Klinikpark: BUND Naturschutz holt die Umwelthilfe ins Boot
Im Konflikt um den geplanten Neubau der Uniklinik Augsburg setzt der BUND Naturschutz auf bundesweite Verstärkung: Auf Einladung der lokalen Kreisgruppe machte sich DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch persönlich ein Bild vom bedrohten Klinikpark. Die Strategie der Augsburger ist klar: Mithilfe prominenter Umweltgrößen soll der Druck auf die Politik massiv erhöht werden.
Von Bruno Stubenrauch

v.l.: Jürgen Resch (DUH) und Dr. Dietmar Kuhlmann (Bild: Fisima Tente Fotografie)
Die Rollenverteilung beim Ortstermin am 29. Juli war eindeutig: Nicht die Deutsche Umwelthilfe (DUH) suchte das Thema, sondern die Augsburger Naturschützer um Dr. Peter Roth und Dr. Dietmar Kuhlmann holten sich Jürgen Resch gezielt nach Schwaben. Seit der Freistaat Bayern im Juli 2024 das westliche Baufeld für den Uniklinik-Neubau festlegte – und damit das Aus für den mehr als acht Hektar großen Park mit über 1.300 alten Bäumen besiegelte –, kämpft das lokale Bündnis für eine ergebnisoffene Prüfung der bereits versiegelten Ost-Alternative.
Synergie mit der DUH-Kampagne „Bäume retten Leben“
Durch die Hinzuziehung der DUH und ihres streitbaren Kopfes Jürgen Resch verspricht sich das Augsburger Bündnis spürbaren Rückenwind und höhere Aufmerksamkeit über die Stadtgrenzen hinaus. Resch, der die DUH für ihren konsequenten Einsatz für Umwelt- und Klimaschutz bekannt gemacht hat, bringt genau jene Schlagkraft mit, die der lokalen Debatte bislang noch gefehlt haben könnte.
Für die DUH fügt sich der Fall wiederum perfekt in ihre bundesweite Kampagne „Bäume retten Leben“ ein. Resch versprach den Aktiven vor Ort nicht nur fachliche Anregungen, sondern sagte weitere Unterstützung zu.
Zeitargument für Westlösung gerät ins Wanken
Der prominente Rückenwind kommt für die lokalen Akteure zur rechten Zeit, denn ein Hauptargument der Staatsregierung gerät immer mehr ins Wanken: Der angeblich entscheidende Zeitvorteil der Westlösung löst sich durch Verzögerungen auf – der Fertigstellungstermin des Klinik-Neubaus hat sich von 2038 bereits auf 2041 bis 2043 verschoben. Der BUND Naturschutz sieht darin die Chance, eine transparente Raumverträglichkeitsprüfung beider Standorte doch noch einzufordern.
Der Besuch von Jürgen Resch soll der Auftakt zu weiteren Aktionen sein, um das Thema im Vorfeld des 50-jährigen Parkjubiläums im Jahr 2027 auf die Landes- und Bundesagenda zu heben.




