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Donnerstag, 28.07.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Bürgerversammlung in Lechhausen: Gribl äußert sich zum Alten Stadtbad

Auf der gestrigen Bürgerversammlung der Stadt verteidigte OB Gribl die von Kämmerer Hermann Weber in die Haushaltsberatungen eingebrachte Idee, den Verkauf des Alten Stadtbades zu erwägen.

Vor zirka 150 Teilnehmern stellte Gribl in Lechhausen klar, dass nicht darüber nachgedacht werden solle das Stadtbad zu schließen, sondern erwogen werden müsse, wie die Stadt aus der hohen Betriebskostenfalle heraus kommen könne. 750.000 Euro Kosten verursache das Bad jährlich, 11,60 Euro pro Besucher. Da könne man angesichts der städtischen Haushaltslage durchaus über den Verkauf des sanierungsbedürftigen Stadtbades nachdenken. Es sei kurios, so Gribl, dass „wir Augsburger, wenn wir in Neusäß oder Königsbrunn baden gehen, den doppelten Preis bezahlen und gleichzeitig die auswärtigen Besucher mit 11,60 Euro bezuschussen“. Entschieden sei noch nichts, „aber es werden heiße Diskussionen im Stadtrat zu diesem Thema zu erwarten sein“.

„Es ist schädlich, wenn die Stadt ihr Vermögen veräußert“

Dies könnte bereits ab 15 Uhr in der heutigen Stadtratssitzung der Fall sein. Die Augsburger Grünen haben gestern per Pressemitteilung einen Dringlichkeitsantrag angekündigt. Damit sich der Stadtrat mit den bisher nicht bekannten Kürzungsvorschlägen des Kämmerers im Verwaltungshaushalt auseinandersetzen könne, fordern die Grünen, dass in der Stadtratssitzung die Referenten darzustellen haben, welche Aufgaben von Kürzungen bedroht sein werden. Nur aufgrund solcher Informationen könne eine inhaltliche Diskussion stattfinden.

Im Vorfeld der heutigen Stadtratssitzung kritisierte die Stadtratsfraktion der Grünen Gribl auch dafür, dass sich der Oberbürgermeister für den Verkauf des Stadtbads einsetze. Ein solcher Verkauf und eine damit entstehende „Wohlfühloase“ würde nach seiner Ansicht „Sinn und Laune“ machen. Wie der Oberbürgermeister dazu komme, dass der Verkauf einer wichtigen, mit Steuermitteln renovierten und von vielen geschätzten Freizeiteinrichtung Laune mache, bliebe ein Rätsel. Es sei schädlich, wenn die Stadt ihr Vermögen veräußere. „Damit wird die Stadt in der Substanz geschwächt“, so die Grünen in ihrer gestrigen Pressemitteilung.