Augsburgs Stadtgeschichte zieht ins Internet
Neuer digitaler Lesesaal macht historische Dokumente online zugänglich
Wer in Augsburgs Vergangenheit stöbern möchte, muss dafür künftig nicht mehr zwangsläufig das Stadtarchiv besuchen. Mit einem neuen digitalen Lesesaal stellt das Stadtarchiv Augsburg einen großen Teil seiner Bestände erstmals zentral im Internet zur Verfügung.
Von Bruno Stubenrauch

Historische Spuren entdecken: Aufnahme der Kahnfahrt aus dem Jahr 1910 (Screenshot recherche-stadtarchiv.augsburg.de)
Bereits zum Start können mehr als 250.000 Digitalisate online eingesehen werden – von historischen Fotografien über Stadtpläne bis hin zu Urkunden und Verwaltungsquellen. Digitalisate sind digitalisierte historische Dokumente, Fotos, Karten oder andere ursprünglich analoge Archivalien.
Mit der neuen Plattform bündelt das Stadtarchiv seine digitalen Angebote an einer zentralen Stelle. Die Nutzung des digitalen Lesesaals ist kostenfrei. Die Recherche in den Beständen und die Einsicht in viele Digitalisate sind auch ohne Benutzerkonto möglich. Wer einen kostenlosen Account anlegt, kann darüber hinaus Rechercheergebnisse speichern, Digitalisate herunterladen und Archivgut für einen Besuch im Lesesaal vorbestellen.
Mehr als eine digitale Suchmaschine
Hinter dem Begriff „digitaler Lesesaal“ verbirgt sich weit mehr als ein Online-Katalog. Schwerpunkte der über 250.000 Digitalisate bilden unter anderem die Fotosammlung, historische Karten und Pläne, Missivbücher, Handwerkerakten, Urfehdeurkunden sowie Sichtvermerke des Einwohneramts. Das Stadtarchiv hat angekündigt, diesen Bestand kontinuierlich zu erweitern.
Archivgut, das bislang noch nicht digitalisiert wurde, kann weiterhin im Lesesaal des Stadtarchivs eingesehen werden.
Auch zum Stöbern gedacht
Das neue Angebot richtet sich nicht nur an Historikerinnen und Historiker oder Ahnenforschende. Wer ohne konkretes Rechercheziel in Augsburgs Vergangenheit eintauchen möchte, findet auf der Plattform vorgefertigte Themenbereiche – etwa historische Fotografien aus Alt-Augsburg oder alte Stadtpläne. Hinzu kommt die Rubrik „Kleine Stadtgeschichte(n)“, in der das Stadtarchiv interessante und weniger bekannte Episoden der Augsburger Stadtgeschichte präsentiert.
Damit wird der digitale Lesesaal nicht nur zu einem Werkzeug für wissenschaftliche Recherchen, sondern auch zu einem niedrigschwelligen Zugang zur Geschichte der Stadt. Ob für Journalisten, Heimatforschende oder einfach historisch Interessierte – viele Schätze des Stadtarchivs lassen sich nun erstmals bequem von zu Hause aus entdecken.




