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Dienstag, 30.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Kultur

Brecht: Rückkehr des verlorenen Sohnes

Das Ende der DDR und der anderen sozialistischen Länder machte eine Neuentdeckung Bertolt Brechts möglich – auch in Augsburg.

So die Grundannahme der Augsburger Brechtfestival-Macher Joachim Lang und Jan Knopf, die in Augsburg nicht unumstritten sind. Wie in Augsburg mit Bertolt Brecht umgegangen wurde und wird, schildert in einer Art kulturpolitischen Brecht-Reportage der Berliner Journalist Ralf Hutter. Es handelt sich bei der DAZ-Fassung um einen „Nachdruck“ . Der Text, der in ähnlicher Fassung bereits am Wochenende in der überregionalen Tageszeitung „Neues Deutschland“ erschien, zeigt einen entspannten Blick auf eine angespannte Situation. Hutters Blick aus der Ferne ist nicht oberflächlich, nicht aufgeregt oder ironisierend, sondern von einer wohltuenden Sachlichkeit bestimmt.



Von Ralf Hutter

Der verlorene Sohn Augsburgs ist zurück: Bert Brecht in der "Bleich" vor seinem Jugendhaus. (Foto: Stadt- und Staatsbibliothek)seinem

Der verlorene Sohn Augsburgs ist zurück: Bert Brecht in der "Bleich" vor seinem Jugendhaus. (Foto:  Stadt- und Staatsbibliothek)


Am vergangenen Freitag hat das jährliche Augsburger Brechtfestival begonnen. Überthema des zehntägigen Programms: Brecht im Exil. Damit ist die Zeit während des Nationalsozialismus gemeint. Doch der weltberühmte Dramatiker wurde auch danach, in Ost-Berlin, nicht wirklich heimisch. In seine Geburtsstadt Augsburg reiste er hingegen immer wieder gerne. Dort schlug ihm aber fast bis zum Ende des Jahrhunderts vor allem jene Ablehnung entgegen, die den vermeintlichen Regime-Dichter so oft traf.

Es ist sozusagen ein großer Konflikt der Weltliteratur, der sich in Augsburg im Kleinen abspielt. Es geht um einen der berühmtesten Dramatiker des 20. Jahrhunderts, der seit dem Untergang der Sowjetunion und der ihr angeschlossenen Staaten neu, unverfälscht gelesen werden kann und wird. Es geht um die richtige Art der Würdigung, um vermeintliche Verflachung, Vereinnahmung – und um Kommerz geht es auch. Es geht um Eugen Berthold Brecht, der heute im Internetauftritt der Stadt als „Augsburgs berühmtester Sohn“ bezeichnet wird. Seit der Jahrtausendwende wird Bertolt (wie er sich später nannte) Brecht in der Stadt seiner Kindheit, Jugend und ersten literarischen Arbeiten regelmäßig mit einem Festival gefeiert. Selbst die CSU kann etwas mit ihm anfangen. (mehr …)

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Brecht: Erben wollen Castorfs Baal stoppen

Von Siegfried Zagler Nach Brechts Tod, tauchte aus den Wäldern ein leibhaftiger Baal auf. Sein Name: Rainer Werner Fassbinder. Volker Schlöndorff sagt, dass Fassbinder während seiner Baal-Verfilmung zu Baal geworden sei. Fassbinder wollte die Geschichte der Bundesrepublik anhand von Frauenschicksalen erklären. Bertolt Brecht wollte die Welt erklären und mit seiner Baal-Inszenierung hat Frank Castorfs dieses […]

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Brechtfestival: Risse hinter der Fassade

Trotz einer bemühten Feierlaune beherrschte die Ungewissheit über die Zukunft des Brechtfestivals die Tonart der Eröffnung. Von Halrun Reinholz Ja, die Besucherzahlen des Vorjahres konnten sich sehen lassen und auch die Eröffnung des Brechtfestivals 2015 fand vor vollem Haus statt. Vorausgegangen waren die Divergenzen über die künftigen Festivals im Stadtrat beziehungsweise mit dem Kulturreferenten Thomas […]

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Film: Wem gehört die Stadt?

