DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Sonntag, 28.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

FCA

Markus Krapf neuer FCA-Vorstandsvorsitzender

116 Tage liegt es zurück, als Klaus Hofmann völlig überraschend von allen FCA-Ämtern zurücktrat. Seit dem 13. Mai 2022 war das Amt des Vorstandsvorsitzenden des Vereins vakant, doch nun steht nach einem fast viermonatigen Findungsprozess fest, welche Wahl der Aufsichtsrat des Vereins getroffen hat: Markus Krapf wird das Ruder übernehmen.

Von Siegfried Zagler

Markus Krapf © DAZ

Krapf hat nicht lange überlegt, ließ sich aber lange Zeit, um in nicht weniger langen Gesprächen seine Vorstellungen eines demokratisch geführten Vereins mit dem Aufsichtsrat abzugleichen. Der 21.000 Mitglieder starke e.V. des FCA ist ein finanziell kerngesunder Verein mit Luft nach oben, der nun viel stärker als sozialer Faktor in die Stadtgesellschaft hinein wirken soll.

Unabhängig davon: Unpassender kann ein Zeitpunkt für den Start eines neuen „Präsidenten“ kaum gewählt sein. Die Bundesligamannschaft des FCA hat einen Fehlstart mit katastrophalen Auftritten hingelegt und wurde am Sonntag nach der dritten Heimniederlage in Folge mit einem gellenden Pfeifkonzert vom eigenen Anhang verabschiedet. Bereits wenige Wochen nach dem Bundesligastart brennt beim FCA das Dach, Manager Stefan Reuter und Trainer Enno Maaßen stehen wegen der schwachen Auftritte der Bundesligamannschaft im Feuer. Krapf wird im Verbund mit seinem Führungsteam den Brand zu löschen versuchen und den FCA dorthin führen müssen, wo er noch nie war, seit er in den Profifußball zurückgekehrt ist, nämlich auf die Ebene eines Fußballklubs mit einer klaren Struktur und einer transparenten Kommunikation.

Mit Walther Seinsch dirigierte von 2000 bis 2014 ein respektabler Monarch den Verein, die GmbH & Co KGaA und die sogenannte Investorengruppe. Seinsch hatte mit seinem Invest sowie seinem autokratischen System Erfolg und gab das Zepter an Klaus Hofmann weiter, ebenfalls ein „Geldpräsident“, der nicht nur dem Verein vorsaß, sondern das herrschaftliche „System Seinsch“ eins zu eins im Dezember 2014 übernahm.

Klaus Hofmann ist im Mai 2022 mehr über sich selbst gestolpert, als über die Mitglieder, die zuletzt starke Kritik an seinem autokratischen Führungsstil übten, aber keine Mehrheiten bei der letzten Jahreshauptversammlung fanden, als die Aufsichtsräte des Vereins mit Gegenkandidaten zu kämpfen hatten.

Die Wahl des Aufsichtsrats fiel wohl auf Markus Krapf, weil er als Persönlichkeit ziemlich genau das Gegenteil verkörpert, was Seinsch und Hofmann auszeichnete und mit ihm das 50+1 Konzept tatsächlich gelebt werden soll. Der Verein soll von nun an das Herz und der Verstand des FCA sein.

Krapf ist in Augsburg geboren (1971), ist in Augsburg zur Schule gegangen (Abitur/St. Stephan) und hat in Augsburg studiert (Lehramt Gymnasium) und dabei wohl nach dem ersten Staatsexamen erkannt, dass seine Talente nicht im Beamtenwesen liegen.

Nach zwei Jahren bei einer TV-Produktionsfirma wurde er unter Walther Seinsch Geschäftsführer des FCA (2002 bis 2006). Krapfs Arbeitsplatz befand sich noch an der Donauwörter Straße und der FCA stieg nach 23 Jahren Amateurfußball in die Zweite Liga auf. Nachdem Krapf von Andreas Rettig als Geschäftsführer abgelöst wurde, arbeitete er noch ein Jahr als Presse- und Geschäftsstellenleiter an der Donauwörter Straße, ehe er in der Innenstadt eine Fußballkneipe eröffnete, die bald Kultstatus hatte und als Location für TV-Übertragungen in der Fußballrepublik bekannt wurde.

Markus Krapf war nie weg vom FCA, sondern dürfte als Fan, als Geschäftsführer, als inoffizieller Repräsentant und als Graue Eminenz im Hintergrund wohl seit mehr als 20 Jahren im „Amt“ sein. Auch in der lokalen Politik ist er seit Kurzem aufgeschlagen, indem er das Stadtmagazin „Neue Szene“ in seiner Eigenschaft als Stellvertretender Chefredakteur „politischer“ aufstellte. Markus Krapf war und ist nicht nur beim FCA „eine Nummer“, sondern auch in der Stadtgesellschaft bekannt und vernetzt.

