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Montag, 08.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Musik

Premiere auf der Sommerbühne: Wie gut sieht man wirklich?

Endlich geht es los: Nach der Schließung der Freilicht­bühne am Roten Tor feiert „Monty Python‘s Spamalot“ am 27. Juni 2026 Premiere auf der neuen Sommerbühne am Gaswerk – mit frecher Doppel­bödigkeit und mit­reißender Musik. Doch die Freude über die neue Spielstätte wirft auch die Frage auf: Wie gut kann das Publikum auf der provi­sorischen Tribüne sehen? Die DAZ hat nach­gerechnet.

Von Bruno Stubenrauch

Grafik: DAZ

Die Handlung auf der Bühne: König Artus schart die schrägsten Ritter aller Zeiten um sich, um dem göttlichen Auftrag der Suche nach dem Heiligen Gral nachzu­kommen. Dabei schlägt sich die illustre Gemein­schaft mit den absurde­sten Widrig­keiten herum – und das Musical macht sich ebenso über sich selbst wie über die ehrwürdige Artus-Sage lustig. Doch die eigent­liche Geschichte spielt sich abseits der Bühne ab – auf der Zuschauertribüne.

Die Geometrie der Tribüne

Die Anfang Juni fertiggestellte Sommerbühne hat exakt 1200 Sitz­plätze und ist in drei Blöcke aufgeteilt: Block A (links), Block B (Mitte) und Block C (rechts). Die äußeren Blöcke haben je 20 Sitze neben­einander, der Mittel­block 40. Alle Blöcke umfassen 15 Reihen. Die ersten neun Reihen weisen eine Steigung von etwa 20 Prozent auf, die Reihen 10 bis 15 eine Steigung von etwa 40 Prozent. Die Reihen sind nicht versetzt – die Stühle stehen exakt hinter­einander.

Der C-Wert – was steckt dahinter?

Zur Beurteilung der Sicht ist der sogenannte C-Wert maß­geblich. Er berechnet sich aus den Sichtlinien vom Augpunkt der Zuschauer zum Fokuspunkt auf der Bühne. Bei Musik­veran­staltungen liegt der Fokuspunkt in der Regel 50 cm von der vorderen Bühnen­kante entfernt und 60 cm über dem Bühnenboden. So kann der Zuschauer bei freier Sichtlinie die Akteure zumindest ab Hüfthöhe sehen.

Damit der Blick nicht vom Kopf des Vorder­manns unter­brochen wird, muss dessen Augpunkt mindestens 12 Zenti­meter unter der eigenen Sichtlinie liegen – der durch­schnitt­liche Abstand zwischen Aug- und Scheitel­punkt beim Menschen. Ein C-Wert von 12 oder mehr bedeutet optimale Sicht, ein Wert unter 12 hingegen, dass der Blick zunehmend nicht mehr ungehindert über den Scheitel des Vorder­manns gehen kann.

Erhebliche Unterschiede

Auf der Sommerbühne ergibt sich folgendes Bild: In Reihe 2 beträgt der C-Wert 9. Das bedeutet, dass die obere Körper­hälfte der Schauspieler noch sichtbar bleibt, der Blick aber teilweise durch die Köpfe der Vorder­leute beein­träch­tigt wird. Bis Reihe 9 fällt der Wert kontinu­ierlich auf 5,5 ab. Der Wert von 5,5 bedeutet auf der Sommerbühne, dass ein 1,80 Meter großer Schaus­pieler an der Bühnen­kante komplett vom Kopf des Vorder­manns verdeckt wird – bei geradeaus nach vorn gerichtetem Blick.

Ab Reihe 10 ändert sich das Bild schlagartig: Dort liegt der C-Wert bei 22 und fällt bis Reihe 15 auf immer noch hervor­ragende 17 ab. Hier blickt man auf allen Plätzen frei über den Scheitel­punkt des Vordermanns.

Besonders betroffen ist das mittlere Drittel des 40 Stühle breiten Mittel­blocks (Block B), etwa ab Reihe 4 oder 5 bis zur Reihe 9. Der Vordermann verdeckt zunehmend den Blick zur Mitte der Bühne. Anders verhält es sich in den äußeren Dritteln des Mittel­blocks: Wer von dort zur Bühnen­mitte blickt, sitzt quasi „auf Lücke“ und sieht schräg am Vorder­mann vorbei – hier ist die Sicht deutlich besser als im mittleren Drittel.

Tipp: Reihen ab 11

Die DAZ empfiehlt Plätze ab Reihe 11. In Reihe 1 hat man zwar keine Vorderleute, aber je nach Körpergröße ist der Geländerholm im Weg. Ab Reihe 11 kommt zum hohen C-Wert ein weiterer Vorteil hinzu: Der Preis sinkt von 40 Euro (Preis­gruppe 3) auf 32 Euro (Preis­gruppe 4). Bessere Sicht zum günsti­geren Preis – ein klarer Fall für alle, die auf Augsburgs neuer Ersatz­spiel­stätte Wert auf ein unge­trübtes Bühnen­erlebnis legen.

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Hinweis: Die ursprüngliche Version des Artikels enthielt Fotos von Teilen des Bühnenbilds. Diese wurden auf Wunsch des Staatstheaters entfernt.

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