DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Mittwoch, 15.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Baukultur

Wohnen im Wandel der Zeit

Mit einem kleinen Festakt wurde gestern die Ausstellung „Mehr als ein Dach über dem Kopf – Wohnen im Wandel der Zeit“ in der Neuen Stadtbücherei eröffnet. Anlass der Ausstellung ist das hundertjährige Jubiläum des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen e.V. (VdW).




Bürgermeister Hermann Weber wies in seinem Grußwort darauf hin, dass das Wohnen, wie wir es heute kennen, keine Selbstverständlichkeit sei und gab einen historischen Abriss der Geschichte des sozialen Wohnungsbaues. Im 19. Jahrhundert herrschten in den Arbeitervierteln der wachsenden Industriestädte noch unbeschreibliche hygienische und soziale Zustände. Die allmählich entstehenden Baugenossenschaften machten es sich zur Aufgabe, die Wohnungssituation zu verbessern. In Augsburg wurde am 16. November 1900 die Wohnungsgenossenschaft Augsburg Nord-Ost gegründet. Es dauerte dann noch bis 1909, ehe sich die immer zahlreicher werdenden Genossenschaften zu einem Dachverband zusammenschlossen.

Gewaltige Wohnungsnotstände gab es jeweils nach den beiden Weltkriegen. Erst ab Mitte der 70er Jahre normalisierte sich der Wohnungsmarkt weitgehend. Mit dem Fall der Mauer verschärfte sich die Lage nochmals. Entspannung trat nach dem Ende des Kalten Krieges mit dem Abzug ausländischer Streitkräfte ein. Augsburg sei seit 1997 kein Gebiet mit erhöhtem Wohnraumbedarf mehr, so Weber abschließend.

Hohe Nachfrage bei der staatlichen Wohnraumförderung

Regierungspräsident Karl Michael Scheufele wartete mit Zahlen zur Förderung des Mietwohnungsbaues in Bayern auf. Im Jahr 2008 konnte mit staatlicher Hilfe für 12.500 Haushalte Wohnraum geschaffen oder modernisiert werden. Nach Schwaben flossen dabei 24 Mio. Euro. Trotz eines historischen Tiefs im Wohnungsbau insgesamt habe die Wohnraumförderung in 2008 um 17 Prozent zugelegt. Handlungsfelder der Zukunft seien das Wohnen im Alter und die Steigerung der Energieeffizienz, so Scheufele.

VdW-Verbandsdirektor Xaver Kroner

VdW-Verbandsdirektor Xaver Kroner


Zur Geschichte des VdW Bayern sprach anschließend Verbandsdirektor Xaver Kroner. Einhundert Jahre VdW seien auch einhundert Jahre Ringen um bessere Wohnverhältnisse in Bayern, gerade für einkommensschwächere Menschen. Zielsetzung bei der Verbandsgründung am 16. Mai 1909 in München war „die Verbesserung der Wohnungsverhältnisse im Allgemeinen und insbesondere der minderbemittelten Bevölkerung als eine der wichtigsten sozialen Aufgaben der Gegenwart“. Zu den 14 Gründungsmitgliedern gehörten auch drei Augsburger Baugenossenschaften.

Bis heute sei die Kernaufgabe des VdW die gleiche geblieben: Allen Menschen eine angemessene Teilhabe am Leben in unserer Gesellschaft zu ermöglichen. Dies drücke auch der Slogan „gut und sicher wohnen“ des VdW Bayern aus, so Kroner.

Kritik am schnellen Geldverdienen mit der „Ware“ Wohnen

Der Verbandsdirektor bedauerte die Entwicklung auf dem freien Wohnungsmarkt, bei der das Thema Daseinsvorsorge über Bord geworfen werde, um mit der „Ware“ Wohnen schnelles Geld zu verdienen. Dieses kurzfriste Denken habe „in eine der größten Krisen der Weltwirtschaft“ geführt. Das 100-jährige Jubiläum des VdW Bayern inmitten dieser Krise symbolisiere, dass es noch Unternehmen und Organisationen gebe, die durch alle Wirtschaftszyklen hindurch Kontinuität und Stabilität gewährleisten.

Zeigen die Größe einer Wohnküche des Jahres 1930: Karl Michael Scheufele, Hermann Weber, Xaver Kroner und WBG-Geschäftsführer Edgar Mathe (v.l.)

Zeigen die Größe einer Wohnküche des Jahres 1930: Karl Michael Scheufele, Hermann Weber, Xaver Kroner, WBG-Geschäftsführer Edgar Mathe (v.l.)


Die hohe Qualität des sozialen Wohnungsbaues sieht Kroner darin bestätigt, dass diesem nie der Makel von Armenquartieren anhing. Er verwies auf ein Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, das den Hauptgrund für die niedrige Eigentumsquote in Deutschland im stark ausgeprägten sozialen Wohnungsbau mit hohem baulichen Standard sieht. Mieter seien dadurch nie stigmatisiert worden.

