DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Mittwoch, 24.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Theater

Fesselnder Auftakt auf schwankendem Boden

Brechtbühne eröffnet mit zwei streitbaren Stücken aus Israel

Von Frank Heindl

Da predigt nun die DAZ seit Jahren, dass das Theater – und eben auch das Augsburger Stadttheater – sich neuen Stoffen, neuen Themen, anderen Kulturen und Menschen öffnen müsse. Dass es Wagnisse eingehen müsse, dass es provozieren, Diskussionen anregen, Überkommenes in Frage stellen, Tabus verletzen müsse. Und nun das: Schauspieldirektor Markus Trabusch präsentiert als erste Eigenproduktion des Stadttheaters für die Brechtbühne mit „Israel, mon amour“ einen sehr streitbaren Theaterabend mit zwei Stücken, die Israels Palästinapolitik hart angreifen.

Deren erstes ist, im Nachhinein betrachtet, der einfachere, leichter zu verkraftende Stoff. Marcus Calvin spielt den autobiographischen Text von Tahir Najib, eines Palästinensers mit israelischem Pass, der am Jahrestag des 9/11-Attentats nach Israel fliegen will und wie ein Schwerverbrecher bewacht und eskortiert wird. Glücklich in Tel Aviv angekommen, bestellt er auf Arabisch ein Bier – woraufhin sich das Café in Minutenschnelle leert.

Alleingelassen mit den eigenen Exkrementen: Tjark Bernau als Ulysses.

Alleingelassen mit den eigenen Exkrementen: Tjark Bernau als Ulysses.


Wütend ist dieser Mensch – nicht nur auf seine Heimat Israel, sondern auch auf seine Landleute in Ramallah, die auf das Ende der Besatzung nur mit Spucken reagieren: „Sie tun nichts. Außer spucken. Sie spucken in jede Richtung, pausenlos und schnell.“ Warum sie das tun? „So ist eben die Besatzung.“ Denn die Besatzung ist in den Köpfen und verschwindet nicht mehr aus ihnen. Und sie beeinflusst auch den Erzähler: Er hätte gerne einfache Lösungen, würde gerne handeln, wäre gerne „eine Gestalt, die keine überflüssigen Fragen stellt. Die keinerlei moralische Werte befolgt. Dann brauche ich keine moralischen Rechtfertigungen mehr für unmoralische Taten.“ Auch die Möglichkeiten der Kunst reflektiert der trotz seiner Aggressivität vielschichtige Text: „Warum hetze ich dermaßen ins Theater, wenn das wirklich Wichtige draußen geschieht?“

Die Hamas bleibt außen vor (mehr …)

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Gespräche, Filme, Videos

Begleitprogramm ergänzt die Aufführung von „Israel, mon amour“
Von Frank Heindl
Das Theater Augsburg bietet zu seiner Doppel-Inszenierung unter dem Titel „Israel, mon amour“ ein engagiertes Begleitprogramm an: Publikumsgespräche, zwei lange Filmnächte und die Ausstellung „Videokunst aus Israel“. Christian Thöner, Vorsitzender des Augsburger Kunstvereins, freute sich über „die erste größere Kooperation mit dem Theater.“ Und Kurator Oliver Brunner vom Stadttheater sieht gar den „Beginn einer Kooperation des Theaters mit den Kunstschaffenden der Stadt.“ […]

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Nachhilfe für Mozartoper

Am Sonntag, 30. September 2012, feiert Wolfgang Amadeus Mozarts „Don Giovanni“ in einer Inszenierung von Patrick Kinmonth Premiere am Theater Augsburg. Wie bereits in der letzten Spielzeit begonnen, bietet das Stadttheater auch in dieser Saison wieder die Veranstaltungsreihe „Werkstatt“ an. Interessenten können so noch vor der Premiere einen Einblick in den Entstehungsprozess einer Produktion zu […]

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Zwei „Bekannte“ neu im Schauspielensemble

Innerebner und Salfeld waren als Gäste schon in der letzten Spielzeit in Augsburg
Von Frank Heindl
Die „Neuzugänge“ sind eigentlich gar nicht neu. Das feste Ensemble der Augsburger Schauspielsparte wird mit der neuen Spielzeit trotzdem um zwei Schauspieler größer: Florian Innerebner und Les Salfeld waren in der vergangenen Spielzeit als Gäste in Augsburg, nun gehören sie „fest“ dazu. […]

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„Das Stadttheater muss sich verändern“

Sebastian Seidel im DAZ-Interview über die Zukunft des Theaters Wenn man in Augsburg über die Rolle des so genannten „Off-Theaters“ spricht, fällt als erstes der Name Seidel. Dr. Sebastian Seidel hat in Augsburg Literaturwissenschaft studiert und sich bereits in den Neunzigern mit dem Germanisten-Theater über die Universität hinaus einen soliden Ruf erarbeitet. Seit mehr als […]

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„Ich habe immer von einem gemeinsamen Thema geträumt, an dem alle mitwirken“

Juliane Votteler wird dem Augsburger Stadttheater als Intendantin bis 2017 vorstehen. Davon sollte man ausgehen, trotz diverser Gerüchte. Ihr Engagement für die Interimsspielstätte an der Kasernstraße hat im hohen Maß dazu beigetragen, dass es heute die Brechtbühne gibt – wenn auch mit Verzögerung. Das Thema “Interimsspielstätte” fiel bei der Zweitverwertung des DAZ-Interviews vom 28.5.2010 […]

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Die Grünen wünschen sich ein anderes Theater

„Das Begonnene fortsetzen und noch mehr Vernetzung mit den anderen kulturellen Institutionen der Stadt schaffen“, so Intendantin Juliane Votteler im Mai 2010 im DAZ-Interview. Für die Augsburger Grünen hat diese Fortsetzung offensichtlich nicht stattgefunden. Sie stellten im Juni 2012 ihr „Positionspapier zum Theater der Zukunft“ vor. Fraktionschef Reiner Erben und die kulturpolitische Sprecherin der Grünen […]

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Neue Themen, neue Stücke, neue Kunden

Dem Theater laufen die Abonnenten in Scharen davon. Will es neue gewinnen, muss es einen Aufbruch wagen: Neue Themen, neue Stücke, neue Kunden. Der kommende Spielplan ist ein Schritt in die richtige Richtung, so Frank Heindl, der sich in seinem Kommentar auch Intendantin Juliane Votteler zur Brust nimmt. Aufbruch? – Mehr davon! Kommentar von Frank […]

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Theatermisere: Der Wahnsinn hat Methode

Von Siegfried Zagler Die Berichte der vergangenen Jahre bezüglich der Finanzmisere des Augsburger Stadttheaters lesen sich in der DAZ wie „Aufzeichnungen aus einem Tollhaus“. Auch 2010 war seitens des Theaters von chronischer Unterfinanzierung die Rede und der Stadtrat goutierte gegen zwei Stimmen einen Wirtschaftsplan des Theaters mit 2 Millionen Euro Unterdeckung, wie der „historische Bericht“ aus […]

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„Ich habe keinen Reduzierungsauftrag, sondern einen Gestaltungsauftrag“

Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl über das Theater Das städtische Theater ist in Augsburg ein wohlbehüteter Schatz. Quer durch alle Schichten und Parteien scheint es eine unausgesprochene Übereinkunft darüber zu geben, dass wir in dieser Stadt ein Theater mit dieser Struktur und in dieser Dimension brauchen. Was aber wäre, wenn diese Grundannahme falsch wäre? Steht die […]

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