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Donnerstag, 04.06.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Corona-Krise

IHK zur Corona-Krise: “Aderlass ist enorm”

Die Folgen des Shutdowns durch Corona seien deutlich spürbar: Mehrere zehntausend Arbeitsplätze seien in Gefahr, der wirtschaftlicher Schaden gehe in die Milliarden, so die IHK Schwaben. 

IHK-Gebäude mit Park © DAZ

Vor einer Woche hat Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder große Teile des öffentlichen und damit auch wirtschaftlichen Lebens erheblich eingeschränkt, mit dem Ziel die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. „Dieser notwenige Schritt trifft die regionale Wirtschaft schwer. Quer über alle Branchen hinweg brechen die Verkaufszahlen ein, Mitarbeiter gehen in Kurzarbeit oder müssen ganz zu Hause bleiben“, so beschreibt Dr. Marc Lucassen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben, die wirtschaftlichen Auswirkungen der ersten Woche nach dem Shutdown.

Deutschlandweit spüren acht von zehn IHK-Mitgliedsunternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen die Auswirkungen der Corona-Krise in einem erheblichen Umfang. Liquiditätsengpässe sind die Folge, teilweise verbunden mit der Sorge bald in die Insolvenz gehen zu müssen. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), die sich für den Freistaat ähnlich darstellen.

„Die Politik hat frühzeitig erkannt, dass die wirtschaftlichen Schäden der Pandemiebekämpfung immens sein werden. Um die Folgen zu mindern, haben sowohl die Bundes- als auch die Landesregierung weitreichende Förderprogramme beschlossen, die grundsätzlich den Bedarf der Unternehmen treffen“, so Lucassen. Belegt wird dies durch die Rückantworten der IHK-Mitgliedsunternehmen auf die DIHK-Umfrage. So werden die Angebote zum Kurzarbeitergeld oder die in Bayern bereits angelaufenen Soforthilfen bereits intensiv nachgefragt. Rund 20.000 bayerisch-schwäbische Unternehmen haben ihren Soforthilfe-Antrag bei der Regierung von Schwaben schon eingereicht.

Wie tief die Umsätze einbrechen und die Beschäftigtenzahlen sinken werden, lässt sich derzeit schwer beziffern. Fest steht für die IHK aber, dass das Ausmaß der Rezession das der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 weit übersteigen werde.

„Der kurz- und mittelfristige Rückgang des bayerisch-schwäbischen Bruttoinlandsproduktes wird in die Milliarden gehen, mehrere zehntausend Arbeitsplätze werden wegfallen. Der wirtschaftliche Aderlass ist also enorm. Daher ist es nötig, mit einfachen, schnellen und unbürokratischen Hilfen die wirtschaftliche Substanz zu erhalten, damit sich daraus nach der Krise neue Geschäftsmodelle und damit Arbeitsplätze entwickeln können”, so Dr. Lucassen abschließend.


Die IHK Schwaben vertritt im Regierungsbezirk Schwaben 140.000 Mitgliedsunternehmen aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen. Sie ist seit 1843 das Selbstverwaltungsorgan der bayerisch-schwäbischen Wirtschaft. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts berät sie Unternehmen, bündelt und vertritt deren Interessen und bildet Menschen in der Region aus und weiter. Sitz der IHK Schwaben ist Augsburg. Darüber hinaus gibt es acht Regionalbüros in Donauwörth, Günzburg, Kaufbeuren, Kempten, Lauingen, Lindau, Memmingen und Neu-Ulm. Ihr gewählter Präsident ist Dr. Andreas Kopton. Als Hauptgeschäftsführer fungiert Dr. Marc Lucassen.