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Sonntag, 03.05.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Soziales

SPD fordert Augsburger Sportanlagenkonzept

Der geplante Umzug des Post SV an den Wasenmeisterweg schlug in der vergangenen Woche auf einer Versammlung der Grünen hohe Wellen der Verärgerung. Anwohner und Naturschützer sowie eine Reihe von  Vereinsvertretern sprachen sich gegen das Projekt aus. Nun fordert die Augsburger SPD ein Sportanlagenkonzept und nimmt Sportreferent Peter Grab in die Pflicht. Grab wird von der Augsburger SPD „Untätigkeit“ vorgeworfen.

Von Siegfried Zagler

Das Rosenaustadion Foto: Kleeblatt-Film

Das Rosenaustadion

Foto: Kleeblatt-Film


Per Antrag an das Sportreferat fordert die SPD ein Augsburger Sportanlagenkonzept. „Ziel des Antrags an den Sportbürgermeister ist ein Konzept für Augsburgs Sportanlagen zu entwickeln, so dass in keiner der Augsburger Stadtteilen das Vereinssportangebot zur Mangelware wird. Bisher ist in dieser Richtung nichts geschehen, so Leichtle. In der Untätigkeit des Sportbürgermeisters sieht Leichtle auch den Hauptgrund für die Unzufriedenheit vieler Sportvereine mit der Verlagerung des Post SV von der Bürgermeister-Ackermann-Straße an den Wasenmeisterweg. „Es ist doch ganz natürlich, dass verschiedene Vereine sich in ihren Entwicklungsmöglichkeiten beeinträchtigt sehen, wenn ein Sportverein ein derart großes Neubauvorhaben realisieren möchte. Diese Befürchtungen sind ernst zu nehmen und entsprechende strategische Maßnahmen seitens der Stadt zu ergreifen“, so Leichtle. Mit Hilfe eines Sportanlagenkonzepts solle das Vereinssportangebot aufeinander abgestimmt und dadurch erhalten beziehungsweise erweitert werden.

Schwere Bedenken anderer Vereine

Nach Auffassung der Augburger Grünen würde der geplante Umzug des Post SV an den Wasenmeisterweg viele Probleme mit sich bringen, weshalb keine Fakten geschaffen werden sollen. Stattdessen wird von den Grünen eine öffentliche Diskussion zu den Plänen gefordert. „Geplant sind die Ansiedlung des Post SV unter öffentlicher Förderung in Höhe von mehreren Millionen Euro über Baukostenzuschüsse und Grundstückskäufe“, wie es in einer Presseerklärung der Augsburger Grünen heißt. Auf einer Versammlung der Grünen Pfersee äußerten die anwesenden Vertreter der Sportvereine schwere Bedenken bezüglich einer möglichen Ballung von Sportangeboten im Süden von Pfersee, während der Norden von Pfersee und der Süden von Kriegshaber nur noch über wenige Sportflächen verfügen würde.

Der Vorsitzende der Grünen Stadtratsfraktion, Reiner Erben, sieht die Potentiale der Zusammenarbeit der Sportvereine und die Nutzung der bestehenden Sportanlagen nicht für ausgeschöpft. „Es ist kaum darstellbar, dass hier für einen zweistelligen Millionenbetrag und mit kräftiger Unterstützung der Stadt eine neue Sportanlage gebaut wird und gleichzeitig wenige hundert Meter entfernt das Rosenaustadion, die Sporthalle und die Karl-Mögele-Anlage in einem bedauernswerten Zustand bleiben. Die hohen Beträge könnten hier sinnvoller eingesetzt werden und der Post SV könnte sich genauso gut entwickeln.“

Ökologische Bedenken und Überladung eines Stadtviertel

Schließlich gibt es auch massive ökologische Bedenken zum vorgesehenen Standort am Wasenmeisterweg. Für Christine Kamm, Mitglied im Grünen Ortsverband Pfersee ist die Wiese Teil eines Grünzugs, die durch den ganzen Westen führt und wichtig für die Biotopvernetzung ist. „Dieser Grünzug würde dann nicht zur Wertach führen, sondern an einem Parkplatz und einer Turnhalle enden. Außerdem wäre eine Bebauung der Wiese am Wasenmeisterweg eine weitere Versiegelung einer wertvollen Fläche, die auch im Hochwasserschutz eine wichtige Rolle spielt. Deshalb sehen wir das Projekt sehr kritisch.“ Von den Anwohnern werden Belastungen durch Lärm und ein wachsendes Verkehrsaufkommen befürchtet. Sie lehnen die Baupläne der Stadt Augsburg und des Post SV rigoros ab. Ein Sportpark mit Halle, Vereinsheim und Fußballfeldern sei nicht im Sinne der Lebensqualität im Quartier.

Ausgelöst wurde der „Widerstand am Wasenmeisterweg“ (Augsburger Allgemeine) durch die Umzugspläne des Post SV, der seit Jahren auf der Suche nach einem neuen Standort ist, weil er an seinem bisherigen Vereinssitz an der Grenzstraße Probleme mit dem Lärmschutz hat. Im Frühling dieses Jahres schien die Suche erfolgreich abgeschlossen: Verein und Stadt „haben sich im April auf das Grundstück am Wasenmeisterweg geeinigt.“ Der Post SV will von 50.000 Quadratmetern städtische Fläche zirka 28.000 Quadratmeter in Erbpacht übernehmen und bebauen.

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