Wendejahre
DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Dienstag, 16.04.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

5. Sinfoniekonzert: Hauptrolle für den Kontrabass

„Divertimenti“ waren angekündigt für das Sinfoniekonzert in der Kongresshalle. Mozart präzisiert: „Die Concerten sind eben das Mittelding zwischen zu schwer und zu leicht.“ In Nordeutschland sah man zu der Zeit naserümpfend auf die „leichte“ Gebrauchmusik, die Mozart wie so vieles meisterhaft beherrschte.

Ödön Rácz – Kontrabasssolist im 5. Sinfoniekonzert 2018/19 © Jan-Pieter Fuhr

Davon konnten sich die Konzertbesucher bei dessen Divertimento Nr. 1 Es Dur überzeugen. Ein zweites Divertimento folgte danach, geschrieben von dem 1979 gestorbenen Komponisten Nino Rota. Ungewöhnlich daran: Das Solo-Instrument ist der Kontrabass. Nino Rota soll als Direktor des Konservatoriums von Bari den Kontrabass-Schülern beim Üben zugehört haben. Dabei sei ihm die Unzulänglichkeit an Stücken für dieses Instrument aufgefallen. Er beschloss, selber etwas für Kontrabass zu komponieren, Musik ohne den drögen Fingerübungs-Charakter. Genau das bekam das Augsburger Publikum vorgeführt, und dass Nino Rota sich auf Filmmusik versteht, scheint auch bei diesem aus vier Teilen locker aufgebauten Divertimento durch. Als Solisten konnte Domonkos Héja seinen Budapester Landsmann Ödön Rácz gewinnen, seines Zeichens Solokontrabassist bei den Wiener Philharmonikern. Er strafte das gängige Bild vom im Hintergrund unauffällig wirkenden Kontrabass-Spieler mit virtuosem Vergnügen Lügen und zeigte, wie viel Melodie in dem unhandlichen Instrument steckt. Zur Begeisterung des Publikums in der Kongresshalle, das zum Dank für anhaltenden Applaus noch zwei Zugaben mit athletischem Körpereinsatz des Solisten bekam. Im zweiten Teil die 4. Sinfonie von Mahler, wie die meisten in einem der berühmten Komponierhäusl (diesmal am Wörthersee) komponiert und deshalb durchdrungen von alpinen Nebengeräuschen. Als Solistin Samantha Gaul, die als junge Studentin in Augsburg als Gast auftrat. Inzwischen gereift und vielfach preisgekrönt, erfreute sie mit dem Gesang über das „himmlische Leben“. 

Ein stimmiger und stimmungsvoller Konzertabend.



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