Dass er nach 22 Jahren der erste Vorstandsvorsitzende des FCA ist, der nicht auch zugleich Investor ist, bedeutet einen Neuanfang für den Augsburger Bundesligisten. Ob Markus Krapf die kommunikative Kompetenz, die emotionale Intelligenz sowie den nötigen Fußballsachverstand mitbringt, um einen schwierigen Klub in schwierigen Zeiten zu führen, wird sich zeigen. Zu wünschen ist es ihm jedenfalls.

gesamten Beitrag lesen »



Kommentar: Der FCA steht vor einem Scherbenhaufen

Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht schlimm – schließlich geht es nur um Fußball. Doch wenn man sich die Darbietung des FCA schön trinken wollte, dann würde man „im Plärrer ein ganzes Bierzelt brauchen“, wie Fußballreporter-Legende Herbert Schmoll süffisant auf der Pressekonferenz nach dem Spiel witzelte.  Kommentar von Siegfried Zagler Der FCA wurde nach einer […]

gesamten Beitrag lesen »



FCA bleibt zu Hause sieglos und enttäuscht gegen Hertha den eigenen Anhang

Hertha BSC gewinnt in der fünften Runde der Fußballbundesliga gegen den FC Augsburg mit 2:0. Die Tore der Berliner erzielten vor knapp 26.000 Zuschauern in der WWK Arena Dodi Lukebakio (67.) und Marco Richter (90.+3) nach einem mustergültigen Konter in der Schlussminute. Beim FCA stehen im Vergleich zum vergangenen Spieltag in Hoffenheim vier Neue in […]

gesamten Beitrag lesen »



Kommentar zum FCA: Pepi führt die lange Liste der gescheiterten Stürmer an

Am morgigen Sonntag, den 4. September (15.30 Uhr), ist mit Hertha BSC in Augsburg ein Bundesligaklub zu Gast, der groß träumt, aber auf dem Platz kaum mehr bewegt, als das Kopfschütteln der Zuschauer. Der Berliner Hauptstadtklub könnte als großer Bruder des FCA durchgehen, weshalb man mit einem Spiel ohne Spektakel rechnen muss. Von Siegfried Zagler […]

gesamten Beitrag lesen »



Kommentar zum FCA: Fußball der Grausamkeit

Dass der FCA unter seinem neuen Trainer Enrico Maaßen einen Schritt nach vorne gemacht haben soll, ist nicht zu erkennen. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Auch mit Maaßen muss man hadern. Hatte er gegen Mainz „nur“ falsch gewechselt, schickte er gegen Hoffenheim eine falsch aufgestellte Startelf ins Gefecht. Viel schlechter als der FCA […]

gesamten Beitrag lesen »



FCA verliert sang- und klanglos in Hoffenheim

Der FC Augsburg verliert bei der TSG Hoffenheim in der vierten Runde der Fußballbundesliga vor 17.206 Zuschauern mit 0:1. Das Tor der Sinsheimer erzielte Dennis Geiger nach einem gekonnt zu Ende gespielten Konter per Volleyschuss  (39.). Ein Hoffenheimer Konter reichte aus, um den Sinsheimern einen weiteren Bundesligasieg gegen die Augsburger zu sichern. Insgesamt präsentierte sich […]

gesamten Beitrag lesen »



Kommentar zum FCA: Von einer neuen DNA kaum eine Spur

Das zweite Heimspiel des FC Augsburg in seiner 12. Bundesligasaison lässt Vermutungen, Thesen und Einsichten zu, die man zu einem so frühen Zeitpunkt der Saison eher zurückhaltend behandeln sollte, doch im Grunde wäre die DAZ dann nicht viel besser als die Sportjournaille, die mit ihren Analysen immer dann zur Stelle ist, wenn die Ergebnisse dazu […]

gesamten Beitrag lesen »



Mainz beendet Negativserie in Augsburg mit einem Siegtor in letzter Minute

Der FC Augsburg verliert am 3. Spieltag der Fußballbundesliga in der heimischen WWK Arena vor 23.775 Zuschauern gegen den FSV Mainz 05 mit 1:2. Das Tor der Augsburger erzielte Demirovic (34.). Für die 05er waren Onisiwo (31.) und Lee erfolgreich (90.+3). Gegen Mainz setzt FCA-Cheftrainer Maaßen auf die siegreiche „Leverkusener-Mannschaft“. Bis auf eine Ausnahme: Für […]

gesamten Beitrag lesen »



FCA verstärkt sich mit Julian Baumgartlinger

Der FC Augsburg hat sich für die gerade gestartete Saison im Mittelfeld noch einmal verstärkt. Julian Baumgartlinger, der für die österreichische Nationalmannschaft 84 Länderspiele absolviert hat und auch in der Bundesliga durch 239 Spiele für den kommenden Gegner Mainz 05 sowie zuletzt für Bayer 04 Leverkusen viel Erfahrung besitzt, erhält einen Jahres-Vertrag bis zum 30. […]

gesamten Beitrag lesen »



Kommentar zum FCA: Das Spiel in Leverkusen hat das Augsburger Torhüterproblem nicht gelöst, sondern eher verschärft

Ein Fußballergebnis spiegelt als Einzelereignis nicht immer den Spielverlauf wider – manchmal gewinnt die schlechtere Mannschaft mit Spielglück, manchmal verliert die bessere Mannschaft wegen Chancenwucher oder durch schwerwiegende Einflüsse von außen, wie zum Beispiel bei Fehlentscheidungen des Schiedsrichters. Dafür gibt es im Sportjournalismus, aber auch in der Rhetorik der Fußballtrainer Sprachschablonen, die man wohlwollend als […]

gesamten Beitrag lesen »