunst was wegknapsen“ wollen.

Stabi: „Eine Zersplitterung bringt uns alle nicht weiter“

„Ich bin bereit, mich dafür einzusetzen, dass der Freistaat bei der Staats- und Stadtbibliothek mit einer höheren Summe einsteigt“, versprach der Minister in Richtung des Kulturreferenten Peter Grab, der im Publikum saß. Er brauche aber ein klares Konzept. Schnell „irgendeine Summe reinzuschießen“, ohne sich über den mittel- und langfristigen Bedarf klar zu sein, nütze wenig. Er habe deshalb eine Kommission aus hochspezialisierten Fachleuten zur Erarbeitung eines tragfähigen und nachhaltigen Konzepts für die Staats- und Stadtbibliothek eingesetzt. Augsburg gehöre zu den bedeutendsten staatlichen Bibliotheken in Deutschland. „Ich weiß, dass hier unglaublich wertvolle Bestände da sind und dass wir die vollständig sichern müssen. Eine Zersplitterung bringt uns alle nicht weiter. Verehrte Damen und Herren, wir werden das lösen“, versprach Heubisch.

Stadttheater: Sanierung auf Heubischs Prioritätenliste „weit oben“

Auch die Renovierung des Stadttheaters steht auf Heubischs Prioritätenliste „sehr sehr weit oben“. Dies betonte der Minister zum Schluss seiner gestrigen Ansprache. Aus rechtlichen Gründen seien seine Handlungsmöglichkeiten aber eingeschränkt, so Heubisch: „Das muss der Finanzminister lösen, weil der Freistaat nicht Eigentümer ist“. Heubisch versprach aber, sich „mit vollem Nachdruck“ einzubringen, „damit wir dieses wundervolle Haus renovieren können und Augsburg dann auch äußerlich eine hervorragende Spielstätte hat“.

Stabi: Die Vorgeschichte



Staats- und Stadtbibliothek

Staats- und Stadtbibliothek


Wegen der ungleich verteilten Betriebskostenlast (die Stadt Augsburg trägt fast eine Million Euro jährlich, der Freistaat gemäß eines Vertrags aus dem 19. Jh. lediglich 18.900 Euro) hatte Finanzreferent Hermann Weber im vergangenen Oktober in den Raum gestellt, die Bestände der Augsburger Staats- und Stadtbibliothek aufzuspalten, die staatlichen Bestände an den Freistaat zurückzugeben, die städtischen Bestände ins Stadtarchiv zu überführen und die sanierungsbedürftige Immobilie in der Schaezlerstraße zu schließen. Gegen diese „Drohgebärde“ des Kämmerers in Richtung Freistaat hatten zahlreiche Wissenschaftler sowie die Oppositionsfraktionen im Stadtrat protestiert. Die Augsburger FDP-Bundestagsabgeordnete Miriam Gruß hatte sich darauf hin mit der Bitte an Heubisch gewandt, die Möglichkeit eines größeren Engagements des Freistaates zu prüfen.