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Freitag, 24.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Festival

Vielfältige Facetten der Freiheit

Stehende Ovationen für den Beitrag der Augsburger Philharmoniker zum Brechtfestival

Von Halrun Reinholz

Die enge Vernetzung des Theaters mit dem Brechtfestival schließt auch die Augsburger Philharmoniker mit ein. Sie gestalteten das Programm ihres 4. Sinfoniekonzerts im Gedenken an und mit Bezug auf Bertolt Brecht.

Ungewöhnlich der Einstieg: Statt sich traditionell sofort der Musik zuzuwenden, stellte GMD Dirk Kaftan das als erstes gespielte Werk zunächst vor. Es handelte sich um ein dreisätziges Orchesterstück von Paul Dessau (uns bekannt als Komponist der Mutter Courage, oder auch bei Der gute Mensch von Sezuan) mit dem programmatischen Namen „In memoriam Bertolt Brecht“, das der Freund und Weggefährte des Dichters diesem anlässlich seines Todes posthum gewidmet hat. Das Musikstück war wohl in der DDR bekannt und wurde oft gespielt. Für das heutige und hiesige Publikum waren Kaftans Erläuterungen zu der doch etwas sperrigen Komposition, die unter den Kriegs- und Nachkriegseindrücken den „Menschen in seinen Trümmern“ darstellt,  jedenfalls hilfreich. Der Komponist des zweiten Stückes, Siegfried Matthus, war wiederum Schüler eines anderen Brecht-Komponisten, Hans Eisler. Die „Phantastischen Zauberträume“ („Ein saxophonisches Märchen für Saxophonquartett und Orchester“) sind inspiriert von Michael Endes „Unendlicher Geschichte“. Entsprechend surrealistisch und skurril muten die Überschriften der Sätze an („Wilder Besenritt gegen die geistreichen Trottel, die arroganten Schönredner und die gefährlichen Dummköpfe“), doch sie versprechen nicht zu viel. Die spielerische und traumtänzerische Musik macht Vergnügen, zumal die „Solisten“, das Berliner Saxophonquartett clair-obscur) ihre vier unterschiedlichen Saxophone nicht nur meisterhaft beherrschen, sondern auch durch Gestik und Gruppenbildung das „Zauberspiel“ mitgestalten.

Beethoven im Kontext Brechts

Mit der Zugabe, zu der sie das enthusiastische Publikum vor der Pause nötigt, zeigen sie weitere Facetten ihres Repertoires. Dass im zweiten Teil die 7. Sinfonie von Beethoven folgte, scheint zunächst eine Abweichung von dem Brecht-Programm. Brecht war, wie Kaftan einräumte,  Komponisten wie Beethoven gegenüber skeptisch, weil er Musik wollte, die „den Kopf nicht ausschaltet“. Dennoch vereint die beiden der Drang nach Freiheit, zu der es zweifellos verschiedene Zugänge gibt. In der Auseinandersetzung mit den Kriegen um Napoleon setzte Beethoven auf Suggestivkraft und starke rhythmische Akzente, die Dirk Kaftan mit dem Augsburger Orchester eindrucksvoll und in fast atemlosem Tempo in den Saal strömen ließ. Die stehenden Ovationen des Publikums galten gleichermaßen Beethoven wie dem leider bald scheidenden Generalmusikdirektor. Dass die Augsburger Sinfoniekonzerte mittlerweile zu einem Geheimtipp geworden und oft ausverkauft sind, ist zu einem großen Teil dessen abwechslungsreicher und frischer Programmgestaltung mit hohem Qualitätsstandard zu verdanken. Auch diesen Brechtfestival-Abend werden die Konzertbesucher in bleibender Erinnerung behalten.

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Vielerlei Arten, den Brecht zu beschreiben

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Brechtfestival: „Hier entstand große Literatur“

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Brechtfestival: Brecht und die Wilde Bühne

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Ein mitreißendes Wochenende

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Augsburger Filmtage im neuen Filmfest-Verband

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Der Verband will sich dafür einsetzen, dass der regionalen, überregionalen und internationalen kulturellen wie auch wirtschaftlichen Bedeutung der Filmfestivals Rechnung getragen und die „prekäre finanzielle und personelle Ausstattung der Festivals“ verbessert wird. […]

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Brechtfestival 2014: „Es war die beste Zeit“

Das Berlin der 20er Jahre steht im Fokus der Veranstaltungsreihe, die die lokale Kulturszene  mit prominenten Gästen zusammenführt. Von Halrun Reinholz Nach fünf Festivaljahren unter der Verantwortung des künstlerischen Leiters Joachim Lang hat sich eine gewisse Routine eingeschlichen: Als kleiner Appetithappen wird in der Adventszeit das Programm des neuen Brechtfestivals vorgestellt, die weihnachtliche Vorfreude damit […]

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„lab.30“ trotz(t) Biennale-Konzept

Das „Biennale-Konzept“ des Kulturreferenten hat den städtischen Etat für das Elektronik-Festival „lab.30“ deutlich reduziert, der im vergangenen Jahr rasch ins Leben gerufene Freundeskreis konnte bei weitem nicht so viele Spenden akquirieren, wie optimistisch angenommen – und trotzdem steht dem „lab“ in diesem Jahr mehr Geld zur Verfügung als je zuvor: Auf 30.000 Euro ist der […]

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Patti Smith kommt nach Augsburg

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Quellenfestival: Grab reist nach China

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