Zum Schulstart am Dienstag: Verbände fordern sichere Schulwege und mehr Schulstraßen
Am kommenden Dienstag, den 15. September, beginnt in Bayern das neue Schuljahr. Passend dazu appelliert ein Bündnis aus Deutsches Kinderhilfswerk (DKHW), Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Verband Bildung und Erziehung (VBE) an die Kommunen, ihre Handlungsspielräume für sichere Schulwege konsequent zu nutzen und den Hol- und Bringverkehr vor Schulen einzudämmen.
Von Bruno Stubenrauch

38 Prozent kommen mit dem Elterntaxi (Bild: Monica Smekal / Gemini)
Laut dem „Monitor Fußverkehr 2024“ des Sinus-Instituts werden derzeit rund 38 Prozent der Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht. Die Folge vor vielen Schulgebäuden sind unübersichtliche und gefährliche Verkehrsverhältnisse zu Unterrichtsbeginn und -ende. Das Bündnis rät Eltern daher, das Auto möglichst stehen zu lassen und den Schulweg frühzeitig mit den Kindern zu Fuß, per Tretroller, Rad oder mit dem ÖPNV einzuüben. Ein aktiver Schulweg fördere nicht nur die Eigenständigkeit und Gesundheit, sondern entschärfe auch die Verkehrslage vor Ort.
Kommunen in der Pflicht: Reformierte StVO nutzen
Gleichzeitig sehen die Verbände vor allem die Städte und Gemeinden in der Pflicht. Die Reform der Straßenverkehrsordnung (StVO) aus dem Jahr 2024 bietet Kommunen deutlich niedrigschwelligere Möglichkeiten zur Verkehrssteuerung, die nun entschlossen angewendet werden müssten. Das Bündnis fordert ein Stufenmodell:
- Kurzfristig: Einrichtung von temporären Schulstraßen (Sperrungen für den Durchgangsverkehr zu Stoßzeiten) und Elternhaltestellen außerhalb des unmittelbaren Schulumfelds.
- Mittelfristig: Dauerhafte Schulstraßen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität (nach Beispielen aus Berlin, Köln oder Leipzig).
- Langfristig: Ein fehlertolerantes Verkehrssystem für selbstständige Kindermobilität mit übersichtlichen Kreuzungen, ausreichend langen Grünphasen und flächendeckend Tempo 30 auf Schulwegen.
Vom 21. September bis zum 2. Oktober 2026 rufen DKHW, VCD und VBE zudem wieder zu den bundesweiten Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ auf, bei denen Schulen, Kitas und Eltern Initiativen und Projekte umsetzen können. Weitere Informationen stellt das Bündnis unter zu-fuss-zur-schule.de bereit.