KfW-70 statt KfW-40? Bürgerliche Mitte fordert Kurswechsel beim Wohnungsbau
Die Fraktion Bürgerliche Mitte macht Druck beim Thema bezahlbares Wohnen. Ein von der Arbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege erarbeitetes Eckpunktepapier solle „zügig“ in den zuständigen Ausschüssen beraten und in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, heißt es in einer Pressemitteilung.
Von Bruno Stubenrauch
Fraktionsvorsitzender Lars Vollmar (FDP) verweist auf die wachsende Einwohnerzahl Augsburgs bei gleichzeitig zu geringem Wohnungsneubau. Die Folge seien steigende Mieten, die für Normalverdiener kaum noch tragbar und für einkommensschwache Haushalte vielfach unbezahlbar seien. Umso unverständlicher sei es, dass das seit Monaten vorliegende Papier im Stadtrat bislang keine Rolle gespielt habe.
Absenkung von Standards zur Kostensenkung
Mit einem Antrag an die Stadt fordert die Fraktion nun konkrete Schritte. So soll die Stadtverwaltung darauf hinwirken, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft WBG künftige Neubauten grundsätzlich im Energiestandard KfW 70 statt wie bisher etwa im strengeren KfW 40 errichtet – sofern dies wirtschaftlich, rechtlich und energetisch vertretbar ist. Die Absenkung des Standards könne die Baukosten deutlich senken und sich damit positiv auf die Erstvermietungsmieten und städtische Zuschüsse auswirken. Zugleich solle geprüft werden, welche Folgen eine solche Umstellung für Klimaziele und Mieter hätte.
„Augsburger Modell“ für sozialen Wohnungsbau
Darüber hinaus beantragt die Bürgerliche Mitte eine Prüfung, ob das sogenannte „Münchner Modell“ auf Augsburg übertragbar ist. In der bayerischen Landeshauptstadt wird sozialer Wohnungsbau unter anderem durch die Kombination aus öffentlicher EOF-Förderung – einem staatlichen Förderprogramm für einkommensorientierten, preisgebundenen Mietwohnungsbau – und einem Preisdeckel für Grundstücke abgesichert. Die Verwaltung soll untersuchen, ob ein ähnliches „Augsburger Modell“ rechtlich möglich, finanziell darstellbar und wohnungspolitisch sinnvoll wäre.
Die Bürgerliche Mitte betont, Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und soziale Verantwortung müssten im Wohnungsbau zusammen gedacht werden. Ziel sei es, schneller mehr bezahlbare Wohnungen in Augsburg zu schaffen.



