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Donnerstag, 09.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Startschuss für den Reese Park

Eines der wichtigsten Konversions-Vorhaben in Augsburg nimmt Fahrt auf. Bis 2022 sollen auf dem Areal der ehemaligen Reese-Kaserne in Kriegshaber 1.300 neue Wohnungen entstehen. Am Dienstag wurde das Projekt im Stadtplanungsamt vorgestellt.



Das Reese-Areal (Foto: Nürnberger Luftbild Hajo Dietz / Stadt Augsburg)

Das Areal der ehemaligen Reese-Kaserne blickt auf fast 200 Jahre militärischer Vergangenheit zurück: Schon 1806 wurde es als Exerzierplatz genutzt. Ab 1936 teilten sich die Panzerjägerkaserne, Arras-Kaserne und Somme-Kaserne mit Offizierskasino die Fläche. Ab Frühjahr 1945 wurden die drei Kasernen zum so genannten „Reese-Komplex“ zusammengefasst und von den US-Streitkräften genutzt, bis zum Abzug der Amerikaner im Jahr 1994.

Nach einem europäischen Architektenwettbewerb im Jahr 2003, dem Erwerb der Grundstücksflächen im Jahr 2006 durch die Stadt und mehrjährigen kommunalen Planungen, die 2009 im Bebauungsplan 228 mündeten, ist jetzt der Weg frei für die Umnutzung des ca. 44 ha großen Areals. Modernes hochwertiges Wohnen und viel Grün im Augsburger Westen sind die Ziele der Konversion.

136 Millionen Invest bis 2022

Reese Park - Lageplan mit Bauabschnitten (zum Vergrößern anklicken)

Reese Park - Lageplan mit Bauabschnitten (zum Vergrößern anklicken)


Bis voraussichtlich zum Jahr 2022 sollen in mehreren Bauabschnitten vor allem Wohnbauflächen, aber auch Einrichtungen für die Nahversorgung, Gemeinbedarf und Kultur entstehen. Die Stadt rechnet mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von mindestens 136 Mio. Euro. Davon entfallen 56 Millionen auf die Baureifmachung durch die Stadt bzw. deren Tochter AGS (Augsburger Gesellschaft für Stadtentwicklung). Weitere 80 Millionen werden nach ersten Einschätzungen von Investoren erbracht.

In den vergangenen Wochen haben die beiden Bauträger Dumberger und Asset GmbH die Flächen für die ersten Bauabschnitte 1a und 1b erworben, ein Areal von insgesamt 40.000 m². Die Vermarktung der an der Ulmer Straße geplanten Sondergebietsflächen für Einzelhandel und Dienstleistung läuft seit diesem Wochenende. Bis Ende April soll auch hier das Investorenkonsortium stehen. Baubeginn für die Nahversorgung soll im Frühjahr 2013 sein, so AGS-Geschäftsführer Manfred Deutschmann.

Fix ist außerdem bereits die Ansiedlung der Hermann-Schmid-Akademie, die im südlichen Bereich zwischen Sommestraße und Reinöhlstraße auf rund 23.000 m² ein neues modernes Schulzentrum errichten wird. Darüber hinaus hat die Polizeiinspektion Augsburg West Interesse an einem Areal signalisiert.

Bauträger stehen optimistisch am Start

Michael Dumberger, dessen Firma 16.000 m² Grund „zu einem fairen Preis“ erworben hat, freut sich schon auf das Projekt, mit dem er die Beschäftigung seiner Mitarbeiter für drei Jahre gesichert sieht. Rund 25 Millionen will er in 80 großteils barrierefreie Wohnungen und 30 Doppel- und Reihenhäuser investieren. Baubeginn soll im Mai/Juni 2012 sein.

Auch Stephan Deurer vom Mitbewerber Asset GmbH ist optimistisch: „Wir dürfen im Reese Park das Gleiche umsetzen, was schon im Sheridan-Areal erfolgreich war“. Mit der für die Baureifmachung zuständigen AGS und der Stadt Augsburg als Genehmigungsbehörde habe man zwei verlässliche Partner. „Das führt zu hoher Qualität“, so der Baufachmann. Im Reese Park habe man „die Möglichkeit, zu gestalten“ und müsse keine Lücken füllen. Entstehen sollen Stadthäuser, Doppel- und Reihenhäuser und verschiedene Mehrfamilienhaus-Konzepte, mit denen man ein „gehobenes Segment bedienen“ wolle. Die Asset GmbH startet mit ihren geschätzt 25 bis 30 Mio. Invest im August.

19 Hektar zusammenhängendes Grün und Passivhäuser

Baureferent Gerd Merkle erläuterte am Dienstag, warum die Konversion des Reese-Areals für ihn „eines der ganz wichtigen Projekte“ ist: Im Gegensatz zu Pfersee, das schon vor der Konversion des Sheridan-Areals ein „in sich geschlossener Stadtteil mit wenig Defiziten“ gewesen sei, sei Kriegshaber bis jetzt ohne zusammenhängende Grünfläche. Mit dem Projekt habe Kriegshaber nun die Chance auf 19 ha zusammenhängendes Grün und die Grünvernetzung nach Süden bis in die Wertachauen.

Ein besonderes Anliegen ist Merkle eine Passivhaussiedlung, die im Nordosten des Reese-Areals entstehen soll. Merkle möchte damit eine „symbolische bauliche Entwicklung“ und ein architektonisches Vorzeigeprojekt a la „Weißenhofsiedlung Stuttgart“ anstoßen: Augsburger Architekten sollen auf der Fläche, die bewusst von der Fernwärmeversorgung durch die Stadtwerke ausgespart bleibt, mustergültige Passivhäuser entwerfen. Ein Wettbewerb dazu ist bereits geplant. Ein juristisch einwandfreies, von der Bayerischen Architektenkammer abgesegnetes Vermarktungsmodell ist allerdings noch nicht gefunden. Eines der Hindernisse ist das im Architektenrecht verankerte so genannte Kopplungsverbot, das die Bindung eines Grundstücksverkaufs an einen Architektenvertrag nicht zulässt.

Der Baureferent äußerte sich auch zur Zukunft des Kulturparks West. Dessen Vertrag für die Zwischennutzung der alten Bestandsbauten läuft 2017 aus. „Bis dahin wird beim Westpark nichts passieren“, so Merkle. Aber die Stadt könne es sich angesichts eines Grundstückswerts der Flächen des Kulturparks West von 9 Millionen Euro „nicht leisten, hier auf eine bauliche Entwicklung zu verzichten“.

Der Reese Park auf den Augsburger ImmobilienTagen



Sowohl die Stadt Augsburg (Halle 5, Stand D21) als auch die Bauträger Asset GmbH (Halle 5, Stand C39) und Dumberger (Halle 5, Stand C15) sind mit dem Projekt Reese-Areal auf den Augsburger ImmobilienTagen 2012 am Messezentrum vertreten. Die Messe läuft noch bis Sonntag (10-18 Uhr, Eintritt frei, Parkplatz 4 Euro).

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