Japanische Jugenddelegation zu Gast in Augsburg
Vom 30. August bis 6. September 2026 empfängt Augsburg eine Jugenddelegation aus den japanischen Partnerstädten Amagasaki und Nagahama. 13 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren sowie fünf Begleitpersonen wohnen bei Gastfamilien im Raum Augsburg – und erleben so den Alltag in der Stadt hautnah.
Von Bruno Stubenrauch

Ein vielfältiges Programm erwartet die Gäste: Besichtigungen des Japangartens im Botanischen Garten, Führungen durch die Fuggerei, die Stadtbücherei und die Augsburger Puppenkiste stehen ebenso auf dem Plan wie ein gemeinsamer Kochabend mit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft. Auch Ausflüge nach Füssen (Baumwipfelpfad, Schloss Neuschwanstein, Wieskirche) sowie zur KZ-Gedenkstätte Dachau, zum BMW Museum und zur Münchner Residenz sind vorgesehen.
Höhepunkte sind der offizielle Empfang durch die Stadt Augsburg am Dienstag, 1. September, im Rokokosaal der Regierung von Schwaben sowie der Abschlussabend am Freitag, 4. September, im Kolpinghaus. Der Austausch wird von der Yamaoka Memorial Foundation unterstützt und soll im kommenden Jahr mit einer Delegation aus Augsburg in Japan fortgesetzt werden.
Jugendaustausch mit langjähriger Tradition
Der Jugendaustausch mit Amagasaki und Nagahama, der bereits seit den 1970er-Jahren besteht, unterstreicht die besondere Rolle Augsburgs als erste deutsche Stadt mit einer japanischen Städtepartnerschaft und bis heute einzige mit gleich zwei japanischen Partnerstädten. Mit diesem lebendigen Austausch setzt sich Augsburg nachhaltig für den deutsch-japanischen Dialog und kulturellen Austausch ein.
Die Partnerstädte Amagasaki und Nagahama
Der deutsch-japanische Schwesternstadtbund, der als erster dieser Art 1959 geschlossen wurde, verbindet Augsburg mit zwei sehr unterschiedlichen Städten. Die Initiative für die Partnerschaft ging maßgeblich von Nagahama aus: Der damalige Yanmar-Firmenchef Magokichi Yamaoka, der in München studiert hatte, setzte sich dafür ein, seine Produktionsstandorte Amagasaki und Nagahama zu Partnerstädten Augsburgs zu machen, was 1959 besiegelt wurde.
Amagasaki, eine Industrie- und Handelsstadt in der Hyogo-Präfektur, ist mit rund 450.000 Einwohnern und als bedeutender Standort für Maschinenbau und Chemieindustrie eine moderne Metropole. Sie war bereits im Mittelalter eine wichtige Hafenstadt und diente mit ihrer Burg als westlicher Schutz für Osaka.
Nagahama, im 16. Jahrhundert gegründet, ist eine rund 120.000 Einwohner zählende Stadt am Biwa-See und zeichnet sich durch moderne Architektur, großzügige Promenaden und eine wichtige Rolle in der Textil- und Maschinenbauindustrie aus. Der Biwa-See ist mit 670 Quadratkilometern um ein Viertel größer als der Bodensee und der größte See Japans.

Basiskarte: d-maps.com – Bearbeitung: DAZ