Die Ausstellung zeigt auf einer Reihe von Schautafeln die kontinuierliche Verbesserung des Wohnstandards im sozialen Wohnungsbau vom Kleinwohnungsbau – eine Kleinstwohnung für 3-4 Personen aus dem Jahr 1930 mit einer Wohnfläche von 28 m2 ist in Originalgröße aufgebaut – bis zu heutigen Sozialwohnungen, die sich mit Wohnflächen von 90 m2 für vier Personen kaum noch von freifinanzierten Mietwohnungen unterscheiden. Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt noch bis 6. Januar 2010 im Foyer der Neuen Stadtbücherei zu sehen.

gesamten Beitrag lesen »



Altes Stadtbad: Sauna steht vor der Wiedereröffnung

Das Alte Stadtbad, dessen „geplanter Verkauf“ in den letzten Wochen durch die Medien geisterte, hat wieder eine Sauna. Die Sanierungen des ersten Bauabschnitts sind abgeschlossen. Dies gab die Stadt gestern via Pressemitteilung bekannt. Somit könne nach längeren Reparaturarbeiten in der „Sauna und Wellnesswelt im wunderschönen Jugendstiltempel wieder relaxt und entspannt werden“. Am kommenden Montag, 7. […]

gesamten Beitrag lesen »



Bürgerversammlung in Lechhausen: Gribl äußert sich zum Alten Stadtbad

Auf der gestrigen Bürgerversammlung der Stadt verteidigte OB Gribl die von Kämmerer Hermann Weber in die Haushaltsberatungen eingebrachte Idee, den Verkauf des Alten Stadtbades zu erwägen. Vor zirka 150 Teilnehmern stellte Gribl in Lechhausen klar, dass nicht darüber nachgedacht werden solle das Stadtbad zu schließen, sondern erwogen werden müsse, wie die Stadt aus der hohen […]

gesamten Beitrag lesen »



Linke: „Verkauf des Alten Stadtbades wäre ein Skandal“

Die von OB Gribl geäußerte Idee, wegen städtischer Finanzprobleme den Verkauf des Alten Stadtbades zu erwägen, wurde von den beiden Linken Stadträten Benjamin Clamroth und Alexander Süßmair in ihrer gestrigen Pressemitteilung „aus sozialen und kunstgeschichtlichen Gründen“ als „Skandal“ bezeichnet. Für die Linken wäre die Verwandlung des Alten Stadtbades in ein „Erlebnisbad“ eine „Modetorheit“, da der […]

gesamten Beitrag lesen »



Kreissparkasse sichert Kunst am Bau

Im Rahmen der Modernisierungsmaßnahmen der Kreissparkassen-Hauptstelle wurde das Natursteinmosaik des Augsburger Künstlers Professor Georg Bernhard von der Mayer´schen Hofkunstanstalt, München, fachmännisch abgetragen und gesichert. Horst Schönfeld, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse, übergab gestern das Mosaik im Beisein von Bürgermeister Hermann Weber und Professor Georg Bernhard an Dr. Christof Trepesch, den Leiter der Städtischen Kunstsammlungen. Es soll in […]

gesamten Beitrag lesen »



Der Prinzregent im neuen Glanze

Die Sanierung des Prinzregentenbrunnens und seines Denkmals konnte heuer abgeschlossen werden. Die Arbeiten wurden unter Leitung des Hochbauamtes und in Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde ausgeführt. Nur glücklichen Umständen verdankt es sich, dass das Denkmal für den Prinzregenten Luitpold von Bayern überhaupt noch restauriert werden konnte. Die 2,60 m […]

gesamten Beitrag lesen »



Augsburgs alte Westverbindung

Am nächsten Sonntag, 11. Oktober 2009, erkundet die GeschichtsWerkstatt Augsburg e.V. im Rahmen einer historischen Stadtführung den äußeren Abschnitt der Ulmer Straße in Kriegshaber. Der äußere Teil der Ulmer Straße führt von der festungsartigen Kirche St. Thaddäus bis in den Dorfkern des ehemals vorderösterreichischen Grenzorts Kriegshaber. Entlang der alten Ausfallstraße nach Westen finden sich zahlreiche […]

gesamten Beitrag lesen »



Kaffeehaus Aran: Baukunstbeirat lehnt Pläne für Außenbewirtung ab

Weniger Außengastronomie als geplant soll das Kaffeehaus Aran erhalten, das Anfang Oktober im Köpfhaus eröffnet hat. Der Baukunstbeirat der Stadt lehnte eine beantragte Bestuhlung auf dem Fuggerplatz mit bis zu 112 Plätzen ab. So sollte die Außenbewirtung des Aran nach den Vorstellungen des Architekten Volker Schafitel aussehen: sieben Tische mit Bänken entlang der Nordfassade des […]

gesamten Beitrag lesen »



Tag des offenen Denkmals

Am Sonntag, den 13. September 2009 findet europaweit der Tag des offenen Denkmals statt, auch in Augsburg. Das diesjährige Thema heißt: „Historische Orte des Genusses“. Der Tag des offenen Denkmals verfolgt den Zweck, die Bürger mit der gewachsenen Kultur und gebauten Geschichte vertraut zu machen. Traditionell findet der Denkmaltag jeweils am zweiten Sonntag im September […]

gesamten Beitrag lesen »



Sheridan-Gelände: Grüne begrüßen Entwicklung bei Halle 116

In einem Vor-Ort-Gespräch präsentierten gestern die Geschäftsführer des Kulturparks West, Thomas Lindner und Peter Bommas, zusammen mit der Grünen Stadtratsfraktion ihre Vorstellungen von der Entwicklung der Halle 116 auf dem Sheridan-Gelände. Die Grüne Stadtratsfraktion bewertet den im Juli einstimmig gefallenen Beschluss des Stadtrats als positiv, nach dem in der Halle 116 neben anderen Nutzungen auch […]

gesamten Beitrag lesen »