DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Montag, 22.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Kultur

Furioser Walkürenritt in der Kongresshalle

Was für ein Osterabend! Der Augsburger Wagner-Sänger Gerhard Siegel lud renommierte Kollegen aus aller Welt zur Oster-Benefiz-Gala für die Theatersanierung ein

Von Halrun Reinholz

Sternstunde für Wagnerianer in der Kongresshalle: Gerhard Siegel, Domonkos Héja, Jennifer Holloway © Jan-Pieter Fuhr

Wagner in Augsburg geht gerade nicht so – zu viele Provisorien, zu schlechte technische Bedingungen. Aber das heißt nicht, dass beim Publikum kein Interesse vorhanden wäre. Zumindest hatte man diesen Eindruck in der Kongresshalle am Abend des Ostersamstag – da traf die Crème de la crème der Wagner-Interpreten zusammen, um mit einer konzertanten „Walküre“ die Theatersanierung in Augsburg zu unterstützen.

Eingefädelt hatte das Event der in Augsburg lebende Sänger Gerhard Siegel, dem die  Stadt und ihr Theater, wie er bekennt, „sehr am Herzen“ liegen. Er hat hier seine künstlerische Heimat, die ihn befähigt hat, einer der weltweit gefragtesten Darsteller für Wagner-Rollen wie Mime oder Siegmund zu werden.  Bei der letzten Wagner-Inszenierung in Augsburg war er als Tristan zu erleben. Durch sein gut geknüpftes Netzwerk gelang es ihm, Kolleginnen und Kollegen für diesen Konzertabend zu gewinnen, die aufgrund voller Terminkalender und weltweiter Engagements nur schwer unter einen Hut zu bringen sind. Deshalb wohl auch der ungewöhnliche Termin am Karsamstagabend – dem viele potenzielle Zuschauer wohl aus Gründen der Urlaubsplanung fernbleiben mussten.

Dennoch war die Kongresshalle gut gefüllt und auch weniger eingefleischte „Wagnerianer“ konnten sich der Faszination der hervorragenden Interpretation dieser faszinierenden Musik nicht entziehen. Gerhard Siegel überzeugte als Siegmund. Als Sieglinde hatte er Jennifer Holloway gewinnen können, die diese Partie gerade an der Staatsoper Hamburg singt. Eine vergleichsweise kleine Rolle hatte Kammersänger Walter Fink, bis 2014 Mitglied der Wiener Staatsoper, als Hunding, doch sein kraftvolles Stimmvolumen elektrisierte das Publikum merklich. Den Wotan gab der international präsente Däne Johan Reuter. Als Fricka stand ihm die amerikanische Mezzosopranistin Katharine Goeldner (die zusammen mit Gerhard Siegel die Idee der Benefiz-Gala gesponnen hatte) zur Seite. Auffällige Bühnen- und Stimmpräsenz kam von der Dänin  Irène Theorin, die weltweit die Brünnhilde gibt und auch an diesem Abend in dieser Rolle brillierte.

Domonkos Héja und die Augsburger Philharmoniker begleiteten den Wagner-Ausnahmezustand unaufgeregt und glanzvoll. Beim Walkürenritt am Anfang des dritten Aktes entwickelte sich ein fulminanter Dialog des Orchesters zu den acht singenden Walküren am Bühnenrand – eine beeindruckende Riege, in der mit Sally du Randt und Natalya Boeva auch zwei Kolleginnen aus dem Augsburger Ensemble standen. Die fünf Stunden Sitzfleisch waren eine lohnenswerte Herausforderung für den einmaligen Konzertabend zum Osterfest. Bleibt zu hoffen, dass sich auch der finanzielle Effekt für die Theatersanierung zeigt. Und dass solche Projekte Nachahmung finden – das Augsburger Publikum zeigt sich, wie man an den nicht enden wollenden frenetischen Ovationen gemerkt hat, dafür dankbar.

gesamten Beitrag lesen »



Auf Brechts Spuren in Berlin: Vortrag wird wiederholt

Der Vortrag „Der Morgen riecht immer nach Raubtieren“, der sich mit Brechts Spuren durch die Großstadt Berlin beschäftigt, wird wegen großer Nachfrage wiederholt. Dr. Michael Friedrichs biografische Brecht-Lectures zeugen von großer Kennerschaft und reichem Detailwissen. Mit detektivischer Genauigkeit zeichnet er aus Bildern, Notizen, Zitaten und anderen Artefakten ein erhellendes Bild von Brecht in seinem alltäglichen […]

gesamten Beitrag lesen »



