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Samstag, 13.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Kultur

When the music is over –  Die Olympischen Spiele 2024 im Rückblick

Zum dritten Mal nach 1900 und 1924 war Paris Austragungsort der Olympischen Spiele und sorgte nicht nur in sportlicher Hinsicht für Schlagzeilen.

Von Udo Legner

Die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit fanden 1896 in Athen statt – und bereits bei ihrer ersten Neuauflage hieß der Gastgeber Paris. Die Olympischen Spiele in Paris im Jahr 1900 hatten noch lange nicht den heutigen Stellen­wert, was bereits am Namen des Sport­ereignisses, „Concours Inter­nationaux d’Exercices Physiques et de Sports“ (Inter­nationale Wett­bewerbe für Leibes­übungen und Sport) ersichtlich ist. Diese Spiele waren nämlich nur ein Anhängsel der Weltausstellung, die zur gleichen Zeit in Paris stattfand. Dennoch gab es eine bahn­brechende Neuerung bei dieser olympischen Paris Premiere: erstmals nahmen Frauen an den Wettkämpfen teil!

Auch ein Viertel­jahr­hundert später, bei den zweiten Olympischen Spielen in Paris , gab es weg­weisende Inno­vationen – zum ersten Mal endeten die Olympischen Spiele mit einer Abschluss­zeremonie und für die Athleten und Athletinnen wurde ein olympisches Dorf errichtet.

„My Way“ – Besonderheiten bei den Olympischen Spielen 2024

Als Popstar Yseult bei der Abschlusszeremonie im Stade de France ihre Interpretation des Sinatra/Anka-Klassikers „My way“ darbot, wurde dies auch als Hinweis auf die ganz besondere Art und Weise der Ausrichtung dieser Pariser Olympischen Spiele gedeutet.

Partizipation, Ökologie, Nachhaltigkeit und der unverkennbare Wille, die Tage und Nächte der  Olympischen Spiele von der Eröffnung auf der Seine bis zur Abschlusszeremonie zu einem erinnerungswürdigen Schauspiel, einer Melange Magnifique aus Sport und Kultur, zu machen.

Die Kehrseite der Medaille – Kritik am Kommerz der Kultur-Olympiade

Dass es vor, während und auch nach den Olympischen Spiele Kritik an der Ausrichtung dieses Großevents geben würde, war zu erwarten. Es wurde beklagt, dass die Eintrittspreise selbst für Randsportarten abschreckend teuer waren. So kosteten zum Beispiel die billigsten Eintrittskarten für Rhythmische Sportgymnastik 395 Euro und Tickets für die Leichtathletik-Finale sogar bis zu 1.000 Euro.

Kritik entzündete sich auch an der drastischen Erhöhung der Metropreise – 4 Euro für die Einzelfahrt! Vor allem Migranten, Obdachlose und Drogenabhängige bekamen die Schattenseite der Olympischen Spiele schon im Vorfeld zu spüren, da sie in Vororte „verlegt“ wurden, damit Paris den Touristen im besten Licht erscheinen würde.

Was von den Kritikern wohl meist vergessen wurde, sind die Bemühungen der Organisatoren, möglichst viele an den Olympischen Spielen zum Nulltarif teilnehmen zu lassen. Dies war bei den Schwimm-Wettkämpfen in der Seine und den Radrennen ebenso möglich wie bei den offiziellen Marathonrennen. Begegnung und Partizipation an sportlichen und kulturellen Events wurden in fast jedem Pariser Bezirk angeboten und wer keine Tickets für die Wettkämpfe hatte, konnte von Ausstellungen – ob in Museen in Parks, oder gar auf der Seine profitieren. Hervorzuheben ist auch, dass an Bewohner der Vorstadt Seine-Saint-Denis sowie an vielen Brennpunktschulen Tausende von Freikarten für die Wettkämpfe verteilt wurden.

Profitieren dürfte das Department Seine-Saint Denis, das zu den ärmsten des Landes zählt, nicht zuletzt von der Umwidmung der Wohnungen im Olympischen Dorf. So ist vorgesehen, das Dorf für die Olympioniken in ein Stadtviertel mit Wohnungen für 6.000 Menschen, Büros für 6.000 Beschäftigte, einer Kinderkrippe, Geschäften und einer Schule umzubauen. Verkehrsberuhigung, Vermehrung der Grünanlagen und nicht zuletzt die Säuberung der Seine – auch damit dürfte Paris punkten und an Attraktivität noch gewinnen!

 

Stadion (Foto: Paul Moolenaars)
Sonstige Fotos: Udo Legner

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