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Dienstag, 27.01.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Wirtschaft

Ende einer Ära: Wo waren die Denkmalschützer?

Fast 60 Jahre nach dem Beginn der Atom­energie in Gund­remmingen ver­schwindet eines ihrer letzten sichtbaren Zeichen: Die markanten Kühltürme des ehemaligen Kern­kraft­werks werden am Samstag, 25. Oktober 2025 gesprengt – ein symbol­trächtiger Moment für den Rückbau des einst größten Atom­standorts Deutschlands.

Von Bruno Stubenrauch

Das Kernkraftwerk Gundremmingen war ein Stück deutscher Energie­geschichte. Mit Block A ging 1966 das erste kommer­zielle Atom­kraft­werk der Bundes­republik ans Netz. Nach einem schweren Störfall 1977 wurde der Reaktor stillgelegt, der Rückbau begann in den 1980er-Jahren.

Die Nachfolgeblöcke B und C, gebaut zwischen 1976 und 1984, prägten jahr­zehnte­lang die Strom­ver­sorgung in Bayern – zeitweise lieferten sie fast ein Drittel des baye­rischen Strom­bedarfs. Doch mit dem deutschen Atom­ausstieg endete auch ihre Ära: Block B wurde 2017 abgeschaltet, Block C folgte 2021 als letzter Siede­wasser­reaktor Deutsch­lands. Seitdem wird die Anlage Stück für Stück zurückgebaut; jetzt sind die Kühltürme an der Reihe.

Ein historischer Moment – aber kein historischer Bau

Eigentlich hätte man erwarten dürfen – zumindest erhoffen, dass das Landes­amt für Denkmal­pflege in letzter Sekunde ein­schreitet und die beiden eindrucks­vollen Landmarken unter Schutz stellt: als Sinnbild deutscher Industrie­-Architektur und als Erinne­rungs­ort einer Ära der Mensch­heits­geschichte, die in dieser Form nicht wieder­kehren wird. Zumal Kühltürme die zwar sicht­barsten, aber zugleich harm­losesten Zeichen der Atomkraft sind: Wie Betreiber RWE betont, ist bei der Sprengung keinerlei radio­aktive Belastung zu erwarten, denn die Türme gehörten aus­schließ­lich zum Kühl­wasser­kreislauf.

Zu spät – seit Freitagabend gilt rund um die Anlage eine weit­räumige Sperrzone gegen erwartete 40.000 Schau­lustige. Am Samstag um Punkt 12 Uhr werden die beiden 160 Meter hohen Türme fallen: Zuerst der von Block B, 15 Sekunden später der von Block C. Laut Spreng­ingenieurin Ulrike Matthes werden etwa die Hälfte der 48 Stützen­paare jedes Turms gezielt gesprengt, sodass die Beton­riesen kon­trol­liert in sich zusammen­sacken. 56.000 Tonnen Stahl­beton­schutt warten anschlie­ßend auf ihre Ver­ar­beitung zu hoch­wertigem Recycling-Schotter: Straßen-Unterbau statt Industriedenkmal.

Blick in die Zukunft

Gundremmingen selbst wird auch nach dem Abriss ein bedeu­tender Energie­standort bleiben. Mehr als 400 Beschäftigte arbeiten dort weiterhin am Rückbau der Reaktoren, der noch bis in die 2030er-Jahre dauern dürfte. Schon wenige Tage nach der Sprengung will RWE den Grund­stein für einen riesigen Batterie­speicher legen – den bislang größten in Deutschland. Das Zwischen­lager für die alten Brenn­elemente bleibt vorerst bestehen, bis ein bundes­weites Endlager gefunden ist.


Die Sprengung der Kühltürme wird von a.tv am Samstag ab 11.30 Uhr live übertragen.

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