In der Veranstaltungsreihe „Architekturfilm und Jazz“ im Thalia Kino Am Obstmarkt in Augsburg, gibt es am Montag, den 02. Februar eine Premiere: Die Filmemacherin kommt! „Wem gehört die Stadt-Bürger in Bewegung“, so der Titel von Anna Ditges Dokumentarfilm, die ihrer Langzeitdokumentation alle Gruppen vor die Kamera holt, die an urbanen Entwicklungen beteiligt sind: die Stadtverwaltung, […]

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Kunstsammlungen: Was es zu sehen gibt

Rückschau und Ausblick bei den Augsburger Museen. Von Halrun Reinholz Zum ersten Mal war Thomas Weitzel als Kulturreferent bei der Jahrespressekonferenz der Kunstsammlungen dabei. Er sei, bekannte er, „erschrocken“, als er sich den Stellenplan der städtischen Museen mal bewusst angeschaut habe. Dass mit dieser mageren Besetzung (quasi ein einziger fester Wissenschaftler pro Haus) dennoch Beachtliches […]

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Reise ins Herz der Finsternis: Baal in München

„Im Laufe seines Lebens kommt Brecht immer wieder auf Baal zurück. Er befreit sich von der ursprünglichen Antithese, entfernt sich von literarischen Vorbildern, glättet später den Stoff für Buchausgaben, was ihn kurz darauf schon ärgert: „Er ist zu Papier geworden, verakademisiert, glatt, rasiert und mit Badehosen undsoweiter“ (Brecht, 1920). […]

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Brechtfestival: Lang ist sich nicht sicher, ob er 2016 macht

In einem heute erschienen Artikel der Welt am Sonntag äußerte sich der Festivalleiter des Augsburger Brechtfestivals, Dr. Joachim Lang dahingehend, dass er noch nicht weiß, ob er das Angebot der Stadt für das Brechtfestival 2016 annehmen wird. Wie vielfach berichtet, gab es eine lange und intensive Auseinandersetzung um die  Fortsetzung des Augsburger Brechtfestivals. Nach der […]

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„Sanierung? Das schaffen wir spielend. Reden Sie mit!“

Gebäudesanierungen gehören zu den großen Herausforderungen der Stadt. Die Sanierung des Stadttheaters gehört zum kostspieligsten Sanierungsvorhaben, dem sich die Stadt zu stellen hat. Die große Sanierungsvariante würde zirka 95 Millionen Euro Kosten bedeuten. Dafür gäbe es einen Rekordzuschuss vom Freistaat. Das Stadttheater hat diesbezüglich eine Kampagne gestartet, deren dritter Teil am Montagabend über die Bühne […]

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Opernball – oh là là!

Unter dem Motto „Moulin Rouge“ öffnete das Theater sein Haus den Augsburgern für eine fröhliche Ballnacht. Von Halrun Reinholz Schon zum 15. Mal fand im großen Haus des Theaters der Augsburger Opernball statt. Wie immer waren die Karten innerhalb kürzester Zeit verkauft – und das, obwohl es ein Vorkaufsrecht für Abonnenten gibt. Alle anderen haben […]

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„Vertriebene sind wir, Verbannte“

Exilautoren lesen beim Brecht­festival „Vertriebene sind wir, Verbannte. Und kein Heim, ein Exil soll das Land sein, das uns da aufnahm“, so schrieb Brecht 1937 über die antifaschis­tischen Flüchtlinge aus Hitler­deutschland. Heute suchen Menschen aus vielen Ländern in Deutschland Zuflucht. Das Brecht­festival, das vom 30. Januar bis 10. Februar läuft, wird daher drei Exilautoren ein Forum […]

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