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Donnerstag, 16.07.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Sport

FCA gegen Leverkusen: ohne Feuer, ohne Leidenschaft

Der FC Augsburg verliert vor 27.113 Zuschauern in der heimischen WWK-Arena gegen Bayer 04 Leverkusen mit 0:3. Die Tore erzielten Florian Niederlechner (Eigentor/33.), Kevin Volland (76.) und Kai Haverts, der den Ball nach einer Bayer-Traumkombination freistehend zum Endstand einnetzte (84.).

Nach dem 1:1-Unentschieden in Freiburg veränderte FCA-Trainer Martin Schmidt seine Startelf auf zwei Positionen: Im Mittelfeld begann überraschenderweise erstmals in dieser Saison Reece Oxford als defensive Sechs, auf der linken Außenbahn stand Iago nach seiner Verletzungspause nicht weniger überraschend in der Startelf. Jan Morávek und André Hahn nahmen auf der Bank Platz. Beide Debütanten zeigten eine gute Partie, soviel vorweg.

Der FCA begann mit hohem Pressing, störten also früh den Spielaufbau der Werkself, die phasenweise über 80 Prozent Ballbesitz hatte, aber gegen eine gut gestaffelte Augsburger Abwehr kein Durchkommen fand. Da der FCA nach Balleroberung mit dem Ball wenig anzufangen wusste, sahen die Zuschauer ein nett anzusehendes Leverkusener Passspiel, das meist am FCA-Strafraum sein Ende fand. Doch mit fortlaufender Spieldauer fanden die Bayer-Spieler mehr Zeit und Raum für ihre Kombinationen, da die Augsburger immer weniger Zugriff auf das Spiel fanden. Es gab kaum noch Zweikämpfe, weil die Augsburger zu weit von ihren Gegenspielern weg waren, um diese zu führen. Bayer-Angriffe wirkten ab der 25. Minute gefährlich und die logische Konsequenz war der Niederlechner-Kopfball ins eigene Tor (34.).

Nach der Pause das gleiche Bild: Es spielte nur eine Mannschaft und den Augsburgern konnte man nach vorne bestenfalls ein „Bemühen“ attestieren. Leverkusen hätte längst höher führen müssen, so rauschte ein abgefälschter Schuss von Kevin Volland ans Außennetz (51.). Und weiter ging es im Muster: Eine Bayer-Welle nach der anderen rollte auf das FCA-Tor zu, doch die beste Chance hatte Julian Schieber, der im Augsburger Sturmzentrum für den enttäuschenden Finnbogason eingewechselt wurde.

Schieber konnte eine Unsicherheit der Bayer-Abwehr nutzen und aus sechzehn Metern einen Volleyschuss abgeben, doch Bayer-Torwart Lukas Hradecky konnte den Ball über den Kasten lenken (72.). Die einzige Augsburger Torchance in der gesamten Partie! Wenig später war das Spiel entschieden: Einen langen Ball hob Volland über den schlecht stehenden Koubek mühelos zum 2:0 in die Augsburger Maschen (76.). Anschließend war es im Stadion so still, dass man die Krähen auf der Dachkante kreischen hörte. In der Schlussphase zeigte Bayer seine ganze Klasse mit einer schnellen Kombination über mehrere Stationen, die schließlich Kai Havertz frei vor Koubek  zum 3:0 Endstand verwertete (84.).

Als Fazit ist festzuhalten, dass der FCA gegen Bayer lange Zeit hervorragend verteidigte, ohne jedoch nach vorne einen Hauch Gefährlichkeit zu entwickeln. Es fehlte diesbezüglich nicht nur an Genauigkeit, sondern auch an Ideen und System. Auffallend auch, dass man kein Feuer in der Mannschaft spürte. Jeder erledigte einen ordentlichen Job, mehr aber auch nicht. Aggressivität und Leidenschaft sind Attribute, die zum Augsburger Fußball gehören sollten, wie der Lech und der Perlachturm. Es gab kein großes Aufbäumen, keinen Funkenschlag. Noch nie war die Geräuschkulisse im Stadion auf dem Lechfeld schwächer als beim gestrigen Spiel gegen Leverkusen. Die Emotionen der Fans passten sich dem Auftritt der Mannschaft an. Eine Mannschaft, die versuchte mitzuhalten und im Lauf der Partie hilflos hinnahm, dass Bayer das bessere Team ist. Auf diese Weise zu verlieren ist grausam, ist Fußball ohne Spirit und ohne Ereignishaftigkeit. Früher gab es in der Sportberichterstattung die Floskel, dass „die Zuschauer ihr Kommen nicht bereuen mussten“. Dieser Satz hätte in diesem Fall selbst für die mitgereisten Bayer-Fans keine Gültigkeit. Selbst in Paderborn und Ostberlin hängen aktuell die Trauben höher als in Augsburg. (Siefried Zagler)

Am kommenden Sonntag, 6. Oktober, (13.30 Uhr) ist der FCA bei Borussia Mönchengladbach zu Gast. Danach kommt der FC Bayern nach Augsburg.

FCA: Tomáš Koubek; – Stephan Lichtsteiner; Tin Jedvaj; Felix Uduokhai; Philipp Max; – Rani Khedira; Ruben Vargas; Amaral Borduchi Iago; Reece Oxford; – Florian Niederlechner; Alfred Finnbogason;

Eingewechselt: Sergio Córdova (87.); Jan Morávek (80.); Julian Schieber (67.); –

Ausgewechselt: Philipp Max (80.); Florian Niederlechner (87.); Alfred Finnbogason (67.); –

Auswechselbank: André Hahn; Andreas Luthe; Daniel Baier; Michael Gregoritsch; Fredrik Jensen; Raphael Framberger.

[league]

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