Dylan-Day in Augsburg

Nach dem Vorspiel – der VHS-Reihe mit Vorträgen, Konzert und dem Scorsese Film „No Direction Home“ im Mephisto Kino – endlich der Höhepunkt: Bob Dylans erstes Augsburg Konzert am morgigen Samstag, den 20. April um 20 Uhr in der Schwabenhalle. Und natürlich darf spekuliert werden, welche Songs zu hören sind – interessant auch die Frage, […]

gesamten Beitrag lesen »



Stadtteilbücherei Lechhausen vergrößert sich

Die Stadtteilbücherei Lechhausen ist momentan in einem Gebäude der Blücherstraße 1 auf ca. 200 Quadratmetern untergebracht. Bis zum Jahresende soll sie auf 570 Quadratmeter erweitert werden. Die Stadtteilbücherei Lechhausen ist zurzeit flächenmäßig die kleinste Zweigstelle der Stadtbücherei im größten Stadtteil Augsburgs. Auch der Eingang ist bisher sehr versteckt und von der belebten Schlössle-Kreuzung nur eingeschränkt […]

gesamten Beitrag lesen »



Teilschließung des Maximilianmuseums erst ab 23. April

Wegen Wartungsarbeiten und Vorbereitungsarbeiten für die Sonderausstellung „Maximilian I. (1459 – 1519). Kaiser. Ritter. Bürger zu Augsburg“ kommt es zu einer Teilschließung im Maximilianmuseum. Diese wurde vor kurzem für den 15. April bis zum 19. Mai angekündigt, hat sich aber nun auf den Zeitraum 23. April bis 19. Mai verschoben. Von der Teilschließung betroffen sind […]

gesamten Beitrag lesen »



Schaezlerpalais präsentiert Daniel Biskups Wendejahre

Vom 14. April bis 30. Juni zeigt das Schaezlerpalais 100 Fotos des Augsburger Fotografen Daniel Biskup zum Fall der Mauer und dem Umbruch in der Sowjetunion. 30 Jahre ist es her, dass die Mauer in Deutschland fiel. Drei Jahrzehnte – und doch beschäftigt die Wende die Menschen bis heute. Sie ist die Erklärung für vieles, […]

gesamten Beitrag lesen »



Nicht nur Brecht im Brechthaus

Einen vergnüglichen Liederabend boten Karin Kurzendörfer und ihr hervorragender Pianist Stephan Kaller, auch als „Kapelle Kurzendörfer“ bekannt, in der heimeligen Wohnzimmeratmosphäre des Brechthauses, das dabei durchaus an die Grenzen seiner Kapazitäten gelangte.  Von Halrun Reinholz „Nicht nur Brecht“ war versprochen. Karin Kurzendörfer hatte sich die Mühe gemacht, nach Zeitgenossen Brechts zu recherchieren, die ähnliche Schicksale […]

gesamten Beitrag lesen »



5. Sinfoniekonzert: Hauptrolle für den Kontrabass

„Divertimenti“ waren angekündigt für das Sinfoniekonzert in der Kongresshalle. Mozart präzisiert: „Die Concerten sind eben das Mittelding zwischen zu schwer und zu leicht.“ In Nordeutschland sah man zu der Zeit naserümpfend auf die „leichte“ Gebrauchmusik, die Mozart wie so vieles meisterhaft beherrschte. Davon konnten sich die Konzertbesucher bei dessen Divertimento Nr. 1 Es Dur überzeugen. […]

gesamten Beitrag lesen »



„Reden wir über Digitalisierung“

Im Rahmen einer Kooperation von Stadt, Universität und Hochschule Augsburg startet am 10. April eine öffentliche Vorlesungsreihe zu Chancen und Risiken des digitalen Wandels. Die Stadt Augsburg stellt den digitalen Wandel in den Mittelpunkt einer fünfteiligen Vortragsreihe. Professorinnen und Professoren werden über die weitreichenden Umwälzungsprozesse der Digitalisierung auf gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene referieren. Unter dem […]

gesamten Beitrag lesen »



Buchpräsentation im Maximilianmuseum

Am Dienstag, 9. April, präsentiert das Maximilianmuseum die erste Monografie zum Holzbildhauer Christoph Rodt. Der Holzbildhauer Christoph Rodt, geboren um 1578 in Neuburg a. d. Kammel, ist einer der bedeutenden Künstler Schwabens. Seine Werke prägen die Region. Ausgebildet wurde er vom Weilheimer Bildhauer Hans Degler, dem Schöpfer der Altäre von St. Ulrich und Afra in […]

gesamten Beitrag lesen »