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Dienstag, 05.05.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Aus dem Stadtrat

„Zuhören, verstehen, gestalten“: Tatjana Dörfler ist Kulturreferentin

Am Montag, 4. Mai, wurde die SPD-Stadträtin Tatjana Dörfler zur neuen Kultur­referentin der Stadt Augsburg gewählt. Ihr Referat umfasst neben Kultur auch die Bereiche Bildung, Wissen­schaft und Welterbe. Wer ist die neue Referentin, und welche Schwerpunkte setzt sie? Ein Blick auf die Vor­stellungs­rede, mit der sich Tatjana Dörfler dem Stadtrat präsentierte.

Von Bruno Stubenrauch

Plakat zur Kommunalwahl 2026

Mit einem klaren An­spruch auf inhalt­liche Ver­zahnung und stra­tegi­sche Weiter­ent­wick­lung hat Tatjana Dörfler das Amt über­nommen. In ihrer Rede zeich­nete sie das Bild einer Ver­wal­tungs­ein­heit, in der Bildung und Kultur nicht neben­einan­der­stehen, sondern sich gegen­seitig stärken.

„Kultur und Bildung gehören zu­sammen. Sie er­gänzen sich und sie stützen sich da, wo es drauf ankommt“, betonte sie und stellte damit ihr zen­tra­les Leit­motiv vor. Das Doppel­referat ver­steht sie als be­wusste struk­tu­relle Ent­schei­dung mit Zukunfts­anspruch.

Breite fachliche Basis und Führungserfahrung

Fachlich bringt die Juristin eine ungewöhn­lich breite Quali­fikation mit: Neben zwei baye­rischen Prädi­kats­examina verfügt sie über einen Master­ab­schluss im Bildungs- und Hoch­schul­management, den sie mit Bestnote abge­schlossen hat. Bildung, so ihr Ver­ständnis, sei nicht nur eine päda­gogische, sondern auch eine organi­sa­to­rische und stra­tegische Aufgabe.

Ihre berufliche Laufbahn ist eng mit Augsburg verbunden: 14 Jahre lang war sie Kanzlerin der Hochschule Augsburg. In dieser Zeit begleitete sie das Wachstum der Ein­richtung, führte über 200 Mit­arbeitende und verant­wortete als Haushalts­beauf­tragte ein Budget von rund 38 Millionen Euro jährlich.

Bis Juni ist sie noch im Bayerischen Staats­mini­sterium für Wissen­schaft und Kunst tätig, wo sie in der Kultur­abteilung unter anderem Förder­pro­gramme, Bauprojekte und strate­gische Ent­wicklungen ver­ant­wortet. Während der Corona- und Energie­krise koordi­nierte sie mit ihrem Team umfang­reiche Unter­stützungs­maßnahmen für Kultur­ein­rich­tungen: „Mit meinem Team konnte ich 70 Milli­onen Euro nach Bayern holen – damit in vielen Bereichen eben das Licht gerade nicht aus­gegangen ist.“

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit lag im Kulturbau: Als Bau­koordi­natorin begleitete sie große staatliche Projekte, darunter „Flaggschiffe“ wie die General­sanie­rung des Residenz­theaters. Auch im Museums­bereich war sie aktiv, etwa bei der Ent­wicklung einer Dachmarke für staat­liche Museen und der Erschlie­ßung neuer Zielgruppen.

Erfahrung im Stadtrat

Neben ihrer Verwaltungs­erfahrung bringt Dörfler auch kommunal­politi­sche Praxis mit: Seit 2020 gehört sie dem Augsburger Stadtrat an. Dort war sie bildungs­politi­sche Sprecherin ihrer Fraktion und setzte sich unter anderem für Schulbau­projekte und den Ausbau von Betreuungs­plätzen ein.

Als Vorsitzende des Wirtschafts-, Beteili­gungs- und Liegen­schafts­aus­schusses sammelte sie zudem Erfahrung in mode­rieren­den Rollen und betonte ihre Fähigkeit, fraktions­über­greifend Mehrheiten zu organisieren.

Klare Schwerpunkte für Bildung und Kultur

Inhaltlich skizzierte sie für das Referat klare Priori­täten: Im Bildungs­bereich sollen insbe­sondere Schul­neubauten und -sanierungen voran­getrieben sowie Ganztags- und Kita-Angebote ausgebaut werden.

Im Kulturbereich nannte sie zentrale Projekte wie die Fertig­stellung des Staats­theaters und die Weiter­ent­wicklung des Römischen Museums. Ein beson­deres Anliegen ist ihr die Zukunft der Freilicht­bühne: Diese sei „für viele Augs­burge­rinnen und Augsburger ein Teil ihres Sommer­gefühls in dieser Stadt“ und müsse möglichst im laufenden Betrieb saniert werden.

Gleichzeitig hob sie die Bedeutung der freien Kultur­szene hervor, die sie durch neue Förder­instru­mente wie ein geplantes „Fair Ticket“ stärken will.

Führungsstil: Dialog und Zusammenarbeit

Entscheidend sei für sie jedoch nicht nur die Umsetzung einzelner Projekte, sondern der Dialog mit den Beteiligten: „Ich möchte zuhören. Ich möchte verstehen und ich möchte mit Ihnen gemeinsam beide Bereiche nach vorne bringen“, beschrieb sie ihren Ansatz.

Auch persönlich gab sie Einblicke: Als Mutter von drei Kindern habe sie gelernt, gerade in lauten Situa­tionen die leisen Töne wahr­zunehmen. Ihr Führungs­ver­ständnis umriss sie mit einem Bild aus den Bergen, in die sie in ihrer Freizeit gerne geht: Der Erfolg liege nicht allein im Erreichen des Gipfels und einem Foto für Instagram, sondern im gemein­samen Weg und darin, als Team wieder sicher ins Tal zurückzukehren.

Mit dieser Mischung aus Verwaltungs­erfahrung, politi­scher Praxis und einem auf Koope­ration ausge­richteten Führungs­stil übernimmt Tatjana Dörfler eines der zentralen Referate der Stadt Augsburg. Mit ihrer Wahl verbindet sich nun der Anspruch, die klar formu­lierten Ziele in den kommenden Jahren auch gegen mögliche Wider­stände in konkrete Politik für Augsburg zu übersetzen.

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